Passt jetzt hier grad stimmungsmäßig nicht wirklich rein, aber ich bin momentan als "Gamer" mehr als happy. Ich kann mich in den letzten Monaten an keinen Tag erinnern, an dem ich die Konsole nicht mit echter Vorfreude eingeschaltet habe.. Mein Problem ist eher, dass der Tag zu wenig Stunden hat.
Also mal ganz ehrlich Leute. Mich reißt hier im Augenblick überhaupt nix mehr vom Sitz. Noch vor einem Jahr habe ich etliche Stunden vor der Konsole verbracht, ja das war schon Sucht. Und jetzt. Also als Rennspielfan, ganz schlecht..... Forza 7 ist irgendwie durch, Horizon 4 sowieso, Wreckfest war der einzige Lichtblick aber nach 3 Monaten gibt's hier auch nichts Bahnbrechnedes neues mehr (Wreckfest ist immer noch das beste neue aus 2019!). Hatte so gehoft auf Grid 2019 aber das ist ja nur noch abzocke. Da kann ich getrost die 360'er Version zocken. Das reicht vollkommen. Habe in meiner Verzweiflung jetzt Gravel durchgespielt. Die Fifa und NHL Reihe ist auch nicht mehr das von früher. Echt schade. Bin wirklich am überlegen ich mein Live Gold Account im Sommer nochmal verlängern soll. Die Ego shooter gehen nicht so ganz an mich. Oder bin ich einfach zu alt für den Kram?
Ich fand die letzten 12-15 Monate einfach nur krass, wenn es um Rennspiele geht. Sicher, die meisten Rennspiele sind vom Produktionsbudget her deutlich unter Forza angesiedelt, was man den Spielen hier und da auch anmerkt. Aber wenn man sich nicht nur als AUTOrennspielfan bezeichnet, waren diese letzten Monate schon echt heftig.
Ich kann mich ehrlich gesagt nicht an einen anderen Zeitpunkt erinnern, an dem man als Rennspielfan in einem Zeitraum von ca. 12 Monaten um die 10 neue spielenswerte Rennspiele finden konnte. Herbst 2018 bis Herbst 2019 haben sich für mich wie Rennspielschlaraffenland angefühlt.
Ehrlich gesagt, glaube ich, dass der GamePass solche Phasen eher hervorruft. Es ist einfach zuviel und vor allem zuviel Masse statt Klasse! Man neigt dann bisweilen dazu, aus dem Spiele-Overkill heraus irgendwelche Sachen auszuprobieren, um die man sonst eher einen Bogen macht, was die Langeweile dann noch verstärkt.
Sehe ich anders. Der Game Pass ist ziemlich stark kuratiert. Die Anzahl an "Masse statt Klasse"-Spielen ist dort ziemlich gering, wenn man sich mal die Durchschnittsbewertungen der Spiele anschaut.
Der entscheidende Punkt dabei ist eher, dass man da mit der richtigen Einstellung ran geht und dass man das Spieleangebot clever managt. Wie beim Spielekauf ist der Schlüssel dazu, genau zu wissen, welche Art Spiele man mag. Und dann schaut man, ob es im Game Pass-Angebot Sachen gibt, die in diese Kategorie fallen. Und wenn man dann nichts findet, muss man sich halt überlegen, ob es Sachen gibt, die man grundsätzlich mal ausprobieren würde, für die man aber außerhalb des Game Passes eigentlich kein Geld ausgeben würde, weil das Risiko des Nichtgefallens einfach zu groß ist.
Und es bringt vor allem gar nichts, die große Auswahl eines solchen Services zu nutzen, um sich gleich dutzende Spiele auf die Platte zu knallen oder sich einen Plan zu erstellen, sich Dies, Dies, Dies und dann Das anzuschauen. Ein Spiel, vielleicht auch 2-3 Spiele auf einmal runterladen, sich diese in Ruhe anschauen und nicht gleich dran zu denken, dass es da ja noch ein Dutzend andere Spiele gibt, die man anschauen will, führt da letztlich eher zum Ziel. Ansonsten setzt man sich mit der Auswahl so sehr unter Druck, dass man gar nicht mehr in der Lage ist, überhaupt noch irgendwas gut zu finden.
Oder anders formuliert: Es geht darum, dass man die Masse an Auswahl kontrolliert, anstatt sich von der Masse an Auswahl kontrollieren zu lassen. Und das ist - wie so vieles - ein Lernprozess, auf den man sich einlassen muss. So sehe ich das zumindest.
Bei Rennspielen haben die Hersteller wahrscheinlich das gleich Problem wie bei Fifa, NHL und Madden, allein die Lizenzkosten fressen einen großen Teil des Budget auf. Und da jetzt so langsam bei den Herstellern der Fahrzeuge angekommen ist, dass die Spiele die Lizenzen brauchen werden diese auch entsprechend teuer angeboten.
Das würde ich so nicht sagen. Die einzige Entwicklung, die man im Rennspielgenre in den letzten Jahren beobachten kann, ist die, dass es immer weniger Big-Budget-Massenmarkt-Rennspiele gibt - First-Party-Rennspiele ausgenommen.
Im Gegenzug blüht dafür aber der Markt an kleineren und spezialisierteren Rennspielen auf. Die Breite des Rennspielmarktes liegt nicht mehr in den Händen von EA, Activision oder Codemasters, sondern vor allem in denen von Big Ben Interactive und THQ Nordic. Auf dem PC kommen noch einige andere Player im Sim-Genre dazu, die aber auch alle kein EA oder Codemaster sind.
Und das führt dazu, dass die Brandbreite an Rennspielen vor allem von AA-Produktionen bedient wird, deren Produkte eher auf ein Enthusiastenpublikum ausgerichtet sind. Für die Rennspielfans, die nicht irgendwie möglichst viele Renndisziplinen in ein einziges AAA-Hochglanz-Produkt reingequetscht suchen, gibt es momentan eine ziemlich große Auswahl an Rennspielen, die oftmals auch deutlich mehr Tiefe haben als die eierlegenden AAA-Wollmilchsäue.