Schönes Review. Macht Lust darauf, auch wenn ich kaum glaube, dass der Film mit vielen Kopien starten dürfte. Offizieller Kinostart war wann?
Ich hab's nun nochmal im Heimkino mit dem letzten Teil der Hobbit-Trilogie versucht.
Der Hobbit - Die Schlacht der Fünf Heere (3D)
Und was soll ich sagen - nach den wirklich mageren ersten beiden Teilen kommt dieser irgendwann zum Glück aus dem Quark und schlägt die Brücke. Da ich aber nur die kurze (!) Kinofassung gesehen habe, hatte ich dauernd das Gefühl, dass irgendwas fehlen würde und zu Ungunsten der Länge rausgeschnitten wurde. Die holprigen Schauplatzwechsel waren ziemlich krass zwischendrin.
Das Problem, das ich mit den Hobbit-Filmen habe, ist, dass sie immer komplett für den Vergleich zur Herr der Ringe-Trilogie herhalten müssen - gleicher Regisseur, gleiches Setting, gleicher Anspruch, eine runde Geschichte erzählen zu wollen. Und in allen Belangen zieht die Hobbit-Trilogie den Kürzeren. Ich baute zu keiner Zeit wirkliche Bindungen zu den Figuren auf, einzig die Darstellung von Martin Freeman als Bilbo und Richard Armitage als Thorin Oakenshield waren überzeugend. Der Rest war einfach nur Füllmasse. Wie schon im Mittelteil "Smaugs Einöde" war der komplette Storybogen um Lake Town und Bard, den Drachentöter (Kam das so überhaupt im Buch vor? Weiß ich gar nicht mehr.) waren so schrecklich beliebig und haben komplett von der eigentlichen Rahmenhandlung abgelenkt, dass zwischendurch nicht einmal klar war, ob es um Menschen ging, oder um ein paar Zwerge und einen "kleinen Mann mit haarigen Füßen".
Und dann ist der Titel einfach nur Programm - der dritte Hobbitfilm ist ein Schlachten- und Kriegsgemälde! Statt wirklichem Inhalt gibt's ordentliche Kloppereien und unzählige Tote. Nur halt jugendgerecht dargestellt, sofern es das gibt. Braucht es das, um die Massen anzuziehen? Muss man immer nur Krieg und Zerstörung zeigen, damit die Kassen klilngeln? Nun war ja die finale Schlacht vor Minas Tirith im dritten "Ring"-Film auch notwendiger Teil der Geschichte und mindestens so spektakulär inszeniert, wie der Kampf um das Zwergenkönigreich Erebor, aber rein von der Komposition der Bilder hinterließ "Die Rückkehr des Königs" ein Gefühl echten Verlustes. Bei "Die Schlacht der Fünf Heere" hat man nie wirklich das Gefühl, sich großartige Sorgen machen zu müssen, und wenn eben doch storybezogene Charaktere sterben müssen, geschieht das auf eine seltsam distanzierte Art. Auch hier ist die einzig wirklich berührende Szene die, die für den Film komplett neu erdacht wurde, und von der man wirklich behaupten kann, dass Regisseur Peter Jackson wirklich gute Arbeit geleistet hat. (Es geht da um die Beziehung eines Zwerges zu einer Elbin)
Nun ist sie also zu Ende, die heiß ersehnte Hobbit-Trilogie. Drei Filme, insgesamt etwas kürzere Spieldauer als "Der Herr der Ringe", und was bleibt übrig? Leere. Es rechtfertigt sich kaum, von einem durchgehenden Handlungs- oder gar Spannungsbogen zu sprechen. Abgesehen von der viel besseren Technologie und dem HFR-3D ist aber den Machern die Weitsicht und das Gefühl für tolle Szenerien und Umgebungen abhanden gekommen - "Der Hobbit" sieht durchweg zu künstlich und wie ein großes Computerspiel aus, in dem Schauspieler vor Greenscreens gefilmt sind und durch Studios rennen. Wo die "Ring"-Trilogie mit tollen Schauspielerleistungen, spannenden Geschichten und Einzelschicksalen und wirklich fiesen Gegnern punkten konnte, erbt "Der Hobbit" nun einmal das Schicksal des Vorgängers - das heißt, keine der Figuren, die im "Herrn der Ringe" vorkam, durfte im "Hobbit" sterben. Soviel zu den Überraschungen. Und was waren die Gegner? Ein nicht näher definierter Necromancer, der wohl einmal Sauron werden soll? Verschenkt, weil zu diffus. Der Drache Smaug? Im zweiten Teil wirklich toll animiert und dargestellt, haucht er in den ersten zehn Filmminuten des dritten Teils völlig unspektakulär sein Leben aus. Whaaaat?! Das geht doch nicht! Dann gab es auch noch ein paar Charaktere aus der Vorgängertrilogie, die hier mal kurz auftauchen durften: Ian McKellen als Gandalf, Orlando Bloom als Legolas, dazu diverse Elben und Zauberer. Und welchen Anteil nehmen sie, um die Handlung voranzutreiben? Richtig, gar keinen. Sie sind reine Füllmasse, haben ganz merkwürdige Szenen miteinander (da kämpfen Galadriel, Saruman und Elrond gegen den Necromancer, was in seiner Gestaltung eher an Mortal Kombat, als an einen dramatischen Film erinnert, und dann endet diese Szene, ohne dass es dem Film irgendwas bringt. Außer mir Kopfschütteln.
Ja, die Trilogie mag seine Produktionskosten um ein Vielfaches wieder eingespielt haben, und auch die Tricktechnik wird sicherlich in Erinnerung bleiben. Aber diese überlangen Kampffilme funktionieren auf dramaturgischer und filmtechnischer Ebene einfach gar nicht und lassen den anspruchsvolleren Kinogänger völlig kalt. Die Youtube-Generation fühlt sich aber vielleicht wohl, wer weiß? Mir als Fan der "Herr der Ringe"-Filme fehlten nach Sichtung der "Hobbit"-Filme jedenfalls alle Wort, um diesen Murks zu beschreiben.
Wertungen:
Der Hobbit - Eine unerwartete Reise: 4/10
Der Hobbit - Smaugs Einöde: 3/10
Der Hobbit - Die Schlacht der Fünf Heere: 5/10
Macht zusammen:
4/10 (unterdurchschnittlich)