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Machine Head´s Retro-Reigen

Machine Head

Pförtner des Altenheims
Eintrag 4: Risen (Nintendo Switch)

(Quelle: THQ Nordic)
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Einleitung:
Neverwinter Nights saß mir noch etwas in den Knochen und deshalb wollte ich mit einem Titel weitermachen, den ich vermutlich auch beenden wüde. Da mir Gothic 1+2 so gut gefielen, hab ich kurzerhand Risen angeschlossen, denn das wird mir doch sicherlich gefallen, oder?

Ich hab Risen 1 oder 2 Jahre nach Release bereits auf dem PC gespielt, aber irgendwo im Mittelteil die Lust verloren. Erinnern konnte ich mich an eine lebendig wirkende Welt und einen merkwürdigen Bloom-Effekt. Die Fassung für die Switch gab es in einem sehr guten gebrauchten Zustand für wenige Taler, also warum nicht nochmal auf meiner Lieblingskonsole probieren?

Gesagt getan und nach dem geladenen Patch ins Abenteuer gewagt!

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(Quelle: THQ Nordic)

Eindruck:

Der erste Eindruck war... sehr gemischt! Da war zum einen eine spürbare grafische Entwicklung zu den von mir gespielten Gothicteilen zu sehen und zum anderen vereinzelte Elemente, die nicht so recht ins Bild passen wollten. Die Oberweite von Patty meine ich dabei noch nicht mal! Wasser- und Blitzeffekte beispielsweise bilden so ein bisschen das Gegenstück zu dichter Vegetation und einem ansehnlichen Himmel und ja, mir ist bewusst, wie alt das Spiel eigentlich ist.
Aber Piranha Bytes Spiele sind ja nun nicht gerade für ihre technische Opulenz bekannt und auch hier finden sich die Stärken wieder an anderen Stellen.

Da wäre (wieder mal) die fantastisch designte Welt mit ihrer detaillierten Botanik und den vielen kleinen Geheimnissen und Schätzen, die es zu entdecken gilt. Hier schmiegen sich beispielsweise raue Felshänge an dicht bewachsene Flussläufe, die in tiefe Wälder münden. An anderer Stelle blickt man auf ein weitläufiges Tal mit Sumpf und Bauerngehöft. Das alles wird auf eine Art präsentiert, die ich nur als "schön" bezeichnen kann. Wenn man dann noch einen Zeitpunkt mit tief stehender Sonne wählt, ergeben sich Panoramen, die zum verweilen einladen und das trotz der angestaubten Technik!
Auch die Musik untermalt das Geschehen wieder gewohnt unaufdringlich, aber zu jeder Zeit passend.
Der Einstieg ist ebenfalls gewohnt gelungen, wenngleich ich abermals das Gefühl hatte, dass hier die meiste Entwicklungszeit reingeflossen ist und Mitte, sowie Ende nicht mithalten können. Immerhin sind die qualitativen Unterschiede zumindest in meiner Wahrnehmung nicht mehr ganz so krass.


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(Quelle: THQ Nordic)

Trotzdem sind die ersten Stunden in der Hafenstadt, im Sumpflager und in der Festung besonders einprägend. Hier greifen die Quests fein ineinander, man erforscht die wichtigsten Teile der Spielwelt und erschließt sich so nach und nach Charaktere und Handlung. Angenehm fiel mir dabei auf, dass man sachte an die Hand genommen wird und eigentlich immer eine Orientierung hat, wo man als nächstes hin sollte, ohne dass man mit der Nase draufgedrückt wird. Die Dialoge fühlen sich angenehm vertraut und weiterhin kernig an, wobei man Überraschungen nicht erwarten sollte.
Apropos Überraschung: Das Kampfsystem hat eine Generalüberholung erhalten und so kämpft es sich nun deutlich taktischer und fühlt sich weniger Zufällig an. Das bringt uns zwar zu ein paar Stilblüten wie organisiert angreifenden Wildschweinen, aber das hat mich nicht sonderlich gestört. Der gestiegene Anspruch hat bei mir alles in allem für deutlich mehr Spaß im Handgemenge gesorgt!

Wenn der Charakter sich nach etwa 30-40 Spielstunden letztlich als Superheld entpuppt und mal wieder alle retten muss, geht aber leider auch Risen die Puste aus. Da fällt der Endkampf im Vergleich zu den Gothicteilen zwar originell aus und nervige Spielzeitstreckungen sind als solche nicht mehr sooo leicht zu erkennen wie in den Vorgängern, aber es bleibt dabei: Das Ende ist auch hier kein Highlight und fällt im Vergleich zum sehr guten Einstieg ab. (Ist aber auch irgendwo logisch, wenn die größten Stärken, wie das Erkunden der Welt keine Rolle mehr spielen...)


Port:

Der Port ist überraschend gut gelungen, wenn man Gothic 1+2 für die Switch zum Vergleich heranzieht.
Ja, die Performance ist nicht stabil, fällt aber nur minimal unter die 30fps. Der übermäßige Bloomeffekt ist da schon störender, aber wahrscheinlich dem damaligen Zeitgeist geschuldet...
Die sehr spät aufploppenden Objekte fallen leider sehr negativ auf. So steht man beispielsweise mitten im Wald und sieht die Baumkronen aber nur bis in die 2. Reihe... (Oh, da hinten ist ein Feld! Nein, doch nicht... noch mehr Wald...)
Davon ab ist positiv zu bemerken, dass es in meinen Spielstunden keine Abstürze, keine Soundaussetzer oder andere schwerwiegende Probleme gab.
Der qualitative Unterschied zwischen dem Dock- und dem Handheldmodus ist aber schon sehr deutlich. Für mich schon zu deutlich, sodass ich nach zweimaligem ausprobieren nur noch im Dock gespielt habe. Die Auflösung ist ansonsten so niedrig, dass es schwierig ist manche Objekte als solche zu erkennen. Wer also nur eine Switch Light sein Eigen nennt, sollte vielleicht einen Bogen um das Spiel machen.
Die Steuerung ist leicht verändert und bedarf etwas Umgewöhnung, wenn man zuvor die Gothicports spielte. Nach 2-3 Stunden ging aber auch die Kampfsteuerung gut von der Hand.

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(Quelle: THQ Nordic)

Fazit:
Für ca. 25€ neu (Retail) und um die 10€ gebraucht, kann man sich Risen für die Switch schon geben. Mir ist es jedenfalls abseits des Handheldmodus nicht negativ aufgefallen, dass ich an der Switch spielte. Im Gegenteil: Ich konnte auch dieses RPG auf meiner geliebten Konsole nachholen und hatte damit jede Menge Spaß! Aus heutiger Sicht kann man Risen auch ohne Nostalgiebrille noch sehr gut spielen und bekommt ein gutes Rollenspiel, dessen lebendige Welt in den Jahren nichts an ihrer Faszination verloren hat.
 

Machine Head

Pförtner des Altenheims
Eintrag 5: Dungeon Siege (PC)


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(Quelle: Amazon)


Einleitung:
So richtig kann ich mich nicht mehr erinnern, wie ich als junger Mensch an Dungeon Siege im Jahre 2002 gekommen bin. Ich weiß nur noch, dass ich es relativ kurz nach dem Release erstanden habe und mich die Verpackung des Spiels angesprochen hat. Ob ich vorher einen Test gelesen habe, von Freunden etwas hörte oder anderweitig auf das Spiel aufmerksam wurde; ich weiß es schlicht nicht mehr.
Was ich aber mit Sicherheit weiß ist, dass ich sehr gute Erinnerungen an das Spiel habe. Mal sehen, ob diese Erinnerungen nostalgisch verklärt sind, oder man das Machwerk von Chris Taylor auch heute noch gut spielen kann!


Eindruck:
Ein Gehöft im Wald, ein an seinen Wunden verendender Nachbar und seine letzte Bitte an unseren Helden; mehr braucht es nicht, um in Dungeon Siege auf die bevorstehende Reise eingestimmt zu werden. So dachten es sich jedenfalls die Entwickler.
Nach dieser sehr knappen Einführung geht es nämlich schon direkt los: Erste Gegenstände werden hastig eingesammelt und die angreifenden Krugs (eine Art Goblin) werden niedergemacht.
Dungeon Siege macht von Anfang an keinen Hehl daraus, dass die Story wirklich nicht mehr als ein Aufhänger für das Gameplay ist. Von der ersten Minute an geht es ums Leveln und Looten, allerdings sehr deutlich entfernt von der "Diabloformel".
Was meine ich damit?
Zum einen wäre da die Party, die man um sich scharen kann. Bis zu 7 Charaktere oder Esel (mehr dazu gleich) können unseren Helden/unsere Heldin begleiten. Diese Charaktere bleiben abseits des ersten Dialogs so blass wie eine scheibe Toast. Es gibt keinerlei weitere Dialoge untereinander. "Dialoge" ist ohnehin schon zu viel gesagt. Wenn es zu Gesprächen mit NPC´s oder potenziellen Begleitern kommt, rattern diese ihren Text herunter und man klickt auf "annehmen", "ablehnen" "ok" oder "weiter". Die Mitstreiter sind also nicht mehr als das: weitere Kämpfer in unserer Truppe.
Die Esel hingegen fungieren als bewegliche Truhe, die ein deutlich vergrößertes Inventar als die Helden haben.
Meine Empfehlung an der Stelle wäre eine maximale Partygröße von 6 Helden, da sie sich darüber hinaus zu oft die Erfahrung klauen und es zäher wird. Richtig gelesen: Erfahrung wird nicht gleichmäßig aufgeteilt!
Mit der gesammelten Erfahrung lernt man bei Dungeon Siege keine neuen Skills oder Talente. Auch die Attribute werden nicht frei verteilt. Stattdessen steigern die Helden immer genau die Waffenart, die sie gerade benutzen. Die passenden Attribute erhöhen sich dabei selbstständig. Ein Beispiel: Wer ein Schwert führt, steigert den Nahkampf und als Hauptattribut Stärke. Die Geschicklichkeit wird nur langsam verbessert und die Intelligenz so gut wie gar nicht. Neben Nahkampf und Fernkampf gibt es noch 2 Zauberschulen.
Zauber werden wie Waffen und Rüstungen gefunden und zum Zaubern via Zauberbuch angelegt.
Die Kämpfe selbst laufen ähnlich automatisiert ab. Wenn man die entsprechenden Gruppenbefehle unten rechts auswählt braucht man nicht mal mehr die Gegner anzuklicken... Auch das automatisierte Einsammeln der Items kann per Knopfdruck ausgelöst werden. Dungeon Siege kann daher auch mit 40 Fieber und nach einem 12h Arbeitstag entspannt gespielt werden. Genau auf diese Art habe ich es dann tatsächlich auch beendet. 30-60 Minuten am Abend waren eine gute Dosis, um DS durchzuspielen, selbst wenn ich mal richtig platt vom Tag war.

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(Quelle: Moddb)

Ein nettes Detail am Rande: Heil- und Manatränke werden nur soweit getrunken, wie nötig. Der Rest verbleibt in den Fläschchen für die spätere Nutzung.

Spielbarkeit:
Für die damalige Zeit sah Dungeon Siege absolut fantastisch aus! Egal ob Zaubereffekte, die Landschaften (Wälder!!!), Animationen oder der Detailgrad (jedes angelegte Item ist an den Modellen zu sehen). Heutzutage lockt das alles natürlich niemanden mehr hinter dem Ofen hervor. Ich finde aber, dass DS gerade in Bewegung auch heute noch mehr als passabel aussieht.
Für 2002-Verhältnisse gibt es auch ganz angenehme Komfortfunktionen, egal ob automatisiertes Verkaufen oder Kämpfen.
Der Soundtrack des Spiels reicht von unaufdringlich zu episch. Mein Highlight ist hier ganz klar das Maintheme:
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Gewöhnungsbedürftig ist die Kamerasteuerung über die Pfeiltasten - war halt früher so, könnte man argumentieren.
Die 4:3 Auflösungen, die bis maximal 1280x1024 reichen, kann aber auch ich nicht schönreden. Daher rate ich dringend dazu, entweder einen Widescreenmod zu installieren oder in der Config manuell eine andere Ausflösung festzulegen.

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(Meine Heldengruppe kurz vor Schluss)

Fazit:

Gute 24h habe ich bis zum Abspann gebraucht und mich bis dahin durch Wälder, Täler, Ortschaften, Höhlen, Eiswelten, Wüsten und tausende Gegner gekloppt. Das hätte ich wohl kaum getan, wenn ich nicht meinen Spaß gehabt hätte. Ich kann Dungeon Siege heutzutage aber selbst Action-RPG Fans nicht mehr uneingeschränkt empfehlen. Das liegt zum einen an der angestaubten Technik und Bedienung, zum anderen aber auch am Gameplay. Dungeon Siege ist je nach Schwierigkeitsgrad zwar nicht einfach, es spielt sich aber auch nicht sehr direkt, ziemlich automatisiert und die Charaktere können nur minimal beeinflusst werden.
Wer also auf der Suche nach Anspruch, dem perfekten Build und jeder Menge Tastenkombis ist, sollte lieber auf Abstand bleiben.
Wer ein nettes kleines Spiel für die Feierabendrunde sucht, um unkompliziert Monster zu schnetzeln, die anschließend in ihre Einzelteile zerplatzen, der kann Dungeon Siege auch heute noch eine Chance geben.
 

Machine Head

Pförtner des Altenheims
Eintrag 6: Risen 2 (PC)

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(Quelle: Amazon)



Einleitung:
Mein letzter Eintrag ist leider schon wieder eine ganze Weile her. Das hat aber nichts mit Risen 2 zu tun, sondern mit Eintrag Nummer 7, so viel sei schon mal verraten. Mehr dazu dann demnächst.
Übermotiviert wie ich nach den bisherigen Piranha Bytes Spielen gestimmt war, hab ich mir vor einiger Zeit extra die Collectors Edition von Risen 2 für die Xbox gekauft. Moment, für die Xbox? Da oben steht doch "PC"? Ja, genau, denn doppelt hält bekanntlich besser...
Bei sommerlichen Temperaturen hatte ich dann jedenfalls große Lust auf einen Abstecher in südliche Gefilde!

Eindruck:

Nach Einlegen des Xbox360 Spiels in meine Series X hatte ich einen gemischten Eindruck. Es lief zwar sauber und flüssig, sah aber leider einfach nicht gut aus. Fehlende Schatten, rudimentäre Beleuchtung, Körnung und die niedrige Auflösung sagten mir nicht zu. Da war ich von den Switchports besseres gewohnt. Klar, es handelt sich immer noch um ein 360 Spiel, aber da hab ich mir dann doch etwas mehr erwartet. Deshalb bin ich auch sehr schnell (nach ca. 1h) auf die PC Version umgeschwenkt, die sich auch heute noch wirklich sehen lassen kann! Animationen und Gesichter sind auch für Piranha Bytes Verhältnisse hoffnungslos abgehängt, aber Vegetation, Wasser und Ortschaften sehen auch hier wieder toll aus! Das Piratensetting in einer an die Südsee angelehnten Region sorgt zugleich dafür, dass man jede Menge Vegetation und viel Wasser zu sehen bekommt.

Das Piratendrumherum war damals wie heute wahrscheinlich auch die größte Kontroverse des Titels. Kann man mögen, muss man aber nicht. Ich mag Piraten und die Südsee; ich mag romantisch verklärte Abenteuergeschichten mit Säbeln und Schiffen. Wer dem nichts abgewinnen kann, ist hier wohl definitiv falsch. Nachdem die Entwickler auch in den vorherigen Titeln immer mal wieder das Piratenthema durch einige Charaktere und kleinere Questlines aufgriffen, führten sie es hier als übergreifendes Thema ein. Dazu gehört auch, dass man nach einer gewissen Spielzeit Zugang zu einem eigenen Schiff bekommt und fortan von Insel zu Insel reisen kann. Leider nicht selbst gesteuert, aber immerhin mit Ingamevideos dargestellt.

Abseits dieser Kamerafahrten hat die gesamte Inszenierung im Vergleich zu allen vorherigen Piranha Bytes Titeln deutlich zugelegt. Es gibt einige Videosequenzen zu bestaunen, die relevante Storymomente oder -dialoge untermalen sowie deutlich spürbare Höhepunkte in der Storyline, die mit Soundtrack und kleineren (wenig überraschenden) Plottwists aufwarten. Die Videosequenzen sind zwar größtenteils etwas holprig animiert, sorgen aber dafür Risen 2 deutlich fokussierter und linearer Auszurichten. Nebenquests und Inseln aka Erkundungsareale untermauern diese Geradlinigkeit nochmals zusätzlich. Die Inseln sind so überschaubar, dass man sich nicht darin verlieren kann und auch der Erkungsreiz wird nicht mehr so bedient wie gewohnt. Es gibt zwar schon noch einiges zu finden und zu entdecken (Stichwort Schätze) aber das fühlt sich aufgrund der belanglosen Items nicht mehr so belohnend an. Die Nebenquests sind in aller Regel auch schnell abgehakt und können in den meisten Fällen im Vorbeigehen erledigt werden. Auch die Dialoge sind in der Masse leider nicht mehr als floskelhafter Smalltalk. So schnell wie sie abgespult sind, so schnell hat man sie auch wieder vergessen. Da hilft es auch nichts, dass man im Laufe des Spiels eine ganze Schar an Begleitern anhäuft. Abseits eines Hauptthemas das die einzelnen Charaktere umgibt, bleiben sie blass. Schade! So hüpft man quasi von Insel zu Insel, macht dort ein paar Nebenquests sowie die jeweilige Hauptquest dieser Landmasse, erkundet die 4-5 relevanten Ecken und geht dann zur nächsten über.

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(Quelle: Deep Silver)

Auf den Inseln trifft man dann neben Piraten und Inquisition auch auf Ureinwohner.
Die Darstellung letzterer ist in höchstem Maße platt und von Klischees geprägt. Ich bin mir sicher, dass einige hier noch deutlich drastischere Worte dafür finden würden.
Ich hab mich beim Spielen irgendwann damit abgefunden, dass hier die kindliche Vorstellung dunkelhäutiger Menschen in der Karibik bedient wird. Nur echt mit Voodoo, riesigen Kochtöpfen, primitiver Fantasiesprache ("Ulumulu", "Bambule"), Knochen in der Nase und knapper Kleidung.


Spielbarkeit:

Mir hat die Steuerung mit dem Controller einen Tick besser gefallen, aber es lässt sich genauso gut auch mit Maus und Tastatur spielen.
Auch abseits der Eingabegeräte muss man keine Kompromisse befürchten. Breitbild ist genauso an Bord (hihi) wie diverse andere Einstellungen der Moderne.

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Fazit:

Am Ende war ich ehrlicherweise hin- und hergerissen.
Simplifizierung, Austauschbarkeit und Redundanz von Dialogen und Quests stehen definitiv auf der Negativseite. Sich ständig wiederholende Assets (es gibt beispielsweise nur einen einzigen Höhlentyp im gesamten Spiel) fallen ebenfalls sehr negativ auf.

Es gibt aber auch einiges auf der Habenseite:
Die tolle Optik der Inseln habe ich schon erwähnt und so macht das Erkunden auch weiterhin Spaß, auch wenn sich die Belohnungen dafür selten richtig gut anfühlen.
Das Kampfsystem empfand ich wegen des stumpfen Geklickes anfangs als Rückschritt gegenüber Risen 1. Das änderte sich aaer zunehmend mit dem Spielverlauf. Säbelkampf und zwischendurch die Pistolen ziehen? Kein Problem! Voodoozauber und im Notfall Sand in die Gesichter der Feinde streuen? Auch möglich! Trotz der mangelnden Komplexität hat das Kämpfen irgendwie Spaß gemacht.

Eine in meinen Augen große Schwäche der Vorgänger bügelt Risen 2 zudem auch aus: Es fühlt sich endlich so an, als wären alle Spielabschnitte mit gleichem Aufwand produziert worden. Kein nerviges Endgame mit lästigen Grindaufgaben um noch mal Spielzeit herauszuholen, sondern ein homogener Übergang von Einleitung, Hauptteil und Schluss.

Das ganze Spiel fühlte sich sehr kurzweilig an, weshalb ich auch immer wieder an den PC zurückgekehrt bin, um 1-2 Stündchen zu spielen.
Das Ende empfand ich dann sogar als richtig nett und als einen würdigen Abschluss meiner rund 30h Spielzeit, von denen kaum etwas nachhaltig hängen geblieben ist.
Den Soundtrack der Credits mal ausgenommen:
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Wer Lust auf ein Klischeepiratenabenteuer hat, bei dem man nicht viel Hirnschmalz investieren muss, hat hier sein Spiel gefunden. Wer ein tiefes Rollenspielerlebnis sucht, sollte weiter suchen.
 

Machine Head

Pförtner des Altenheims
Eintrag 7: Gothic 3 (PC)


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(Quelle: Amazon)



Einleitung:
Nach all den Piranha Bytes Titeln der letzten Monate wollte ich auch Gothic 3 noch "einwerfen", solange die Eindrücke noch frisch sind und ich so hoch motiviert bin!
Nach kurzem Einlesen welche Mods und Fanpatches man am besten installiert, habe ich mich an diesen bis heute sehr kontroversen Titel gewagt. Mods und Fanpatches übrigens deswegen, da das Hauptspiel ohne diese noch heute nicht richtig läuft und etliche Bugs hat.

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(Quelle: World of Gothic)

Eindruck:

Nach der Introsequenz geht es direkt los und man findet sich ziemlich schnell in einem Kampf gegen diverse Orks wieder. Nachdem man etwa 20 der Grünhäute ohne Probleme niedergeknüppelt hat (gleich zu Beginn!!!!), man anschließend 20 Orkwaffen, Tränke, hunderte Goldstücke und anderes Zeugs findet und der anschließende Dialog ähnlich anspruchsvoll verläuft, schwante mir schon, dass mich hier etwas anderes als in den Vorgängern erwartet.
Man merkt von der ersten Sekunde an, dass hier versucht wurde, ein anderes, ein... riesiges Rollenspiel zu basteln und sich mit den größten zu messen! Dabei wurde komplett aus dem Blick verloren, was Gothic eigentlich ausmacht. Leider ist es nämlich so, dass jedes positive Feature von Gothic 3 auch immer eine deutliche Schattenseite mitbringt und dadurch mit dem Hintern alles was gut ist, wieder einreißt.

Beispiele gefällig? Here we go!

- Die Welt ist wirklich riesig und lädt zum weitläufigen Erkunden ein -> Sie ist auch ziemlich leer und besondere Orte muss man deutlich länger suchen als in den beiden Vorgängern
- Es gibt erstmals eine Wüstenregion die tatsächlich wie eine echte Wüste wirkt und Zeit für die Durchquerung benötigt -> Sie ist auch genauso leer wie eine echt Wüste! Kein Schmarrn, hier kann man ewig laufen, ohne das etwas passiert
- Es gibt soooo viele verschiedene NPC´s, die alle ihrem Tagewerk nachgehen -> mind. 80% davon sagen genau einen Satz und sind reine Staffage
- Der Soundtrack ist fantastisch!!! (später mehr) -> Leider faden die Musikstücke ein und aus und so kann es in manchen Regionen je nach Laufweg vorkommen, dass Musikstücke im Sekundentakt gewechselt werden...
- Es gibt wieder kernige Dialoge -> die belangloser nicht sein können. Selbst mit bekannten Figuren kommt keine Atmosphäre auf
- Es gibt zig Ortschaften -> die alle nach einem ähnlichen Schema aufgebaut sind und nach diesem "abgearbeitet" werden (Ortschaft erkunden-> entweder für die Orks oder gegen sie handeln-> ein anschließender Kampf->weiter zum nächsten)
- Es gibt unzählige Quests! -> die sich teils arg ähneln und in jedem 2. Ort mit anderer Abwandlung vorkommen

und so viel mehr...

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(Quelle: World of Gothic)

Man kann es sicherlich herauslesen, aber meine Enttäuschung sitzt noch immer tief. Das ich mich hier auf ein verbuggtes Spiel einstellen musste und noch heute vor der Vanillaversion gewarnt wird, dass war mir alles vorher bewusst. Das es auch nicht ganz die Qualitäten der Vorgänger erreicht, habe ich ebenfalls schon sehr häufig gehört und gelesen.
Das mich dann aber letztlich so viele Banalitäten, so viel Redundanz, so viel Zweckmäßigkeit und biederster Durchschnitt mit unzähligen Fetchquests erwartet, dass hab ich in der Form wirklich nicht mal im Traum erahnen können!


Spielbarkeit:

Ohne Fanpatch der so gut wie alle Questfehler, Plotstopper, Bugs und Glitches ausbügelt würde ich Gothic 3 nicht spielen. Ehrlich, tut euch selbst einen Gefallen und lasst es dann lieber ganz sein!

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(Quelle: World of Gothic)


Fazit:

Am Ende blieb die große Enttäuschung.


Deshalb habe ich auch 2 Monate für diese paar Zeilen gebraucht. Starte ich es nochmal? Versuche ich einen weiteren Anlauf nach ein paar Wochen? Ich habe 3x einen neuen Anlauf genommen und kam jedes Mal zum gleichen Ergebnis: Ich musste mich zwingen weiterzuspielen. Nicht weil Gothic 3 das schlechteste Spiel aller Zeiten wäre, das sicher nicht. Aber es ist in höchstem Maße durchschnittlich und austauschbar. Dabei will es die Spielzeit mit Laufwegen und Fleißaufgaben ausfüllen, die eingebettet in eine überwiegend leere Welt an meinem wertvollsten Gut (neben meinem Sohn) - nämlich meiner Lebenszeit nagen. Und die investiere ich dann doch lieber in Spiele, die mich nicht nur beschäftigen, sondern gut unterhalten wollen. Nach der 6. Ortschaft, die ich nach Schema F abgearbeitet habe, war dann endgültig die Luft raus. Ich habe abgebrochen.

Gothic endet für mich mit dem 2. Teil.

Eine Sache aber noch zum Ende: Der Soundtrack ist abermals grandios und fällt qualitativ auch beim 3. Ableger nicht ab! Kudos an Kai Rosenkranz!
The video is played embedded by Youtube. Google's privacy policy applies.


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(Quelle: World of Gothic)
 
Zuletzt bearbeitet:

Machine Head

Pförtner des Altenheims
Eintrag 8: Warhammer: Mark of Chaos (PC)

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(Quelle: Bandai Namco)



Einleitung:

Wollte der feine Herr nicht auch mal Strategiespiele vorstellen und nicht nur irgendwelche RPG´s? Ja wo sind sie denn nun, die Strategietitel? Hier ist einer davon und zwar in Form von "Warhammer: Mark of Chaos"!

Es ist der inoffizielle Nachfolger von "Warhammer: Im Schatten der gehörnten Ratte" und "Warhammer: Dark Omen". Letztgenannte gehören übrigens zu meinen Alltime-Favorites was Strategiespiele betrifft und werden hier sicherlich auch nochmal vorgestellt werden.

Zurück zu Mark of Chaos: Kaum zu glauben, aber der Titel kam bereits am 21.11. 2006 auf den Markt. Ich hab das Releasedatum gleich mehrfach checken müssen, denn sooo alt kam mir das Spiel gar nicht vor! Auch nach den ersten Spielstarts und nach Prüfung des UI und der allgemeinen Grafik war ich positiv überrascht. Das sieht auch heute noch ganz nett aus und spielt sich modern.


Eindruck:

Im Gegensatz zu seinen inoffiziellen Vorgängern übernimmt man hier nicht das Kommando über eine bunt zusammengewürfelte Söldnerstreitmacht, sondern über eine Armee einer der teilnehmenden Fraktionen. In den 2 Kampagnen wären das entweder Imperium (Menschen) und Hochelfen oder Chaoskrieger und Skaven (Rattenmenschen).
In beiden Kampagnen startet man jeweils mit den Truppen einer Fraktion, ehe man im Laufe der Geschichte auch Zugriff auf die 2. Armee bekommt und künftig mehrfach hin und herwechselt. So ist wenigstens für etwas Abwechslung gesorgt, da der Großteil der Truppentypen sich aus dem Genrestandard rekrutiert, sich sehr ähnlich spielt und daher leider nur minimal unterscheidet. Neben zahlreichen Speerträgern und Bogenschützen freut man sich dann etwa über eine Höllenfeuersalvenkanone oder ein Regiment Flagellanten.



Die bunten Echtzeitschlachten sind das Herzstück des Spiels und spielen sich allesamt recht flott. Selten dauert eine Schlacht mal länger als 30 Minuten und das Geschehen geht gut von der Hand.
Leider reicht es in der überwiegenden Mehrzahl der Missionen den Gegner kommen zu lassen, bzw. ihn herauszulocken, sodass man die Feinde mit Fernkampf dezimiert, ehe man die Reste im Nahkampf zusammenklopft.
Deshalb freut man sich dann richtig auf vereinzelte besondere Missionen, in denen man beispielsweise eine Festung durch die Einnahme verschiedener Siegpunkte erobern muss oder die Moral einer feindlichen Armee durch ein siegreiches Duell mit deren Anführer bricht.
Apropos Duell. Wie in der Tabletopvorlage können Helden sich gegenseitig zum Duell herausfordern. Dann lösen sich diese aus ihren Regimentern und kämpfen fortan durch einen Kreis markiert, einen Kampf auf Leben und Tod. Leider ist dies nur dürftig animiert und die Kontrahenten spulen schlicht Schlag auf Schlag ab. Hier wäre so viel mehr drin gewesen!
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Verbunden sind die einzelnen Schlachten über die große Kampagnenkarte.
Hier zieht man in den Kapiteln sein Heer über Ausschnitte der alten Welt und macht an verschiedenen Markierungen Halt, die entweder Schlachten, Duelle, Ortschaften oder kleinere Abweichungen davon enthalten. Hin und wieder gibt es auch Abzweigungen, die optionale Missionen ermöglichen.

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Durch gesammelte Erfahrung steigen Regimenter und Helden mit der Zeit auf. Regimenter steigern dabei Tresffsicherheit und andere Werte. Helden dürfen sogar aus jeweils 3 Fertigkeitenbäumen Skills und Buffs auswählen, die sie beispielsweise in den Duellen stärken.
Es gibt auch immer mal wieder magische Gegenstände zu finden, die man beliebig zwischen seinen Helden hin und herschieben kann.
In Ortschaften baut man schließlich seine Armee aus, indem man neue Regimenter rekrutiert, Verluste aus vergangenen Schlachten ausgleicht, Einheitenverbesserungen kauft oder die Mannen segnen lässt.
Der ganze Verwaltungsaspekt macht dabei viel Spaß, ist man doch je nach gewähltem Schwierigkeitsgrad immer wieder in einer finanziellen Zwickmühle und muss sorgsam abwägen, ob man lieber restlos alle Verluste ausgleicht oder vielleicht doch das dringend benötigte Rüstungsupgrade kauft. So wachsen Einheiten einem auch ein bisschen ans Herz. Übrigens: Tot ist Tot. Wird ein Regiment in der Schlacht gänzlich aufgerieben, so ist es auch verloren!

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Diese Erbarmungslosigkeit kommt auch atmosphärisch ganz gut rüber und man bekommt einen netten kleinen Eindruck von der Warhammerwelt und seinen Völkern. Wenngleich das meiste doch eher oberflächlich bleibt, wird doch einiges an Dark Fantasy Charme versprüht. Zudem ist das Spiel dichter an seiner Tabletopvorlage als es Total War: Warhammer ist. Das hat nicht zuletzt auch mit den Größen und dem Aufkommen der Regimenter sowie der Erzählstruktur zu tun.

Spielbarkeit:

Wie schon eingangs erwähnt, ist das Spiel auch heutzutage noch sehr gut spielbar. Etwas ungewohnt ist höchstens die Kameraverschiebung mit den Pfeiltasten anstatt des heute üblichen WASD Layouts.
Außerdem wartet ein recht starker Bloomeffekt im Spiel auf euch, der für diese Zeit leider typisch ist. Ich hab mich aber relativ schnell dran gewöhnt und fand die Optik dann sogar recht hübsch für ihr Alter.
Empfehlen würde ich die englische Synchro, da die Deutsche zwar nicht katastrophal schlecht ist, aber mir unverständliche Ausreißer nach unten hat. Einzelne Sprecher sind gut, einzelne Sprecher sind richtig mies... Schade, dass es dann auch noch Hauptfiguren erwischt... Stefan Kessel kann ich mir beispielsweise nur mit Schmerzen anhören.
Das Balancing ist ähnlich fantastisch wie die Warhammerwelt: Wo man auf "normal" nach manchen Missionen nur mit Mühe und Not den Ausgleich der Verluste hinbekommt, ist das Spiel auf "leicht" nahezu lächerlich einfach und man ertrinkt förmlich im Geld.


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Fazit:

Mark of Chaos ist ein gut gealtertes Strategiespiel im Warhammer Universum, dass neben einem tollen Renderintro durch kurzweilige Schlachten und nette Kampagnen besticht. Leider sind Synchro, Kampfanimationen, Abwechslung sowie Balancing nicht auf hohem Niveau, weshalb es auch damals schon im Wertungsdurchschnitt landete.

Warhammer: Mark of Chaos ist regelmäßig bei GOG für einen schmalen Taler (2,49€) erhältlich und mit dem Addon (Bericht kommt an späterer Stelle) für jeden Warhammerfan spielenswert. Aber auch Strategieliebhaber, die gerade keine Lust auf Basenbau haben, können mal reinspielen und längst vergessene lineare Strategiespielkampagnen erleben.
 

Khorny

Moderator
Team
Spoiler: Der Titel war damals für mich der quasi Einstieg ins Warhammer Universum, und somit quasi auch ein Geburtshelfer für meinen Nicknamen.

Habe dieses Spiel echt geliebt. Es ist einfach sehr einfach und komfortabel zu spielen, ohne dafür erstmal irgendein Algebra studieren zu müssen.

Diese alte Welt von Warhammer gefällt mir auch heute noch besser als diese Steroid-Adaption inzwischen.

Vielen Dank für die schönen Erinnerungen. :)
 
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