EA schießt Project Cars in den Wind:
Auch wenn die Project Cars-Spiele bestenfalls Spiele waren, wo sich Gut und Schlecht die Waage gehalten haben und SMS als Firma die Könige des Zuvielversprechens waren, sehe ich das insgesamt als herben Schlag für das Genre an. Ich war bei dem Aufkauf von Codemasters durch EA schon skeptisch, ob das am Ende nicht eine ziemlich miese Entwicklung ist. Und ich sehe mich darin leider bestätigt.
Wenn es für EA keinen Sinn ergibt, so viele Rennspielmarken am Leben zu erhalten, hätten sie halt keinen dedizierten Rennspielentwickler dieser Größe kaufen sollen. Zumal es ja hier anscheinend auch nicht Project Cars bleibt, sondern
diesem Bericht nach auch bei Dirt die Axt angesetzt wird. Nun waren die letzten Dirt-Teile jetzt auch nicht großartig und der Dirt Rally-Anteil der Reihe wird halt in WRC weiterleben, aber weniger Marken bedeutet halt auch weniger Auswahl und weniger Marken, die trotz Schwächen verbessert werden können.
Ich bin mir auch nicht sicher, ob die Konzentration auf NfS, WRC, F1 und vielleicht noch Grid wirklich bessere Spiele hervorbringen wird. Der Abwärtstrend bei Codemasters ist vermutlich weniger dem Mangel an Talent zuzuschreiben als eher der Tatsache, dass man hier einfach zu wenig investiert. Markenzeichen der Codemasters-Spiele der letzten Jahre ist ja wirklich, dass man die Spiele in Sachen Umfang auf Ultra-Diät setzt, während gleichzeitig die Monetarisierungsschraube immer heftiger anzieht.
Grid 2019 hatte zu wenig Inhalte. In Dirt Rally 2.0 hat man die Inhalte aus Dirt Rally 1 einfach nochmal als DLC verkauft. In F1 wurden mittlerweile die ganzen klassischen Fahrzeuge rausgestrichen, während man nicht mal in der Lage war, die neuen Kurse des Rennkalenders zeitig zu liefern. Mal ganz abgesehen davon, dass viele der Kurse immer noch weit von der Realität abweichen und man auch da mit Updates teilweie Jahre hinterher hinkt. Und in Grid Legends schafft man es grade so, innerhalb von fast 10 Monaten nur 2 DLCs der 4, die kommen sollen, auszuliefern. Und zwar mit einer Handvoll Autos und effektiv nur einer neuen Strecke.
Der Trend hat jetzt nicht erst unter EA angefangen, aber Codemasters entwickelt sich jetzt nach und nach zu einem so schlechten Rennspielentwickler, dass einem um die WRC-Spiele echt Angst und Bange sein muss.
Im Bereich der Motorradrennspiele ist der Output durch Milestone mit 3-4 Spielen pro Jahr immer noch okay, auch wenn sich da große Veränderungen ebenfalls in Grenzen halten, aber was Autorennspiele angeht, sieht es momentan auf den Konsolen ziemlich übel aus. So Sachen wir Rush Rally Origins, Circuit Superstars oder Art Of Rally sind super, aber halt eben kein Ersatz für Autorennspiele, in denen man mit realistischen Autos in der Third-/First-Person-Perspektive auf echten Rennstrecken fahren kann.
Wenn der Trend anhält, dass das Rennspielgenre weiterhin so arg konsolidiert wird, fürchte ich, dass man als Konsolenrennspieler mit Fokus auf Autorennspiele den PC ernsthaft als Alternative ins Auge fassen muss.