Das ist doch alles PillePallePupse - nächste Woche kommt ein Film wo Handmade, ohne CGI und sonstiger FXXXX(?)-Getrickse noch Tradition hat! Die spektakulären Stunts sind und waren bislang alle echt und einzigartig!!! Ich freu mich so auf "S P E C T R E" :victory:![]()
Ok, handmade, ohne CGI und FXXXX-Getrickse stimmt schon mal.
Aber spektakuläre Stunts?
James Bond 007 - Spectre
Man muss der neuen Quatrilogie mit Daniel Craig auf jeden Fall eines zugute halten: Nie zuvor hat es einen so gut zu erkennenden, durchgehenden Storybogen zwischen mehreren 007-Filmen gegeben. "Spectre" schließt unmittelbar an "Skyfall" an, und bindet auch die Vorgänger "Casino Royale" und "Quantum of Solace" aktiv mit ein. Nicht nur der bondtypische Vorspann gibt Hinweise auf frühere Begegnungen und Weggefährten, sondern auch die erste halbe Stunde offenbart dem Zuschauer, dass sich James Bond (erneut sehr gut von Daniel Craig verkörpert) mit seiner Vergangenheit und seinen Taten auseinandersetzen muss und mit der im Untergrund operierenden Schattenorganisation "Spectre" unter der Leitung des zwielichten Franz Oberlander (Christoph Waltz) seine bisher schwerste Aufgabe bevorsteht.
Soviel zum Klappentext.
In der Realität ist der zweite Regieeinsatz von Sam Mendes (er inszenierte bereits den annehmbaren Vorgänger "Skyfall") ein überlanger Laberfilm mit bondtypischen Spielerchen (es kommt ein neuer Aston Martin mit allerhand technischem Firlefanz vor, für genau drei Minuten!), weltumspannenden Verschwörungen (hüstel, kennen wir!), ganz witzigen Schlagabtäuschen zwischen Bond und Q (diese sind wirklich das Beste an "Spectre"!), aber völlig unspektakulären Actionszenen, die so gar nicht in der Tradition der Serie stehen. Hier ist eine "wilde" Verfolgungsjagd mit zwei Supersportwagen gemeint, und eine völlig beknackte Flugzeugjagd durch die österreichischen Alpen. That's it!
"Spectre" ist der längste Bondfilm der gesamten Serie, er dauert an die 150 Minuten (im Kino gab's extra ne Pause), aber der Inhalt hätte in ca. 90 Minuten Platz gefunden. Ganz extrem enttäuscht war ich vom Bondgirl Monica Bellucci. Vielfach angepriesen als eine "Gespielin auf Augenhöhe" existierte ihr Part für gerade mal fünf Minuten, und in der letzten Einstellung mit ihr wirkt sie gar als billiges 50-Euro-Luder. Was für eine Unverschämtheit, eine so tolle Frau so als billiges Flittchen hinzustellen! Schämen Sie sich, Sam Mendes! Léa Seydoux ist zwar nett anzusehen und bekommt auch etwas mehr Zeit am Film mitzuwirken, aber ihr Part ist völlig unwichtig. Einzig Naomie Harris als Eve Moneypenny hat ein paar richtig gute Szenen in Zusammenarbeit mit Daniel Craig bekommen.
Der Film ist nicht wirklich schlecht, aber er ist eben auch nicht gut. All das, was ich an "Casino Royale" und sogar an "Ein Quantum Trost", nämlich die Nonstopaction und die krassen Stunts, gut fand, kommt in "Spectre" nicht vor. Bond labert, und labert, und labert. Dazwischen labern andere über noch andere mehr oder weniger labernswerte Dinge, und dazwischen gibt's Schauplatzwechsel, wo wieder gelabert wird. Nun sind Laberfilme per se nicht schlecht (zum Beispiel, wenn sie von Quentin Tarantino inszeniert werden!), aber in einem Bondfilm hat Gequatsche nichts verloren, da wollen wir Action und coole Sprüche und Oneliner hören. Deswegen enttäuscht "Spectre" auch auf ganzer Linie. Und nichts gegen Christoph Waltz, aber sein Bösewicht ist noch lächerlicher als der leicht tuntige Auftritt von Javier Bardem in "Skyfall". Vor allem im total enttäuschenden Finale und nach seiner Verletzung ist das alles nur noch ein einziger WTF!?-Moment. So ein dröges Finale habe ich noch nie erlebt. Vorbei die Zeiten, wo man den Oberfiesling von einer riesigen Radarantenne schmeißt, oder von einem brennenden Tanklaster in die Luft fliegen lässt. Nein, dieser gibt einfach auf! WAS SOLL DENN DAS?
"Spectre" wird seine Milliarden einspielen (alleine schon wegen der ganzen Filmzuschläge wegen Überlänge und so), aber von den vier neuen Bondfilmen ist er in meinen Augen mit Abstand der schlechteste. Das liegt am Gesamtkonzept, ihn so in die Länge zu ziehen, mit so viel unnötiger Laberei zu füllen und ihn mit einem Bösewicht zu versehen, der so blass bleibt, dass er zur bloßen Stückware verkommt. Das erste Mal, dass ich die Begriffe "Bondfilm" und "Zeitverschwendung" in einem Satz nenne.
Richtig schade!
3/10