Nachdem ich jetzt ein wenig die Insel erkundet habe, hier noch meine weiteren Erfahrungen zum Spielverlauf, Lob und Kritik.
Zur Story. Im allgemeinen bleibt es eigentlich bei dem, was ich hier schon geschrieben habe

Auf der Insel angekommen, stellen wir erstmal fest das wir als ein Mitglied der Händlergilde so ziemlich zwischen den Fronten stehen; auf der einen Seite die religiösen Inquisatoren, auf der anderen die wissenschaftliche angehauchten arabisch geprägte Zivilisation, die sich untereinander nicht sonderlich freundlich gestimmt sind. Dann natürlich die Ureinwohner der Insel, die die anderen Zivilisationen gerne wieder von der Insel haben möchten. Und dazwischen wir. Einen tut uns im Grundsatz vor allem eines, wir sind auf der Suche nach einem Heilmittel um eine Seuche aufzuhalten, die unser Volk dahinrafft. Grundsätzlich sind damit also schon mal recht viele geschichtliche Aspekte mit einbegriffen

Allgemein kann man dem Spiel einen gewissen französischen Touch nicht abstreiten.
Man merkt schon, dass Spider bzw. Focus sich für das Spiel einiges vorgenommen haben. Die Optionen selbst sind manig faltig. Auf welche Seite ich mich stellen will, entscheide ich durch meine Handlungen. Die bringen mir je nachdem Rufpunkte ein. Inwiefern jetzt jede kleine Entscheidung Konsequenzen hat, mag ich noch nicht zu beurteilen. Es wird später aber immer mal wieder auf diese Entscheidungen von anderen verwiesen, was ich schon mal gut finde.
Kommen wir zum
Charakter. Wir können uns da einen selbst zusammenbasteln; ob nun weiblich oder männlich, Haare, Stimme, Gesicht, Tattoo, die Möglichkeiten sind zwar übersichtlich, aber das stört nicht wirklich. Wir entstammen einer reichen Familie mit einem gewissen Ansehen, der Charakter selbst kommt recht positiv rüber. Später entscheiden wir uns noch für
Fähigkeiten, Talente und Attribute. Diese Aspekte sind nicht außer Acht zu lassen und recht clever aufgebaut; gerade da die Talente und Attribute nur nach einigen Leveln wieder verfügbar sind, sollte man sich anfangs schon überlegen auf was man setzt. Fähigkeiten bestimmen in erster Linie ob wir uns auf Einhand/Zweihandwaffen, Schusswaffen oder Magie konzetrieren, Talente beispielsweise auf Eigenschaften wie Stärke und Beweglichkeit, Attribute auf Sachen wie Schlösser knacken, Überredungskunst, etc. - Das ist nicht schlecht aufgemacht und auch wenn man später mit gewissen Kleidungsstücken das ein oder andere Attribut erhöhen kann, gerade anfangs sollte man sich schon überlegen auf was man setzt.
Das
Gameplay selbst, nun es ist ein Action-RPG. Die Gegner sind frei und sichtbar auf der Karte zu sehen, man kann entweder zunächst versuchen per Schleichangriff die Gegner zu überrumpeln oder einfach drauf los. Wirds zu hektisch, kann man auch in eine Art taktischen Bildschirm umschwenken, der das ganze pausiert. Zwei Knopfe sind für leichte/schwere Waffenangriffe vorgesehen, einer zum blocken, einer zum ausweichen. Die Schusswaffen werden mit einem Druck aufs Steuerkreuz ausgelöst, bei der Magie vermute ich gleiches (spiele ich bisher nicht). Allzu kompliziert ist das nicht und unsere beiden Begleiter - welche wir größtenteils frei wählen dürfen - machen ihre Sache zwar nicht überaus intelligent, aber auch nicht sonderlich hinderlich. Wenn man Gegner umgehen will, sollte man dies aber zwingend im Schleichgang machen; die KI Mitstreiter greifen dann nicht an. Man kann zwar ansonsten auch aus Kämpfen flüchten, da aber Leitern etc. bei gezogener Waffe nicht nutzbar sind und man diese im Kampf auch nicht wegstecken kann, nervt das ein wenig.
Grafisch gibts wie gesagt Licht und Schatten; allgemein, gerade auf der Insel ist das ganze recht stimmig anzusehen. Die Städte sehen gut aus, auch wenn nicht wirklich viel los ist, das gleiche gilt für einen Großteil der Landschaften. Bei manchem sieht man aber auch die Bugdetbegrenzung; so ist jeder Palast bisher zwar von der Einrichtung her verschieden, vom Aufbau aber gleich. Das gleiche gilt für die Bewohner, die sich oftmals ähneln, gerade bei den Damen gibt da wohl nur wenige Haarfrisurtrends
Kommen wir zu den
Ladezeiten. Diese gibt es eigentlich nur, wenn ich aus einem der weitläufigen Bereiche in einen anderen wechseln wollt, in Häuser gehen etc. bewirkt keine Ladezeiten. Zwischen den Bereichen zu denen ihr reißt kommt ihr dann in eine Art Lager, wo ihr Waren kaufen könnt, eure Begleiter austauschen könnt oder Sachen herstellen. Die Wartezeit auf den neuen Bereich, welches so in etwa 20 - 30 Sekunden dauern dürfte, kann so verkürzt werden. Da die meisten Bereiche recht groß sind, ist das durchaus vertretbar und gut gelöst. Schnellreisen zu bekannten Orten geht übrigens auch, auch da kommen dann geringe Ladezeiten vor; ich kenne da aber weit schlimmeres.
Was gibts denn zum
positiven zu sagen? Zum einen gefällt mir, dass man viele Quests auf verschiedene Art und Weise angehen kann, teils auch abhändig davon auf was man sich spezialisiert. Als Beispiel eine Mission, in der ich eine Händlerlizenz beantragen wollte, der Aussteller sich aber weitergerte. Ist mein Skill in Sprache hoch genug, kann ich ihn so von den Vorteilen überzeugen. Scheitert dies, ist die Quest aber nicht verloren, hat dann nur mehr Aufwand zur Folge (mit einer weiteren Person reden, etc.). Die Konsequenzen meines Handelns konnte ich vor einer Antwort meist schon ersehen, auch das ist ein Pluspunkt. Das Spiel hat seinen eigenen Charme, aber das mag Geschmackssache sein. Natürlich gibt es auch genügend Aufgaben alá "Sprich mit dem und dem und dann ab nach hier und dort", aber die Handlungen und Antworten waren für mich bisher gut nachvollziehbar. Die zu erkundene Insel wirkt interessant. Es gibt beispielsweise viele Schatztruhen und schöne, farbenfrohe Bereiche.
Es ist aber ganz klar auch kein Triple A Titel; Wettereffekte (Regen) habe ich bisher keinen bemerkt, dafür gibt es verschiedene Tageszeiten; die jeweiligen Ansprechpartner sind immer an ihrer Stelle und dank recht guter Questmarkierungen auch leicht zu finden; das mag die Immersion stören, andere finden sowas vielleicht gar nicht schlecht. Trotz Schnellreise und unbegrenzt Ausdauer vermisse ich aber ab und an beispielsweise ein Pferd zur Fortbewegung. Gewünscht hätte ich mir auch eine Anpassung der Größe der Untertitel; es gibt schlimmeres und ich spiele schon recht weit vom TV weg, dennoch hätten die ein wenig größer sein können. Das ärgert mich aber bei vielen Spielen. Ansonsten, die englische Sprachausgabe finde ich gelungen, die Sprecher reden "very british" und machen Ihren Job soweit gut.
So nach knapp 10 - 12 Stunden kann ich sagen, ich mag dieses Spiel

Hat seine Schwächen, gar keine Frage, aber ist mir irgendwie ungemein symphatisch. Etwas unsicher bin ich noch hinsichtlich der Story selbst, da ich bisher hauptsächlich Nebenquests gemacht habe. Das scheint mir bisher noch ein wenig zu klar hinsichtlich wer ist Gut, wer ist Böse zu sein, aber das kann ja noch werden.