Na ja, nachdem ich zuerst mit Kassandra begonnen habe, habe ich nochmal neu angefangen und Alexios genommen. Kassandra hat mir nicht gefallen und ich kann mich nur selten mit einer Frau als Spielcharakter identifizieren. Große Ausnahme ist Lara Croft, aber Mass Effect Andromeda hat bei mir wohl einen irreparablen Schaden hinterlassen.
Mit Alexios bin ich zufrieden. Die Monturen sehen alle klasse an ihm aus und es ist auch überzeugender, wenn ein muskelbepackter männlicher Söldner den Kriegshammer schwingt, als das klischeehafte Idealbild einer Frau, mit einer relativ zerbrechlich wirkenden Statur.
Überzeugend... Naja, die AC-Spiele sind seit jeher zu einem gewissen Grad "unrealistisch". Sachen wie das Adlerauge oder die immensen Kletterfähigkeiten sind auch nicht normal menschlich. Aber das ist ja auch Teil der Assassin's Creed-Kunde: Nahezu alle AC-Protagonisten sind keine normalen Menschen, sondern in gewisser Weise "Halbgötter", die durch die Isu-Gene in ihrer DNA übernatürliche Fähigkeiten, Reflexe und Kräfte haben.
Das mag alles reine Geschmackssache sein. Für mich ist Odyssey auch einfach nur ein durchschnittliches bis gutes Open World-Spiel und kein Überflieger oder sogar Spiel des Jahres. Nicht mal ein besonders gutes Assassin's Creed. Dagegen haben mir Spider-Man und Shadow of the Tomb Raider um einiges besser gefallen, auch wenn letzteres etwas innovationslos war. AC Odyssey ist mir auch viel zu groß und zu unrealistisch. Auch wenn es recht abwechslungsreich ist, die Fragezeichen aufzudecken, ist. Allerdings bekommt man zu selten eine Überraschung abseits der Story geboten.
Jeder sucht in Spielen etwas anderes. Ich freue mich über Spiele, in den ich eine Bindung zu den (Haupt-)Charakteren aufbauen. Und das habe ich in Odyssey geboten bekommen. Das ist etwas, das mir in z.B. in den Rockstar-Spielen schon seit Jahren fehlt. Wenn deren Protagonisten morgen von einer Brücke fallen und sich das Genick brechen würden, würde ich denen keine Träne hinterher weinen. Und Spider-Man mag sicherlich ein extrem cooles Spiel sein, aber Spider-Man ist auch kein Charakter, zu dem ich wirklich eine Beziehung aufbauen kann. Das mag anderen Spielern ganz anders gehen. Denen sind Kassandra/Alexios oder Commander Shepard vielleicht vollkommen egal, aber sie finden es total genial mit den Antihelden der RDR-Spiele durch die Gegend zu ziehen.
Als von Fan von Spielen, die neben einer für mich interessanten Story vor allem viele interessante Systeme bieten, mit denen ich interagieren kann, und die mehr Sandbox-Elemente bieten, als denn linear getrieben zu sein, kann ich durchaus nachvollziehen, dass man AC Odyssey als schlechtes AC empfindet, da es sehr stark von der etablierten Formel abweicht. Aber für mich geht das Spiel (vor allem im Bereich Stealth), im Gegensatz zu Origins, halt den entscheidenden Weg weiter, um eine neue Interpretation von Assassin's Creed zu sein, die endlich mit den uralten Problemen der Serie aufräumt, auch wenn dabei sicherlich nicht alles glatt läuft. Aber dass das ein Weg ist, der nicht jeden Fan der Serie glücklich macht, ist auch klar, aber immerhin gibt es ja bereits 9 klassische Assassin's Creeds. Das ist mehr als die meisten Spieleserien überhaupt zu sehen bkommen. Und so sehr ich die alten Spiele mag, bin ich froh, dass ich nicht schon wieder ein Spiel habe, wo ich desynchronisiert werde, weil ich wegen der unpräzisen Steuerung im falschen Winkel vom Kirchturm gesprungen bin oder mich wegen der gleichen hakeligen Steuerung eine Verfolgungssequenz mit engem Zeitlimit zum fünften Mal scheitert, weil der Charakter statt weiterzulaufen plötzlich eine Wand hochkraxelt. Die von Dir erwähnten Überraschungen habe ich so z.B. vor allem dadurch erlebt, dass ich Herausforderungen wie z.b. immer wieder auf unterschiedliche Weise angegangen bin und daraus immer wieder mal spannende Mini-Geschichten von Erfolg und Misserfolg, von toller Planung oder vollkommener Fehleinschätzung entstanden sind.
Das ist verständlicherweise nichts für jede

. Vielen Leuten sind lineare Geschichten und Levels lieber als Sandbox-artigeres Gamedesign. Mich beschleicht sowieso in den letzten Jahren mehr und mehr das Gefühl, dass die Zeiten, in denen man irgendwie fast alles irgendwie ein bisschen gut fand, vorbei sind und es immer wichtiger wird, seine Nische

zu finden, mit denen man glücklich wird.