[MENTION=1826]X30 Trucase[/MENTION]:
Nehmen wir mal F2Ps wie "Battle Island" oder dieses Kampfspiel im alten Rom von der 360. Im Endeffekt sind es stumpfe Handy/Tablet Spiele. Der Support ist bescheiden, die Spieltiefe ebenso. Eigentlich nix, was auf einer Konsole wirklich Sinn macht.
Anders sehe ich es da bei Neverwinter, so wird es wohl auch bei Star Trek sein. Neverwinter ist ein MMORPG, was mit Sicherheit nicht mit Story glänzt. Die Grafik kann auch nicht annähernd an Witcher 3 heran reichen, das ist aber generell bei MMORPGs ja nicht möglich, da geht jedes System in die Knie. Ich versuche das System des F2P in dem Spiel so kurz wie möglich zu halten, wird aber nicht kurz werden
Ich habe mich die ersten 3-4 Monate durch Neverwinter durch"gebetet" (beten ist bis zu 6 Mal am Tag möglich, gibt XP und verschiedene InGame Währungen), es eher nur wenig gespielt (da war eher Titanfall angesagt). Als meine Frau dann mit eingestiegen ist, haben wir zu zweit deutlich mehr gespielt. Und da beginnt dann auch der Reiz, denn Neverwinter ist nichts für Solisten. Man kann sämtliche Kampagnen und Missionen mit 1-5 Spielern bestreiten, ab dem Endgame sind 5 Leute schon Pflicht (die Gewölbe, von man was gutes und die wichtige Währung bekommt benötigen 5 Leute) - in der Gilde ist man mit bis zu 40 Leuten dabei, Drachen zu bekämpfen. Das bietet (mit Ausnahme von ESO evtl., kenne ich nicht sehr viel von) kein Spiel auf der One.
Um aber wirklich im Endgame was reißen zu können, muss man seine Ausrüstung entsprechend hoch bringen. Und da kommt der Teil mit den Mikrotransaktionen. Man kauft sich eine Währung namens ZEN (eine von SEHR VIELEN Währungen im Spiel!!). Diese Zen kann man nutzen, um im inGame-Store einzukaufen - und da gibt's eine Menge, seien es Reittiere, Begleiter etc.
Nur mal als Beispiel: Die zweitbeste Reittierklasse kostet 3500 Zen also 35 €. Die beste Reittierklasse hingegen kann man dort nicht kaufen, die kann man nur aus Kisten ziehen, für die man Schlüssel kaufen muss (genau, mit Zen). Die Kisten gibt's natürlich zu hauf

Nebenbei kann man die gekauften Zen auch gegen eine weitere inGame-Währung eintauschen (Astraldiamanten), dafür gibt es einen Handel. Diese Astraldiamanten kann man sich im Spiel (hart!) erarbeiten. Das ist auch die Währung, mit der man im spielinternen Auktionshaus handelt. Einige Spieler betreiben seit Monaten eher nur Kauf- und Verkauf am Markt als das sie das eigentliche Spiel spielen.
Mal als Beispiel: 1000 Zen = 10 € = aktuell ca. 380.000 Astraldiamanten. Die oben genannten beste Reittierklasse kann man nur im Auktionshaus kaufen, rechnet man die Preise in Zen bzw. Euro um, ist mindestens bei 20k Zen also 200 €. Wenn man also nicht das Glück hat, eines dieses Reittiere aus einer Kiste zu bekommen (bei weit über 1000 Kisten hatte ich nicht eins!!), muss man also SEHR viel spielen oder Geld ausgeben. Ich habe übrigens keines dieser Reittiere gekauft, weil ich dann doch meine Grenzen habe
In meiner Gilde haben ein paar Leute die dickste Ausrüstung und gleich mehrere dieser Reittiere - da bin ich dann recht weit von weg. Ich könnte sicher noch mehr Zeit in das Spiel stecken, aber irgendwie geht's einfach nicht mehr. Geld stecke ich da auch nicht rein - die 40 €, die ich investiert habe, waren für 5000 Zen, als es mal einen Sale im XBL Store gab (5000 Zen für ca. 42 €, dank eBay ca. 40 €). Wofür ich die ausgegeben habe, weiß ich gar nicht mehr. Da ich mir die Zen auch mit der inGame Währung hole (müselig, aber man kommt voran), ist das eh gemischt.
Im Endeffekt kann man sich mit viel Geld sofort auf den maximalen Level spielen und sich mit guten Gefährten und Reittier eindecken. So kommt man schneller voran. Für mich besteht der Reit aber nicht daran, sondern mich selbst hochzuspielen - und so lerne ich meinen Charakter wenigstens selbst kennen und habe ihn nicht gleich - ohne Ahnung von der Spielmechanik - auf Level 70. Zudem spiele ich im Wechsel 3-4 Charaktere (es gibt 8 Klassen, die alle SEHR verschieden sind).
Für mich bietet NEverwinter viel mehr Spieltiefe als fast jedes andere Spiel - aber ganz ohne meine Frau und mittlerweile viele Leute auf meiner F-List und in der Gilde wäre dem wohl nicht so. 12er Partys sind schnell mal voll. Dazu gibt's sehr oft Events (Halloween z.b., ein 3-Wochen Winterevent mit vielen Geschenken).
Die Entwickler bieten halt viel, das Spiel bietet sehr viel Abwechslung. Ich habe ein paar hundert Stunden gebraucht, um wirklich mal soweit zu sein, dass ich auch andere Leute in einer Gruppe durchziehen konnte. Dafür muss man im Endeffekt eine Menge Wissen vom Spiel haben, die man nicht einfach so vor die Füsse geworfen bekommt. Allein die richtige Skillung eines einzigen Charakters und die beste Zusammensetzung von Reittieren und Gefährten zusammen mit diversen Boni ist schon eine Wissenschaft.