Dino Crisis
(Oder Resident Evil 3.5)
Tjo, leider hab ich verpasst, die hübsch repräsentativ aufgemachte Endabrechnung zu screenshoten. Zugemacht wurde der Sack schließlich nach gut sechseinhalb Stunden Nettospielzeit, 34-mal wurde gespeichert, und es wurde tatsächlich eins der 30 (!) Continues verbraten, und zwar beim zweiten Aufeinandertreffen gegen den Großen, Dicken, wo es ziemlich zur Sache geht. Ansonsten sind Speicherpunkte (meist) so großzügig verteilt, dass man im Falle eines Ablebens praktisch nie weit zurückgeworfen wird und folglich auf den Einsatz von Continues (die einen am Raumeingang "respawnen") verzichten kann.
Freigespielte Enden: 1/3. Bummer: Nun gab es nicht nur die Alternativoutfits für das Kaufen und Installieren des Spiels - was ich dem Game übrigens, wenn das damals in der PC-Version auch schon gewesen ist, ziemlich übel genommen hätte -, sondern das ultimative super duper hyper schneiper Über-Item
der Granatenwerfer mit unbegrenzter Munition wird bereits nach Abschließen EINES einzigen Durchgangs freigeschaltet. Wie komplett demotivierend ist das? Sicherlich werde ich zukünftig noch ein, zwei Runs im Spiel machen, aber leider fehlt nun der große Topf Gold am Ende der Straße - oder so ähnlich. Aber hey, da das Spiel die letzten 25 Jahre weitgehend unbeschadet überstanden hat und Capcom halt einfach weiß, wie man's macht ...
Es war eine sehr schöne, sehr runde, sehr in sich schlüssige Erfahrung, die wie man das von Resident Evil kennt praktisch keine Längen aufweist. Ja, dadurch kommt unterm Strich eine eher kompakte Spielzeit zustande, aber der Wiederspielwert ergibt sich ja seit jeher - Ausnahmen (s.o.) bestätigen die Regel - durch den geilen freischaltbaren Bonuskram. Und hey, selbst wenn man gewollt hätte, man hätte den Kram gar nicht im In-Game-Shop erstehen können.
Das Leveldesign bzw. die Ausgestaltung und Verzahnung der verschiedenen Bereiche der Einrichtung, die sich von der Besuchern zugängliche Eingangshalle über die Innereien der Forschungsanlage bis zum Reaktorkern bewegen, ist einfach über jeden Zweifel erhaben. Die Rätsel, die in aller Regel was mit Technikbums zu tun haben und an Computerterminals warten, machen echt Spaß, und obwohl ich das meiste davon noch aufm Zettel hatte, musste ich hin und wieder schon knobeln.
Jedenfalls ist das die wesentlich elegantere Einbindung von Puzzles als einem irgendwelche Schachfiguren oder Juwelen oder, *schauder*, Kurbeln ins Inventar zu klatschen.
Und apropos "Inventar vollklatschen": Das gibt's hier nicht, weil die Keyitems stets separat transportiert werden und somit immer an der Frau sind.
Jau, die Musik - so eine Art Psycho-Freejazz - ist großartig, die Figuren sind großartig, die Handlung wird gut erzählt, wobei ein angenehmer Wechsel aus aktiv Erlebtem in Form von Cutscenes und überall herumliegenden, serientypischen Dokumenten, die Einblick gewähren, geschaffen wird.
Die Inszenierung ist geil. Das ganze Spiel ist geil.
Aber was laber ich eigentlich rum ... wer auch nur entfernt Berührung mit Resident Evil hatte, kennt ja die DNA von Survival-Horror aus dem Hause Capcom.
Die Technik ist übrigens auch ordentlich: Gespielt wurde am PC, wobei sehr wahrscheinlich die 2000er-PC-Version mit einigen Anpassungen die Basis bildet. Aber der Look der PSX-Version wird gut eingefangen, Clipping, matschige Texturen, etwas Wobbeln hier und da inklusive.
Downsides gibt's natürlich auch hier, wobei ich eigentlich nur einen relativ gewichtigen Punkt ansprechen will: Ab der Mitte des Spiels geht das allgemeine Gefühl, einsam und allein inmitten Horden von Viechern zu sein, etwas flöten, weil man regelrecht bombardiert wird mit Dinos - und da tauchen auch die harten Kaliber auf - und es völlig ausgeschlossen ist, die alle so aus dem Weg zu räumen, dass sie eben auch beim nächsten Besuch der Location, und ja, es gibt meistens einen nächsten Besuch, nicht mehr da sind. Dafür reicht die Munition sehr wahrscheinlich nicht aus, zumal in regelmäßigen Abständen neue Viecher spawnen, die es sich in den lustigsten Ecken bequem machen.
Na ja, jedenfalls: Mir war es im Mittelteil deutlich zu oft passiert, dass ich mich in einem engen Gang wiederfinde und nicht einer, sondern zwei von von den fetten, was weiß ich, Fettosauriern den Weg blockieren, und da hilft es tatsächlich, bevor man sich in ein Gefecht begibt, das man sehr wahrscheinlich kriechend verlassen wird - falls überhaupt -, plump an den Viechern vorbeizulaufen bzw. sich zwischen ihnen durchzuquetschen. Auf die Art kassiert man vielleicht einen Treffer, aber die rettende Tür zum nächsten Raum ist meist nicht weit. Zwar verfolgen einen die Dinos zwar hin und wieder auch durch Türen, aber auch dort kann man sie relativ einfach abhängen.
Soll heißen: Richtiger, spannungsgeladener Survival-Horror kam dann nicht mehr auf, sondern man hat halt seine Laufwege gemacht - bei denen übrigens so einige Ehrenrunden gedreht wurden - und die Saurier großteils ignoriert.
Aber gut, es besteht auch die Möglichkeit, dass ich - alter Hamster der ich bin - das Spiel nicht "richtig" oder vielmehr ZU richtig gespielt hab, weil ich am Ende Unmengen an Ressourcen in den über die ganze Einrichtung verteilten Lagerboxen hatte.
Fazit: Extrem geiler Shit, der wie woanders geschrieben weitgehend unbeeindruckt vom Zahn der Zeit geblieben ist.