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The Legend of Heroes Reihe (Trails/Kiseki) von Falcom

Thommysoft

Aktuell als Moderator inaktiv.
Team
Oh? Ok, da rächt sich, dass ich die Daybreaks noch nicht durch hab. Ich bin gespannt.

Ja, Daybreak ist weird.

Der erste Teil funktioniert als eigenständiges Spiel, das so wenig Vorwissen voraussetzt wie möglich, so gut wie kein anderes Trails abseits von Sky FC. Auch wenn man dennoch massiv von Vorwissen profitiert.

Und in Daybreak II hauen sie einem dann eine Szene nach der anderen um die Ohren, die vergangene Ereignisse referenziert.

Ich würde auch insgesamt sagen, dass in Trails keinen anderen zweiten Teil einer Sub-Reihe gibt, der sich so dramatisch vom Vorgänger unterscheidet. Grade in der Struktur und dem Aufbau.
 

StephanKo

Kaffeefahrtpendler
Sponsor
Eine kurze Antwort ist da fast unmöglich.

Wenn Du die Möglichkeit (PC, Steam Deck) hast und mit der alten Grafik leben kannst, fang mit Trails In The Sky an. Die Spiele sind so alt, dass sie auf einem Kartoffel-PC laufen. Und auch wenn Steam selbst aussagt, laufen die Spiele lt. ProtonDB ggf. mit ein paar Anpassungen auf dem Deck.

Über den richtigen Einstiegspunkt gibt es sehr, sehr viele Diskussionen, allerdings halte ich Cold Steel für den falschen.

Und es ist richtig, dass die Spiele alle aufeinander aufbauen und eine fortlaufende Geschichte erzählen, auch wenn die einzelnen Unterseriem alle ihren eigenen Storybogen haben, der in sich mehr oder weniger geschlossen. Und auch da kann man diskutieren, ob sie nicht eher weniger als mehr in sich geschlossen sind.

Zur Übersicht mal alle Spiele der Reihe:

Trails In The Sky-Trilogie (Liberl-Storybogen)
Trails In The Sky FC
Trails In The Sky SC
Trails In The Sky The 3rd

Crossbell-Dilogie(Crossbell-Storybogen)
Trails From Zero
Trails To Azure
Cold Steel-Tetralogie (Erobonia-Storybogen)
Trails Of Cold Steel
Trails Of Cold Steel II
Trails Of Cold Steel III
Trails Of Cold Steel IV

Brückenspiel (Crossbell-/Cold Steel-Epilog und Daybreak II-Prolog)
Trails Into Reverie
Daybreak-Reihe (Calvard-Storybogen, im Gange)
Trails Through Daybreak
Trails Through Daybreak II

Farblich markiert nach Einstiegspunkten: Grün ist perfekt, Gelb ist okay, Orange ist alles andere als ideal und Rot ist als Einstiegspunkt komplett für die Tonne, weil man in der Mitte einer Story einsteigt.

Cold Steel ist zwar der Anfang einer Unterreihe, aber dennoch nur Orange, weil es auf Ereignisse in Zero/Azure zurückgreift, größtenteils parallel zu Zero/Azure stattfindet und die Ereignisse aus diesen beiden Spielen spoilt.
Ein Einstieg in Daybreak ist machbar, weil Daybreak an sich relativ Standalone ist. Und würde ich nur Daybreak kennen, würde ich das auch für einen akzeptablen Einstiegspunkt halten. Allerdings wird die Story von Daybreak in Daybreak II fortgesetzt und dieses Spiel wiederum hat massive Verbindungen zu Reverie und beendet zudem auch einen Charakterbogen, der in Trails In The Sky seinen Anfang findet.

Wenn man also nicht mit Trails In Sky anfangen will, weil der PC/das Deck keine Option ist, wäre Trails From Zero der beste Einstiegspunkt. Es fehlt dann zwar das ganze Wissen aus der Sky-Trilogie, aber zumindest nimmt man von da an alles mit.
Grundsätzlich kann man auch auf das Trails In The Sky-Remake warten und dort anfangen, was aber auch nicht ohne Probleme ist, da FC und SC bei Trails In The Sky nicht umsonst für First Chapter/Second Chapter steht, denn FC endet mit einem heftigen Cliffhanger. Kann also durchaus passieren, dass man direkt mit der Nicht-Remake-Version von Sky weitermachen will, was dann aber erstmal ein ziemlicher Schock sein dürfte, weil das Spiel im Grunde 20 Jahre älter ist.

Das grundsätzliche Problem, wegen dem es jetzt auch das Sky FC-Remake gibt, bei Trails ist, dass nicht nur die einzelnen Unterserien eine fortlaufende Geschichte erzählen, sondern sich die fortlaufende Geschichte über alle bisher 12 auf Englisch verfügbaren Spiele spannt. Es gibt permanent Referenzen zu Ereignissen aus früheren Teilen. Spielbare Charaktere und NPCs aus früheren Spielen tauchen in späteren Spielen in unterschiedlicher Form und Relevanz wieder auf. Mal ist das einfach nur ein netter Bonus für Leute, die die älteren Spiele kennen, aber manchmal sind das auch Referenzen und Auftritte, die ein zentrales Element der jeweils neueren Spiele sind.

Wenn man damit leben kann, dass man Wissenslücken hat und bei manchen Dialogen einfach da sitzt und keinen Plan hat, wovon da geredet wird, kann man an jedem Anfang einer neuen Storybogens (also Grün, Gelb und Orange in der Liste da oben) anfangen, allerdings halte ich persönlich alle anderen Startpunkte als Sky FC und Zero für problematisch.

Und das eben nicht nur aus Storysicht, sondern auch weil die Spiele und die Ingame-Welt sich technisch permanent weiterentwickeln und es sich ziemlich merkwürdig anfühlen wird, wenn mit Daybreak anfängt, merkt, dass man mehr von Trails spielen möchte, und dann mit technisch weniger entwickelten Spielen und Gameplay-Systemen konfrontiert ist. Denn neben der fortlaufenden Story ist auch das Gameplay im Grunde fortlaufend. Es basiert immer auf dem gleichen Grundsystem, das aber mit jedem weiteren Teil der Reihe verfeinert und erweitert wird.

Das liest sich jetzt teilweise wirklich abstrakt und natürlich aus Sicht von jemandem, der mit Trails In The Sky angefangen hat und das Glück hatte, dass zu dem Zeitpunkt auch alle Spiele in VÖ-Reihenfolge verfügbar waren (englische Versionen von Zero/Azure existierten bis vor Kurzem nicht), aber es ist auch wirklich schwierig, jemanden, der die Spiele nicht kennt zu erkären, wie die Trails-Serie funktioniert und warum es bessere, schlechtere und ganz miese Einstiegpunkte gibt, ohne dabei massiv zu spoilern.
Das Problem ist schlicht und einfach, dass es im Spielebereich nichts gibt, was vergleichbar wäre. Es gibt die Mass Effect-Trilogie, es gibt Dragon Age, es gibt Herr der Ringe. Und man könnte durchaus sagen, dass manche Einstiegspunkte vergleichbar wären mit dem Einstieg in ME3 oder dem dritten HDR-Buch.
Nur ist die Story von Trails so umfangreich, die Skripts einzelner Spiele länger sind als die gesamte Herr der Ringe-Trilogie. Teilweise sogar um ein Vielfaches länger.

Letztlich sind das auch nur Empfehlungen. Ich bin jetzt Trails-Gatekeeper, der sagt, dass man mit Trails In The Sky anfangen MUSS. Ja, es ist der beste Einstieg. Keine Frage. Der zweitbeste Einstieg wäre Zero. Keine Frage. Aber man kann auch mit Cold Steel oder Daybreak anfangen. Solange man nicht mitten in einem Storybogen oder mit Reverie einsteigt, ist das alles machbar.

Und am Ende ist es eben auch so, dass ich sage, dass man lieber an einem der weniger optimalen Punkte einsteigen sollte, wenn einen dieser am meisten anspricht, als sich von der Komplexität der Reihe abschrecken zu lassen, weil man eben, wenn der Funke überspringt, etwas wirklich Einzigartiges erlebt, das es in dieser Ambitionierheit so im Spielebereich nicht nochmal gibt - mit allen Stärken und auch Schwächen, die diese Ambitionen mit sich bringen.

Da ich hier einer der wenigen sein dürfte, der tatsächlich alles in VÖ-Reihenfolge und 7 Spiele davon auch direkt hintereinander gespielt hat, wären aber Meinungen von Leuten, bei denen das nicht der Fall war, durchaus hilfreich.

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Hier übrigens noch ein Link zu SteamDeckHQ, die alle Spiele auf dem Deck ausprobiert und festgestellt haben, dass die alle spielbar sind:
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Vielen Dank erstmal für die sehr ausführliche Antwort 👍🏻🙂

Bisher habe ich nur kurz in den ersten Cold Steel Teil reingeschaut und in Daybreak 1. Das die Titel so sehr verzahnt sind, wusste ich tatsächlich nicht.

Habe mir jetzt den ersten Teil von Tails in the Sky noch bei Steam geholt. Der ist gerade heute tatsächlich noch im Sale für knapp 8 Euro, da kann man denke ich auch nicht wirklich viel falsch mit machen. Die Grafik stört mich da nicht mal, bei der Komplexibilität und dem Englischlevel bin ich mal gespannt..andererseits ja auch eine gute Übung das mal wieder aufzufrischen :D
 

Thommysoft

Aktuell als Moderator inaktiv.
Team
Vielen Dank erstmal für die sehr ausführliche Antwort 👍🏻🙂

Bisher habe ich nur kurz in den ersten Cold Steel Teil reingeschaut und in Daybreak 1. Das die Titel so sehr verzahnt sind, wusste ich tatsächlich nicht.

Habe mir jetzt den ersten Teil von Tails in the Sky noch bei Steam geholt. Der ist gerade heute tatsächlich noch im Sale für knapp 8 Euro, da kann man denke ich auch nicht wirklich viel falsch mit machen. Die Grafik stört mich da nicht mal, bei der Komplexibilität und dem Englischlevel bin ich mal gespannt..andererseits ja auch eine gute Übung das mal wieder aufzufrischen :D

Stell Dich nur drauf ein, dass jede erste Spiel eines neuen Storybogens und insbesondere Sky FC ziemlich gemütlich anfangen. Grade Sky FC wirkt am Anfang eher wie ein Cozy Game. Das täuscht massiv, weil die Storywriter von Falcom oftmals echte Meistermanipulatoren sind, wenn es um sowas wie Foreshadowing und emotionale Nackenschläge geht.

Was die Grafik angeht, kann ich die Klagen über "die alten Spiele" sowieso nicht ganz nachvollziehen. Ich fand die über weite Strecken sogar ziemlich hübsch für Iso-Perspektive-Spiele.

Der einzige Knackpunkt könnte vielleicht die englische Sprache sein, weil man aufgrund der Textmengen auch in den modernen Trails extrem viel lesen muss. Aber da man den Text nicht automatisch fortlaufen lassen muss, kann man da notfalls immer mal wieder was nachschlagen.

Und manche Begriffe sind sowieso nur Fantasy-Konstrukte, die auch dann nur bedingt Sinn ergeben, wenn man sie übersetzen kann.

Ich rate übrigens dazu, den Turbo-Modus einzuschalten, sobald Du mit dem Kampfsystem einigermaßen vertraut bist. 4-fache Geschwindigkeit in Kämpfen und 2-fache auf dem Field. Das beschleunigt den Spielfortschritt enorm.

Alleine wegen dieser Funktion rate ich auch dazu, möglichst alle Spiele auf dem Deck/PC (ggf. auf Switch) zu spielen, weil die Playstation-Versionen die Turbo-Funktion oft nicht haben und die Spiele ohne Turbo gut und gerne 10-20 Stunden länger sind, ohne dass man wirklich was davon hat.
Davon abgesehen bieten die PC-Versionen auch die meisten Anpassungsoptionen in Bezug auf die Steuerung, was den Wechsel von Spiel zu Spiel deutlich erleichtert, weil sich die Steuerung im Laufe der Zeit mehrfach ändert.
 

Khorny

Moderator
Team
Hier ein Trailer zum englischen Voice Cast des Trails in the Sky Remakes:

The video is played embedded by Youtube. Google's privacy policy applies.
 

Thommysoft

Aktuell als Moderator inaktiv.
Team
Man hätte die Sprecher aber auch zumindest mal einen Satz sagen lassen können.

Interessant wird vor allem, wie umfangreich die Vertonung wird. Sky FC ist zwar vom Skript her eines der kürzeren Trails, hat aber immer noch Unmengen an Text.
 

Khorny

Moderator
Team
Ja, hat mich auch gestört. So musste ich viele Sprecher erstmal "googeln".

Joshua, Estelle, Schera, Olivier usw. haben übrigens allesamt ihre aus Cold Steel / Reverie bekannten Sprecher. Keine Experimente soweit.
 
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