01. Lies of P (PS5) 7/10
02. Resident Evil Requiem (PS5) 9/10
03. Super Mario Bros. Wonder (Switch) 8/10
04. Resident Evil Requiem (PS5) 9/10
Zweiter Durchgang beendet und ich bin immer noch ziemlich begeistert. Das Spiel ist einfach dick Erdnussbutter mit Erdbeermarmelade drauf. Ich habe mir inzwischen auch so ziemlich jeden Podcast und jede Meinung dazu reingezogen und mir alle Schwächen, die das Spiel durchaus hat, im Detail auseinandernehmen lassen.
Der Grace Part ist imo einfach Peak Resi! Wenn man traditionelles Resident Evil Gameplay mag, ist man hier (höchstwahrscheinlich) voll an Bord. Auch beim zweiten Durchgang war das wieder richtig einnehmend und atmosphärisch, obwohl man weiß, wie der Hase läuft ... oder auch nicht! Da die Zombies ihre eigentlichen Routen auch mal verlassen können und sich dadurch ihre Positionierung im Level verändert, musste ich meine Laufrouten hier und da tatsächlich anpassen. Chapeau, Capcom! Genau an solchen Stellschrauben sollte man bei einem klassischen Spielprinzip drehen.
Und auf Leon lasse ich auch nichts kommen!

Ist RE4R das bessere Actionspiel? Ja, auf jeden Fall! Aber ich rechne Requiem hoch an, dass es die Spielmechaniken eben nicht einfach 1:1 aus RE4 übernimmt. Es ist langsamer, bietet dafür aber auch sehr gut angepasste Enemy Encounters, die viel mehr dynamischen Stealth erlauben, stärker auf Nahkampf setzen und in manchen Situationen sogar überraschende Freiheiten bieten, zum Beispiel Rückzugsmöglichkeiten aus dem Kampf, um die Lage neu zu sondieren (in RE4R eher selten). Das kommt vor allem im leicht verzahnten Raccoon East richtig gut zur Geltung.
Die verrotteten Schwarm Zombies bilden einen schönen Kontrast zu den "frischen", personalisierten Zombies aus dem Sanatorium. Und ja, sie sind ziemlich „spongy“ und stecken einiges an Schaden ein, was nicht immer optimal mit der Stagger-Mechanik harmoniert. Dadurch wirken die Kämpfe etwas zäher und weniger flott als in RE4. Ich empfinde das aber nicht unbedingt als negativ, sondern eher als eine bewusste Neuausrichtung für den gealterten Leon.
Die Progression von Leon ist allerdings ziemlich schwach. Die Koffergröße spielt kaum eine Rolle und am Ende hat man sowieso fast alle Mods an den Waffen hängen. Da merkt man einfach, dass das Spiel etwas zu kurz geraten ist für diese Art von Gameplay-Fortschritt.
Die Kritik an den tristen Umgebungen kann ich auch nur bedingt nachvollziehen. Ich finde die für Resident Evil ungewöhnliche Tageszeit und Lichtstimmung ziemlich gelungen. Auch der häufige Wechsel zwischen dunklen Innenräumen und hellen Außenbereichen funktioniert für mich richtig gut. Klar, vieles wirkt wie aus dem Post-Apokalypse-Playbook ... aber immerhin hat man auf überflüssige Vegetation verzichtet.
Was mir außerdem auffällt: Viele Fans hängen anscheinend viel stärker an der Story von Resident Evil, als ich gedacht hätte. Dazu habe ich ziemlich viel Kritik gelesen und gehört, die ich auch nachvollziehen kann … wenn sie mir nicht komplett egal wäre!

Ich habe es generell nicht so mit Videospiel Storys, und gerade bei Spielen wie RE bin ich ziemlich immun gegen Bullshit Twists und Logiklöcher. Wenn die Story mich von A nach B bringt und mich dabei gelegentlich zum Lachen bringt, bin ich schon mehr als zufrieden.
Was soll ich sagen? Ich vibe immer noch total mit dem Spiel. Das
Waisenhaus war beim zweiten Durchgang allerdings echt ziemlich kacke wie befürchtet und der Anfang zieht sich natürlich etwas, wenn man schon weiß, was passiert. Es ist auf keinen Fall ein perfektes Spiel, oder das beste Resident Evil aller Zeiten! Aber ich habe das Gefühl, die Entwickler hatten richtig Spaß mit dem Ding ... und das merkt man dem Spiel auch an.