Bin jetzt mit Episode 8 durch. Das Spiel wird immer besser, ich kann es jedem Fan von Resident Evil 4 nur ans Herz legen.
Bisher hat mich nur das Backtracking gestört, aber das ist wohl der 3DS-Technik geschuldet. Wenn man es sich aber genau überlegt, war das Backtracking in den älteren Resi-Teilen auch kein großer Kritikpunkt, denn irgendwann kennt man die Laufwege (eine 3D-Karte zeigt immer den genauen Zielort an, aber dahin laufen muss man ohne eine Hilfe wie bei Dead Space). Natürlich muss man wieder Schlüsselkarten suchen, die dann wieder in völlig neue Bereiche führen, die einem zuvor verschlossen waren. Allein die Neugier, was sich wohl hinter dieser Tür verbirgt, treibt einen immer wieder vorwärts. Ich habe mich bisher noch keine Minute im Spiel gelangweilt.
Wie gesagt, von der Grafik kann man keine Wunder erwarten. Es sieht um einiges besser aus als Resident Evil 4 HD (XBL Arcade), das ja nur hochskaliert wurde, aber schlechter als Resident Evil 5. Dafür gibt es keine Ruckler, kein Tearing, das Spiel läuft mit butterweichen 60 FPS!
Nach bisher etwa 2/3 des Spiels hatte ich (auf leicht) drei Bossgegner besiegt, die denen aus Resident Evil 4 ähnlich waren. Auf "normal" hätte ich wohl ewig gebraucht, wenn ich an den ersten Boss denke, aber auf "leicht" war es leider schon wieder zu einfach, weil man immer zu viele grüne Heilkräuter und Munition findet. Ein Zwischending aus leicht und normal wäre genau das richtige gewesen. Dafür gibt's aber wieder Rätsel, die manchmal leichter, manchmal schwerer sind. Eine gelungene Mischung und ein paar Minispiele um Türen zu öffnen gibt's auch.
Jedenfalls gibt es fast überhaupt keine QTEs mehr, viel weniger als bei Resi 4 (geschweige denn Resi 6!). Das Messer ist jetzt auch manchmal eine wichtige Waffe, denn man kann den Angriff erst mit der "A"-Taste aufladen, bevor man die Zombies (BOWs/Oozes) mit einem mächtigen Angriff wegmessert.
In einigen Missionen muss man auch tauchen, denn auf dem maroden Geisterschiff-Kreuzfahrtdampfer Queen Zenobia, auf dem der Großteil des Spiels verläuft, ist man nicht immer ganz in trockenen Tüchern! Da Jill Valentine, die man die meiste Zeit über spielt, nicht ewig unter Wasser bleiben kann, muss man in einigen Passagen nach Lufteinlässen suchen. Da kommt die gute alte Survival-Horror-Panik auf, aber ohne jemals solche Fruststellen aufzuweisen, wie bei Resi 6.
Der Horror stimmt auch, denn immer wenn man denkt, jetzt ist erst mal Ruhe, schaut man aus Neugier durch einen Sehschlitz einer Tür und dahinter taucht plötzlich in einer gescripteten Schocksequenz ein Untoter auf! Sound und Musik sind auf Top-Niveau und tragen zur genialen Resident Evil-Atmosphäre bei.
Was hätte Capcom für Lorbeeren einheimsen können, wenn sie statt Resident "Chris-of-Duty" Evil 6, damals Revelations in einer blank polierten Fassung für Xbox 360, PS3 und PC veröffentlicht hätten. Verstehe das, wer will...