Jack Newton
Neuankömmling
Hi Khorny,Xenoblade Chronicles 3 (Switch)
Nachdem ich im April schon Teil 1 durch geackert habe, lieferte Teil 3 nochmal deutlich mehr Umfang. Es ist geradezu unfassbar was Monolithsoft hier für eine riesige Welt erschaffen hat, obwohl ich Größe nicht per Definition ausschließlich positiv sehe.
Generell sind die Gebiete hier weitläufiger aber nicht zwingend besser als im Vorgänger. Ich persönlich mochte allesamt die Gebiete von Teil 2 sogar eindeutig lieber, denn diese waren mit ihren verschiedenen Ebenen und Elementen noch lebendiger. Xenoblade Chronicles 3 hat in puncto Gebieten leider einen Nachteil bedingt durch die Story, wodurch es den Gebieten an Dörfern und ähnlichem einfach mangelt. Das ist jetzt kein Kritikpunkt für mich, erklärt aber mein persönliches Ranking.
Auch in Sachen Soundtrack war ich anfangs nicht ganz überzeugt, fand sogar viele Musikstücke eher unspektakulär - hier hat Yatsunori Misuda einfach die besten Melodien im 2. Teil verschossen. Fairerweise muss ich aber einwerfen: Gegen Ende wurde es deutlich besser und daher finde ich den Soundtrack dann insgesamt sehr gelungen. Die Sprachausgabe ist sogar wirklich nahezu perfekt und eine deutliche Verbesserung zu den Vorgängern.
Überhaupt wurden viele Probleme und Schwachstellen der beiden Vorgänger wie schon in Torna, auch hier komplett angegangen und beseitigt. Die nervigen Content-Blocker aus Teil 2 sind zum Glück Geschichte, wie auch das teils sehr verwirrende Kombo-System. Das Kampfsystem ist von allen Xenoblade Teilen eindeutig das Beste, wodurch ich jederzeit perfekt in den Flow gefunden habe. Deswegen war auch die oben erwähnte Weitläufigkeit der Gebiete gar nicht so verkehrt, denn die tolle Spielbarkeit alleine lieferte mir stets den Antrieb um weiter dran zu bleiben.
Wobei man in Sachen Mechaniken diesmal schon wirklich einiges bietet. Allein die Klassen und Fusions-Skillbäume sind schon sehr umfangreich gestaltet. Es gibt so viele Möglichkeiten meine Charaktere zu verbessern, dass ich sie praktisch nicht mehr zählen kann. Etwaige Zweit-Skills und Gems kommen noch on Top. Gleichzeitig ist Geld praktisch komplett wertlos und besitzt keinerlei Nutzen. Vielleicht wäre ein "weniger ist" mehr gar nicht so verkehrt gewesen, aber wer richtig viel Rollenspiel-Content sucht, für den oder diejenige ist Xenoblade Chronicles 3 so ziemlich dass umfangreichste Spiel seit Langem.
Auch der Tenor der Geschichte ist weitaus erwachsener und nachdenklicher als in vorherigen Teilen. Der Fanservice des Vorgängers wurde deutlich reduziert und ist einem ernsten, nicht immer einfach verdaulichen Plot gewichen. Ein wenig habe ich stellenweise die Lockerheit ein bisschen vermisst, aber das ist mein persönlicher Geschmack - ich kann hier nicht beurteilen wie es anderen dabei ging.
Geradezu phänomenal verbessert wurden die Nebenquests, auch wenn ich bis zuletzt unsicher bin ob nicht gerade die "goldenen" Quests eher in den Hauptstrang der Geschichte gehört hätten. Vermutlich wollte man hiermit aber einfach Spielern die Wahl lassen, ob sie wirklich die komplette Geschichte aufsaugen möchten, oder einfach geradlinig die Story durchpeitschen. Ohne die zusätzlichen Missionen wäre ich vermutlich irgendwo zwischen 40-50 Stunden durch gewesen. Tonnenweise Nebenquests habe ich allerdings schon sehr gezielt erledigt, weil oftmals sehr interessante Story-Hintergründe daran hingen. Damit zeigt Monolith abermals wie man gute Nebenaufgaben für Rollenspiele designt.
Ein Kritikpunkt wäre für mich übrigens der Schwierigkeitsgrad - aber rein subjektiv. Wenn man auch nur halbwegs viele optionale Aufgaben erledigt, wird man zwangsläufig irgendwann komplett overpowert durch die Welt von Aionius schreiten. Zwischenzeitlich hatte meine Truppe sage und schreibe 14 Level Vorsprung auf etwaige Story-Bossgegner. Das ist dann wirklich Overkill und man erledigt die Gegner praktisch mit verbundenen Augen oder sogar AFK, wodurch die weiter oben erwähnten Mechaniken schlagartig komplett ihre Bedeutung verlieren. Vermutlich war diese Design-Entscheidung aber goldrichtig, um eben eine gute Balance sowohl für Story-Rusher als auch Kompletionisten zu erhalten.
Ein Highlight war für mich definitiv auch der finale Showdown mit einem großartigen Endboss-Fight.
Die Technik des Spiels finde ich zu guter Letzt wirklich gelungen, auch wenn sich mancher wie schon beim Vorgänger an der flexiblen Auflösung stören mag. Allein die Framerate ist dafür eine Ecke angenehmer und damit wurde meiner Meinung nach der richtige Fokus gesetzt. Einzig die etwas unscharfen Charaktere fallen bisschen störend aus. Kleinere Fehler wie falsch eingeblendete Outfits verzeihe ich Monolith an dieser Stelle gerne.
Alles in allem ziehe ich ein sehr positives Fazit, denn hiermit ist die Xenoblade Saga komplett. Es war ein mehr als würdiger Abschluss, wobei noch viele Anspielungen auf die beiden Vorgänger sichtbar wurden - möchte aber hier nichts spoilern.
Nur wenige Rollenspiele-Studios vermögen es eine so fesselnde und emotionale Geschichte zu erzählen. Ich bin gespannt woran dieses Studio als nächstes arbeitet... vom DLC mal abgesehen, auf den ich mich mal vorsichtig für 2023 (vor)freue.
die Grafik hat mir in Teil 2 auch deutlich besser gefallen. Ich hatte mich sehr auf das neue Spiel gefreut, aber muss zugeben, dass ich jetzt einfach hänge. Ich bin in der City angekommen und einfach von den vielen, vielen Dialogen mega genervt, die gefühlt alle zwei Sekunden eingespielt werden. Ich gebe zu, ich habe das Spiel erst einmal auf "leicht" bzw. "Story" eingestellt, liegt es daran oder wird man mit jeder Einstellung derart "vollgelabert"? Das raubt mir einfach den Spaß. Aber mit deiner Zusammenfassung hast du erreicht, dass ich mich jetzt nochmal dransetzen werde. Das Kampfsystem im Teil davor fand ich witzigerweise viel schlüssiger, aber gut, ich bin ja auch noch nicht besonders weit. Ich erledige allerdings auch alle möglichen Aufgaben und bin extrem sammelwütig, das kostet Zeit ^^. Herzliche Grüße und Dank, Jack