Forza Motorsport (Karriere)
Ich berichte an dieser Stelle darüber, da es im Forza Motorsport Thread eventuell zu unerwünschten Kontroversen kommen könnte. Es sind hier also nur meine eigenen Eindrücke geschildert und ja, man kann Forza Motorsport ebenso wie ein Call of Duty durchspielen, weil es den Punkt "Karriere" ganz oben im Hauptmenü gibt.
Was soll man sich in einem Rennspiel, bzw. einer Rennsimulation (oder einer "Simcade", also einer Mischung aus Arcade-Spiel und Simulation) unter einer Karriere denn nun vorstellen?
Es gibt storybasierte Rennspiele, wie z.B. Need for Speed, mit Zwischensequenzen. Es gibt aufgelockerte Karrieren, mit Fahrschulen oder spielerischen Aktivitäten wie Kegeln oder Autoball. Es gibt Karrieren mit abwechselnden Events, z.B. mit Dragrace, Driften, Überholen, Time Attack oder Eliminator.
Alles das gibt es bei Forza Motorsport nicht. Dort kann man im sogen. "Builders Cup" fünf verschiedene Touren bestreiten, die in jeweils vier verschiedene Events aufgeteilt sind. Die Events wiederum gliedern sich in mehrere Rennen auf verschiedenen Strecken auf.
In der "Power Tour" des Builders Cup als Beispiel, fährt man vornehmlich amerikanische Autos. Das beginnt mit ikonischen Muscle Cars und endet mit einem Rennen eines aktuellen Modells der Corvette.
Die Rennen werden vornehmlich auf Strecken ausgetragen, die man aus älteren Teilen der Reihe kennt. Aber diese wurden grafisch stark überarbeitet und durch fünf neue Strecken, u.a. Kyalami, Hakone und Grand Oak, ergänzt.
Ein neues dynamisches Wettersystem sorgt dabei ebenso für Abwechslung wie das dynamische Tag- und Nachtsystem. Im freien Spiel ergeben sich unzählige Kombinationsmöglichkeiten. In der Karriere sind die Bedingungen vorgegeben.
Vor einem Rennen gilt es einige Trainingsrunden zu drehen. Man kann sie aber auch optional überspringen und sofort ins Rennen starten. Allerdings muss man dazu erst einmal das Training gestartet haben, um es dann überspringen zu können. Warum das so ist, kann ich nicht erklären.
Fährt man allerdings brav seine Runden im Training, erhöht sich auch der neue Autolevel. Richtig gelesen! Jedes Auto hat jetzt einen Level und es ist nicht mehr möglich sofort alle Tuning-Teile einzubauen, wie man möchte.
Den Autolevel kann man u.a. erhöhen, indem man bestimmte Kurven (Segmente genannt) möglichst sauber und schnell durchfährt.
Es dauert etwa 2-3 Stunden, um ein Auto bis an die Level-50-Grenze zu bringen. Dann hat man aber die Möglichkeit jedes erdenkliche Teil ins Auto einzubauen. Das braucht man zwar alles für die Karriere nicht zwingend, kann aber für spätere Multiplayer Rennen von Nutzen sein.
Da die KI-Gegner in den Karriere-Rennen mitleveln, ist es also ratsam ein paar Trainingsrunden zu drehen, um auch in den letzen Rennen der jeweiligen Rennserie erfolgreich zu sein. Das ist prima, wenn man nach Abschluss einer erfolgreichen Rennserie sein Auto dann bereits auf Level 20 hat, um bei Multiplayer Partien erfolgreich zu sein.
Es hat aber auch einen hohen Preis, denn ohne zwingende Internetverbindung ist die Karriere nicht spielbar, denn jeglicher Spielfortschritt wird ausschließlich und permanent online gespeichert. Ist das Netz einmal tot, kann man auch die Karriere nicht weiterspielen. Offline zocken war gestern. Halt, doch nicht ganz! Im freien Spiel kann man auch offline über sämtliche Strecken düsen. Es gibt nur keinen Fortschritt, keine eigenen Tunings oder Lackierungen und auch keine Autostufen, sowie keine Speicherfunktion. Eigentlich ist es dann nur eine Art "Demo-Mode".
Nun geht es zu den Rennen, hoffentlich sind wir wieder online! Diese sind zwar erheblich kürzer als das bis zu 15 Minuten lange Training, sind aber auch aufregender und spannender. Denn es gilt gegen 23 andere Teilnehmer anzutreten. Dabei kann man zuvor frei auswählen, von welchem Startplatz aus man beginnen möchte. Auf Platz 3 hat man die höchste Siegeschance, bekommt aber am wenigsten Belohnung in Form von Credits, startet man von Platz 24 wird es schwer. Bei einem Platz auf dem Podium bekommt man aber die meisten Credits.
Ebenso kann der Schwierigkeitsgrad (in 8 Stufen regelbar) entscheiden, wieviel Geld man am Ende verdient, um sich davon neue Autos kaufen zu können. Davon gibt es in der Basisversion des Spiels über 500.
Neu ist auch der Regelbonus. In drei Stufen (2%, 6% und 10%) können nun Kraftstoffverbrauch, Reifenverschleiß und Rückspulfunktion reguliert werden.
Ebenso greift das neue Strafsystem unterschiedlich ein. Auf dem leichtesten Level sind die Strafen sehr begrenzt, auf dem schwersten sollte man Kollisionen mit anderen Fahrzeugen oder Abflüge auf den Randstreifen tunlichst vermeiden.
Wie wirkt sich das nun auf das Renngeschehen aus?
Mir kam es vor, als hätte sich seit Forza Motorsport 7 fast gar nichts getan. Die Drivatare drängeln im Starterfeld wie eh und je, bremsen ohne triftigen Grund oder fahren auch im Regen mit den falschen Reifen viel zu schnell.
In den etwa 40 Stunden, die ich für die komplette Karriere gebraucht habe, fühlten sich nur die fünf neuen Strecken wirklich neu an.
Insgesamt sind die (vorerst) 20 Strecken einfach zu wenig für die lange Entwicklungszeit von Forza Motosport. Dazu kamen auf der Xbox Series X rund ein Dutzend Abstürze und einige Rennen wurden nicht richtig gespeichert, so dass ich sie am nächsten Tag erneut fahren musste. Allerdings wurden bereits verdiente Credits und das Autolevel immer korrekt gespeichert.
Die Karriere insgesamt war das langweiligste, was ich seit langer Zeit in einem Rennspiel erlebt habe. Darüber konnten auch die teilweise spannenden Zweikämpfe bei Nacht und Regen und die neuen Kurvensegmente in den endlos erscheinenden Trainingsrunden nicht hinwegtäuschen.
Es gab keine Abwechslung. Ein Rennen nach dem anderen wurde immer nach dem gleichen Muster ausgetragen. Dabei wurden die Autoklassen beliebig gemischt, meistens fuhr man nur mit Mittelklassewagen, selten mit Supercars und so gut wie nie mit Hypercars oder Rennwagen. Das hat mit wahrem Motorsport wirklich nicht mehr viel zu tun und bedeutet einen faulen Kompromiss, wenn man das Spiel jedermann zugänglich machen will.
Als Modul, das nach und nach mit neuen Komponenten bereichert werden soll und die Spieler mit wöchentlichen Rennen und wiederkehrenden Multiplayerevents langfristig an sich binden soll, funktioniert Forza Motorsport vielleicht in absehbarer Zukunft.
Als Rennspiel für Einzelspieler hat es aufgrund unzähliger Bugs und Abstürze, einer untauglichen Gegner-KI, mangelnder Streckenvielfalt und Abwechslung in der "Karriere", die nur eine Aneinanderreihung einzelner beliebiger Rennen ist, totalversagt.
Dennoch hat es größtenteils Spaß gemacht! Wie das jetzt? Es sieht einfach unverschämt gut aus, hört sich fantastisch an und das Fahrverhalten sämtlicher Autos war noch nie so gut in einem Forza Motorsport. Darum bekommt es noch zwei Punkte obendrauf. Gerade nochmal gut gegangen, Turn 10!
7/10
Ich berichte an dieser Stelle darüber, da es im Forza Motorsport Thread eventuell zu unerwünschten Kontroversen kommen könnte. Es sind hier also nur meine eigenen Eindrücke geschildert und ja, man kann Forza Motorsport ebenso wie ein Call of Duty durchspielen, weil es den Punkt "Karriere" ganz oben im Hauptmenü gibt.
Was soll man sich in einem Rennspiel, bzw. einer Rennsimulation (oder einer "Simcade", also einer Mischung aus Arcade-Spiel und Simulation) unter einer Karriere denn nun vorstellen?
Es gibt storybasierte Rennspiele, wie z.B. Need for Speed, mit Zwischensequenzen. Es gibt aufgelockerte Karrieren, mit Fahrschulen oder spielerischen Aktivitäten wie Kegeln oder Autoball. Es gibt Karrieren mit abwechselnden Events, z.B. mit Dragrace, Driften, Überholen, Time Attack oder Eliminator.
Alles das gibt es bei Forza Motorsport nicht. Dort kann man im sogen. "Builders Cup" fünf verschiedene Touren bestreiten, die in jeweils vier verschiedene Events aufgeteilt sind. Die Events wiederum gliedern sich in mehrere Rennen auf verschiedenen Strecken auf.
In der "Power Tour" des Builders Cup als Beispiel, fährt man vornehmlich amerikanische Autos. Das beginnt mit ikonischen Muscle Cars und endet mit einem Rennen eines aktuellen Modells der Corvette.
Die Rennen werden vornehmlich auf Strecken ausgetragen, die man aus älteren Teilen der Reihe kennt. Aber diese wurden grafisch stark überarbeitet und durch fünf neue Strecken, u.a. Kyalami, Hakone und Grand Oak, ergänzt.
Ein neues dynamisches Wettersystem sorgt dabei ebenso für Abwechslung wie das dynamische Tag- und Nachtsystem. Im freien Spiel ergeben sich unzählige Kombinationsmöglichkeiten. In der Karriere sind die Bedingungen vorgegeben.
Vor einem Rennen gilt es einige Trainingsrunden zu drehen. Man kann sie aber auch optional überspringen und sofort ins Rennen starten. Allerdings muss man dazu erst einmal das Training gestartet haben, um es dann überspringen zu können. Warum das so ist, kann ich nicht erklären.
Fährt man allerdings brav seine Runden im Training, erhöht sich auch der neue Autolevel. Richtig gelesen! Jedes Auto hat jetzt einen Level und es ist nicht mehr möglich sofort alle Tuning-Teile einzubauen, wie man möchte.
Den Autolevel kann man u.a. erhöhen, indem man bestimmte Kurven (Segmente genannt) möglichst sauber und schnell durchfährt.
Es dauert etwa 2-3 Stunden, um ein Auto bis an die Level-50-Grenze zu bringen. Dann hat man aber die Möglichkeit jedes erdenkliche Teil ins Auto einzubauen. Das braucht man zwar alles für die Karriere nicht zwingend, kann aber für spätere Multiplayer Rennen von Nutzen sein.
Da die KI-Gegner in den Karriere-Rennen mitleveln, ist es also ratsam ein paar Trainingsrunden zu drehen, um auch in den letzen Rennen der jeweiligen Rennserie erfolgreich zu sein. Das ist prima, wenn man nach Abschluss einer erfolgreichen Rennserie sein Auto dann bereits auf Level 20 hat, um bei Multiplayer Partien erfolgreich zu sein.
Es hat aber auch einen hohen Preis, denn ohne zwingende Internetverbindung ist die Karriere nicht spielbar, denn jeglicher Spielfortschritt wird ausschließlich und permanent online gespeichert. Ist das Netz einmal tot, kann man auch die Karriere nicht weiterspielen. Offline zocken war gestern. Halt, doch nicht ganz! Im freien Spiel kann man auch offline über sämtliche Strecken düsen. Es gibt nur keinen Fortschritt, keine eigenen Tunings oder Lackierungen und auch keine Autostufen, sowie keine Speicherfunktion. Eigentlich ist es dann nur eine Art "Demo-Mode".
Nun geht es zu den Rennen, hoffentlich sind wir wieder online! Diese sind zwar erheblich kürzer als das bis zu 15 Minuten lange Training, sind aber auch aufregender und spannender. Denn es gilt gegen 23 andere Teilnehmer anzutreten. Dabei kann man zuvor frei auswählen, von welchem Startplatz aus man beginnen möchte. Auf Platz 3 hat man die höchste Siegeschance, bekommt aber am wenigsten Belohnung in Form von Credits, startet man von Platz 24 wird es schwer. Bei einem Platz auf dem Podium bekommt man aber die meisten Credits.
Ebenso kann der Schwierigkeitsgrad (in 8 Stufen regelbar) entscheiden, wieviel Geld man am Ende verdient, um sich davon neue Autos kaufen zu können. Davon gibt es in der Basisversion des Spiels über 500.
Neu ist auch der Regelbonus. In drei Stufen (2%, 6% und 10%) können nun Kraftstoffverbrauch, Reifenverschleiß und Rückspulfunktion reguliert werden.
Ebenso greift das neue Strafsystem unterschiedlich ein. Auf dem leichtesten Level sind die Strafen sehr begrenzt, auf dem schwersten sollte man Kollisionen mit anderen Fahrzeugen oder Abflüge auf den Randstreifen tunlichst vermeiden.
Wie wirkt sich das nun auf das Renngeschehen aus?
Mir kam es vor, als hätte sich seit Forza Motorsport 7 fast gar nichts getan. Die Drivatare drängeln im Starterfeld wie eh und je, bremsen ohne triftigen Grund oder fahren auch im Regen mit den falschen Reifen viel zu schnell.
In den etwa 40 Stunden, die ich für die komplette Karriere gebraucht habe, fühlten sich nur die fünf neuen Strecken wirklich neu an.
Insgesamt sind die (vorerst) 20 Strecken einfach zu wenig für die lange Entwicklungszeit von Forza Motosport. Dazu kamen auf der Xbox Series X rund ein Dutzend Abstürze und einige Rennen wurden nicht richtig gespeichert, so dass ich sie am nächsten Tag erneut fahren musste. Allerdings wurden bereits verdiente Credits und das Autolevel immer korrekt gespeichert.
Die Karriere insgesamt war das langweiligste, was ich seit langer Zeit in einem Rennspiel erlebt habe. Darüber konnten auch die teilweise spannenden Zweikämpfe bei Nacht und Regen und die neuen Kurvensegmente in den endlos erscheinenden Trainingsrunden nicht hinwegtäuschen.
Es gab keine Abwechslung. Ein Rennen nach dem anderen wurde immer nach dem gleichen Muster ausgetragen. Dabei wurden die Autoklassen beliebig gemischt, meistens fuhr man nur mit Mittelklassewagen, selten mit Supercars und so gut wie nie mit Hypercars oder Rennwagen. Das hat mit wahrem Motorsport wirklich nicht mehr viel zu tun und bedeutet einen faulen Kompromiss, wenn man das Spiel jedermann zugänglich machen will.
Als Modul, das nach und nach mit neuen Komponenten bereichert werden soll und die Spieler mit wöchentlichen Rennen und wiederkehrenden Multiplayerevents langfristig an sich binden soll, funktioniert Forza Motorsport vielleicht in absehbarer Zukunft.
Als Rennspiel für Einzelspieler hat es aufgrund unzähliger Bugs und Abstürze, einer untauglichen Gegner-KI, mangelnder Streckenvielfalt und Abwechslung in der "Karriere", die nur eine Aneinanderreihung einzelner beliebiger Rennen ist, totalversagt.
Dennoch hat es größtenteils Spaß gemacht! Wie das jetzt? Es sieht einfach unverschämt gut aus, hört sich fantastisch an und das Fahrverhalten sämtlicher Autos war noch nie so gut in einem Forza Motorsport. Darum bekommt es noch zwei Punkte obendrauf. Gerade nochmal gut gegangen, Turn 10!
7/10






