Das kann ich kontern. Ich hab's sowohl 2015 auf der PS4 und 2018 auf der Xbox auf Todesmarsch gespielt.
Aber Todesmarsch macht das Kampfsystem nicht viel tiefgründiger. Ja, Tränke und Öle gewinnen eine größere Bedeutung, aber es läuft im Grunde darauf hinaus, dass man einmal im Kodex nach den Schwächen der Gegner schaut und einfach nur das Öl aufträgt, dass höchstwahrscheinlich eh schon hergestellt hat und ab und zu mal einen Trank einwirft. Die meisten Gegner sind ziemlich anfällig für Igni, nur in seltenen Fällen muss man mal auf Aard oder Yrden zugreifen, während Axii im Kampf kaum eine Rolle spielt. Und natürlich spammt auf Todesmarsch weit häufiger Quen. Aber für einen Zeichen-Build ist The Witcher 3 vor allem ein Igni-Simulator.
Aber selbst der höhere Grad an Vorbereitung, der auf Todesmarsch anfällt, fällt eher flach aus, wenn man bedenkt, dass man sich noch in The Witcher 2 VOR den Kämpfen vorbereiten musste und nicht alle möglichen Tränke und Öle während des Kampfes einsetzen konnte.
Die größte des Schwäche des Kampfsystems liegt meiner Meinung nach darin, dass dass angesichts der vielen Skills zu wenige Slots gibt, um diese auszurüsten, was dazu führt, dass es einfach zu wenige interessante Synergien gibt. Das ändert sich mit den DLCs zwar ein ganz klein wenig, aber wirklich interesse Misch-Builds kann man so leider nicht erstellen.
Wenn man mal vom Öl auftragen absieht, kann man 80-90% des Spiels mit einer Rotation aus Quen (falls nötig), Igni, Draufhauen und Ausweichen bestreiten. Selbst Tränke sind nicht zwigend notwendig. Es gibt im Spiel einfach zu viele Gegner, gegen die Igni unfassbar effektiv ist. Da braucht man dann auch nicht mehr viel Taktik.
Was das Storytelling anbetrifft, mag der Vergleich unangemessen sein. Aber was das Open World-Design betrifft, sind sich die Spiele schon sehr ähnlich: Aussichtspunkte/Anschlagsbretter synchronsieren und Locations abschließen. Auf viel mehr läuft das Open-World-Design nicht hinaus.
Was die Lösungsmöglichkeiten anbetrifft, sind moderne Ubisoft-Spiele (vor allem Asssassin's Creed) sogar meist flexibler, weil es fast immer eine Wahl zwischen Nahkampf, Fernkampf und Stealth gibt. The Witcher 3 nutzt da ein wesentlich starreres Korsett, das weniger kreatives Sandbox-Gameplay ermöglicht.
Nun wollte CDPR aus The Witcher sicher kein Sandbox-RPG/-Openworld-Spiel machen, aber ich würde mehr Lösungsmöglichkeiten nicht unbedingt als seelenlos bezeichnen. Und was das Open World-Design betrifft, ist bei Ubisoft sicherlich ein Stück generischer, aber auch The Witcher 3 bietet halt keine einzigartig durchdesignte Spielwelt, an man sich noch Jahrzehnte später im Detail erinnert.
Bis auf den Vergleich mit AC (hab seit dem 3. Teil kein AC mehr gespielt und kann das daher nicht beurteilen) kann ich dem nur zustimmen.
Hab ich beim ersten Spieldurchgang noch zu kompliziert gedacht und versucht einen Hexer nach meinem Gusto aufzubauen, spielte ich in diesem Durchgang einfach nur die Quent Mechanik. Öl, Quent, schwacher Angriff, Rolle oder Parieren, und wieder von vorne.
Auf Igni kam ich sogar erst sehr spät und auch nur, weil ich mehr Punkte investieren musst um die letzte Quent Stufe freizuschalten.
Ich zähle mich wahrlich nicht zu den Profigamern. Aber die Kampfmechanik in The Witcher 3 war schon 2015 schlecht. Es hat sich nichts grundlegendes geändert.
Da ist bei keinem Kampf taktisches Vorgehen nötig.
Wie schon geschrieben, die Geschichten sind wirklich unterschiedlich und reichen von interessant über lustig bis hin zu richtig spannenden Quests.
Aber letztendlich verdirbt die immer gleiche dröge Kampfmechanik dann das Ende jeder Quest. Da ja nahezu jede Quest auch gleich endet. So entsteht zumindest für mich langeweile pur.
Für mich ist der Witcher eher ein Action Adventure und kein RPG. Aber das ist nur meine unrellevant Meinung.
Momentan spiele ich Hearts of Stone und bisher hat sich das Spiel nur soweit verändert das ich länger Kämpfen muss als bisher. Sonst nichts.
Das liegt aber einzig an der Ausrüstung. Bisher hab ich nichts besseres gefunden als meine Wolfsrüstung.
Mal sehen was noch mit dem Runenmeister wird...
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Gestern hab ich My Name ist Mayo durchgespielt.
Krasser Gegensatz zu The Witcher

Hab das bei einem Freund im Newsfeed gesehen und da wir gerade bissel angetrunken waren kam eins zum anderen.
Das Spiel hat sogar eine tiefgründige Botschaft parat am Ende aber dennoch ist das nicht mehr als Klamauk.
Kann man mal als Partyspiel machen, darf sich aber nicht wundern, wenn die Freunde einen danach dann schräg ansehen.
Vor allem wenn diese nichts oder nur sehr wenig mit dem Thema Videospiel zu tun haben

