Resident Evil 7 biohazard
Ich gebe zu, dass es mich sehr viel Überwindung gekostet hat, das Spiel bis zum Ende zu zocken. Ich war anfangs wirklich mehr als nur genervt von der elenden Hetzerei durch Jack. Man hatte gefühlt keinen Moment Ruhe, einfach das Anwesen der Bakers zu erkunden, weil dieser mit Gartenwerkzeug schwingende Freak ständig irgendwo lauerte. Das sorgte zwar auch für beklemmende Horror-Atmosphäre, aber irgendwann hatte ich mich daran einfach satt gesehen. Hat man diese Passage hinter sich, wird das Spiel auch stärker, weil es nicht mehr alles so gehetzt wirkt. Ich hatte zuerst die Befürchtung, dass man dieselbe Chose mit den anderen Bakers auch noch durchmacht, es kam dann aber Gott sei Dank anders.
Die Geschichte entwickelt sich nach und nach und beantwortet dem Spieler die Fragen, die man sich zu Beginn des Spiels stellt. Eine richtige Auflösung der Geschichte gibt es meiner Ansicht nach am Ende des Spiels jedoch nicht, was mich persönlich etwas unbefriedigt zurücklässt. Man ist da wohl gezwungen mit Ethan das nächste Abenteuer zu spielen, um der ganzen Seuche näher auf den Grund zu gehen. Oder reichen die DLC? Weiß gar nicht, ob die in der Game Pass Fassung auf der Xbox integriert sind. Ob und wie Resident Evil 7 nun noch mit der Original-Geschichte verbunden ist, habe ich nicht so ganz erkennen können bis aufs Auftauchen eines bekannten Charakters am Ende. Aber ich glaube in der Geschichte muss man nicht mehr auf Logik achten und nimmt es einfach hin wie es ist.
Ja, jetzt zum Spiel an sich. Grafik, Sound, Atmosphäre - das ist alles wirklich 1a, auch rund 4 Jahre nach Release. Da man mit Ethan auch einen "Otto-Normal-Verbraucher" als Charakter spielt, fühlt man sich anfangs recht hilflos, was bei einem Survival Horror ja auch Sinn und Zweck ist. Das Gameplay wiederum hat mich teils zur Weißglut getrieben. Ethan ist meiner Meinung nach einfach zu behäbig unterwegs. Ich erwarte ja niemanden, der durch die Gänge hüpft, aber teils kam ich mir vor als steuere ich einen Panzer durch schwerfällige Umgebungen. Da gab es schon das eine oder andere Mal etwas Frust. Gegen Ende verkommt der Survival Horror dann zu etwas zu viel reiner Ballerei.
Die Variabilität der Gegner hätte auch größer sein können. Man trifft im Grunde durchweg auf dieselben Typen. Das mag nun in den originalen Resident Evils auch so gewesen sein, dass der Großteil der Gegner eben Zombies waren, aber hier hat es mich irgendwann doch genervt, da diese Gegner meiner Ansicht nach auch teilweise einfach zu viele Kugeln einstecken konnten bevor sie zu Boden gingen. Dafür sind die Bosskämpfe ziemlich gut gemacht und erinnerten mich mit ihren Mutationen an die guten alten Resident Evil Spiele, denen ich nach Teil 3 den Rücken gekehrt habe, da mich der Ansatz ab Teil 4 absolut gar nicht mehr reizte.
Die Spielzeit zeigt mir jetzt 29h39min an, was allerdings absolut nicht stimmen kann. Liegt sicherlich am Quick Resume Feature, das das Spiel ja dauerhaft aktiv im Hintergrund laufen lässt. Für einen Speedrun ist das also definitiv nicht geeignet, liebe Xbox Series X|S Gemeinde, immer brav beenden, wenn ihr da ein Ziel vor Augen habt.
Alles in allem bin ich mit dem Spiel anfangs zu hart ins Gericht gegangen, aber so richtig überzeugen konnte es mich trotzdem nicht. Es waren einfach zu viele Punkte im Spiel, die mich genervt haben. Allen voran eben wirklich die Behäbigkeit, mit der Ethan unterwegs ist und der Anfang mit Jack im Haus. Die klassischen Resident Evils sowie die Remakes von 2 und 3 gefielen mir einfach besser.
6,5/10