Naja, billiger Dank irgendwelcher China Billigkopien geht fast bei allem, aber weiß nicht ob das ein wirklich fairer Vergleich ist. Weil solches Zubehör und die Gewinne daraus werden gerne als Querfinanzierung der eigentlichen Konsole mit kalkuliert, damit der Preis dort niedriger bleiben kann und man sich als Firma trotzdem nicht in den Ruin treibt, weil man das Produkt quasi unter Preis an den Kunden bringt. Siehe PS5 digital, die ja so allein wohl ein Minusgeschäft sein soll. Und die Entwicklung der nächsten Hardware will ja auch bezahlt werden.
Wenn man bedenkt, dass die Faceplates erst ein Jahr nach der Veröffentlichung der Konsolen kommen, finde ich es schon ziemlich gewagt, bei den Faceplates jetzt davon zu sprechen, dass sie der Querfinanzierung der Konsole dienen.
Vor allem, wenn man bedenkt, dass man sich den Rest dieses Jahres damit beschäftigt hat, einen Dritthersteller mit Klageandrohungen und Unterlassungserklärungen aus dem Markt zu drängen. Hier hat man einfach gemerkt, dass jemand eine Idee hatte, auf die man nicht selber gekommen ist. Daraufhin hat man versucht, die Konkurrenz auszuschalten und will jetzt den Markt, der anscheinend lukrativ genug ist, selber übernehmen.
Das braucht man sich jetzt als Kunde auch nicht mit Argumenten "Querfinanzierung" schönreden. Das mit der Querfinanzierung hat man uns schon bei den im Vergleich zum PC höheren Software-Preisen und den Preisen für Controller eingeredet. Irgendwann wird das ziemlich unglaubwürdig.
Der Spieleindustrie geht es gut. Die fährt regelmäßig schöne Gewinne ein, die Hardwarebezuschussungen Forschungs- & Entwicklungskosten anscheinend prima kompensieren. Aber das sind halt alles Aktienunternehmen. Und für die zählt halt nicht, dass man einfach nur Gewinne einfährt, sondern die Investitionen der Anleger mit immer höheren Renditen belohnt. Und dafür braucht es halt Gewinnmaximierung, die man z.B. über solche Faceplates erreichen kann.
Das funktioniert aber nur so lange wie die Kundschaft das mitmacht. Von daher finde ich das schon ein bisschen befremdlich, wenn man sich als Kunde immer neue Argumente zurecht legt, um die Handlungen von Unternehmen zu rechtfertigen. Das ist deren Aufgabe und nicht unsere.
Ein Preis reguliert sich normalerweise nach Angebot und Nachfrage. Der Anbieter macht mir ein Angebot für ein Produkt oder Dienstleistung und einen Preis. Und dafür muss der Anbieter Fakten und Verkaufsargumente auf den Tisch legen, mit denen er aufzeigt, warum das Produkt oder die Dienstleistung gut sind und der Preis dafür gerechtfertigt. Und meine Aufgabe als Kunde ist es, ob meine finanziellen Mittel mit dem Angebot im Einklang stehen oder nicht und ob die gelieferten Verkaufsargumente ausreichend sind.
Wenn ich aber von vorneherein in Verhandlung hineingehe, indem ich dem Anbieter die Verkaufsargumente, die er eigentlich bringen sollte, von mir aus auf dem Silbertablett präsentiere, muss ich mich am Ende nicht wundern, wenn ich über den Tisch gezogen werde. Meine Aufgabe als Kunde wäre es also viel eher, das Argument der Querfinanzierung zu hinterfragen als selber die Diskussion einzubringen.