Ich habe es gestern auch angespielt, mich konnte es - leider - in den insgesamt knapp 6 gespielten Stunden auch nicht überzeugen.
Das ganze beginnt zunächst recht interessant. Man bekommt ein paar Storyfetzen mitgeteilt in dem (sehr kurz) der Hintergrund erläutert wird; es ging wohl um Schutzprogramme der Schweden nach dem zweiten Weltkrieg vor einer möglichen Invasion anderer Staaten. Punkt. Man selbst landet dann nach der Charaktererstellung im Schweden der 80er Jahre und muss rausfinden was eigentlich passiert ist und warum keiner - bis auf Maschinen - mehr da ist.
Das ist in den ersten Minuten auch durchaus interessant. Schweden selbst ist ein interessantes Szenario und zumindest im Außenbereich auch grafisch toll dargestellt. Und eine gewisse Zeit geht man auch mit recht großer Motivation dran der Story zu folgen. Man schießt also die ersten Maschinen ab oder "stielt" sich an diesen vorbei, durchsucht Häuser, Autos etc.
Leider lässt die Motivation das zu tun recht schnell nach. Denn leider hat der Hersteller irgendwie vergessen sowas wie Abwechslung zu generieren:
1. Die Häuser die man durchsucht sind irgendwie alle gleich. Gleich aufgebaut, zwei bis drei Grundvarianten, alle je gleiche Zimmer, manchmal farblich verschieden aber das wars. In jedem Haus steht beispielsweise das gleiche Schachbrett in der gleichen Variante rum. Fast alle Häuser sind wie gesagt gleich aufgebaut, so das man da nach einiger Zeit eigentlich gar keine Lust mehr hat die Häuser zu durchsuchen...weil...
2. ..man eh nur ein paar wenige der immer gleichen Gegenstände bekommt. Die Anzahl der Waffen, Munition, etc. ist recht begrenzt. Grundsätzlich nicht verkehrt, es motiviert aber auch bei weitem nicht so wie bei Fallout die Gegend und Häuser zu erkunden weil man eh immer das gleiche sieht..und findet.
3. Sofern man nicht im Koop spielt, ist man doch eigentlich allein in dieser Welt, die Gegnerroboter mal ausgenommen. Das hat mich zeitweise ein wenig an Fallout 76 erinnrt, nur das selbst das die Welt doch lebhafter gestalten konnte. Schweden mag toll aussehen, sieht man von den Innenbereichen ab. Aber man macht wirklich immer einfach nur das Selbe. Ab und an mal ein Elch o.ä, Haustiere scheinen die Schweden da nicht gehabt zu haben.
4. Die Story. Noch so eine Paralele zu Fallout 76, sie wird hauptsächlich durch kurze Gesprächstexte von Anrufbeantwortern beispielsweise mitgeteilt. Die Ansagen sind in schwedisch und untertitelt, was ganz nett ist. Aber mehr auch nicht, den wirklich Stimmung kommt nicht auf.
So ist man anfang noch ganz interessiert auf der Suche nach dem Grund warum die Welt auf einmal mit Robotern voll und mit Menschen leer ist. Leider lässt aber das auch ebenso schnell nach. Immer wieder die von der gleichen Struktur aufgemachten Häuser und Gebiete aufzusuchen um immer wieder die gleichen Sachen vorzufinden in einer schön aufgemachten - aber leeren Welt -, das motiviert auf Dauer nicht..und ich denke selbst im Koop hat man sich recht schnell sattgesehen.
Hier mal eine Einschätzung der GamePro, die PC-Version wurde
hier getestet.
Ich finde es wirklich schade das Avalanche sich hier nicht mehr auf eine lebendigere Welt konzentriert hat. Ein wenig mehr Abwechlslung, interessantere Bereiche die sich zum Erkunden lohnen und das hätte hier wirklich ein ganz gutes Spiel werden können. So ist leider vieles nicht zuende gedacht worden und selbst für den Preis von knapp 40 EUR würde ich zumindest empfehlen sich ein Lets Play Video anzuschauen.
@Pepe: Zu Basenbau oder Siedlung verteidigen habe ich bisher nichts gesehen, leider. Ich habe zwar auch erst 6 Stunden gespielt, momentan lässt mich da aber nichts auf diese Art Abwechslung hoffen.