Also ganz sicher bin ich mir noch nicht, was ich von Fallout 4 halten soll. Das Gunplay fühlt sich unterirdisch an, die Landschaft ist nicht unbedingt abwechslungsreich.
Was macht für euch die Faszination an dem Spiel aus?
Es ist so ein typisches Bethesda Spiel, die liebt man, oder nicht
Die Landshcaft finde ich für das Setting schon okay. Es gibt das Umfeld von Boston, die Stadt selbst, das Leuchtende Meer und später durch die beiden DLCs Nuka World (Vergnügungspark) sowie Far Harbor auch einen Ausflug ins eher düstere Maine. Das war für 2014 schon ganz okay so und fasziniert mich auch heute noch.
Hauptsächlich aber auch die Freiheit, zu machen was man will. Man schreibt hier - Bethesda typisch - seine eigene Geschichte. Wer will, folgt einer Fraktion. Aber man kann sich auch bis zu einem gewissen Zeitpunkt seinen komplett eigenen Weg bahnen.
Ich kann hier einiges gestalten; ob ich jetzt Siedlungen beispiwelsweise wieder aufbaue oder nicht, es liegt allein bei mir. Gerade im Survival Modus - den ich hier noch mal uneingeschränkt empfehlen kann - kann das eine wichtige stratgische Komponente sein. Hier habe ich dann auch eine ordentliche Herausforderung..da ist es nichts mehr mit einfach mal ins grüne Jewel (Fenway Park) marschieren, da muss jede Reise geplant werden.
Das Gunplay geht für mich als Nicht Shooter Spieler soweit schon in Ordnung, ich versuche meist eh in den V.A.T.S. Modus zu sehen.
Und irgendwie entdeckt man in jedem Spieldurchgang auch immer wieder mal was neues. Die Nebencharaktere, allen voran Cait und Nick Valentine sind zwar von der Hintergrundgeschichte sicherlich kein Meisterwerk, aber um Welten besser als irgendwelche nichtssagenden Charaktere, wie sie heute gern in irgendwelchen Online und Games as a Service Spielen dargestellt wird. Vieles aus der Hintergrundgeschichte der Falloutwelt wird einem auch einfach gut vermittelt; seien es Einträge in den Computern oder auch Charaktere, man bekommt eine sehr gute Vorstellungskraft, wie kaputt diese Welt eigentlich schon vor dem Fall der Bomben gewesen ist.
Und diese ganze Immersion wird halt im Survival Modus noch mal verstärkt. Da läuft man dann nicht einfach so mit voller Munition und fünf Waffenarten auf drei Supermutanten zu...da segnet man schneller das Zeitliche als alles andere. Es gibt keine Schnellreise (kann man später durch die Bruderschaft abmildern) und Speichern auch nur wenn man schläft..was auch nicht alle zwei Minuten geht, da man sich ansonsten schnell mal eine Infektion einfängt, die wie Hunger und Nahrung schnell auf deine AP geht (VATS und Sprint Modus). Überladen sein geht zwar theoretisch, verursacht aber Schaden. Man muss da wirklich planen wie man vorgeht und was man mitnimmt. Da unbedacht in eine Gruppe von Gegnern zu laufen ist ein sehr sicherer Weg um zu Sterben...und gerade wenn man seinen Charakter später nicht auf den Hauptattributen levelt ist das auch eine sehr lange Spielzeit so.
Das kann alles verdammt frustrierend sein. Aber es gibt auch wenig was einem in einem Spiel glücklicher macht, als mal wieder vollkommen angeschlagen irgendwie noch den Weg in seine Heimstästte oder Werkstatt gefunden zu haben. Man lernt erst hier die Welt erst richtig kennen, die mit kleineren oder größeren Ereignissen und Zufallsbegegnungen immer wieder locken kann. Sachen wie Glasflaschen und Betten in Gebäuden werden erst jetzt wirklich sinnvoll. Und gerade wer ohne Inhalte aus dem Creation Club spielt, wird hier eine ordentlich forderne Spielerfahrung haben.
Das alles begeistert mich an den Bethesda Spielen, so auch in Fallout 4. Die Weltengestaltung und deren Stimmigkeit. Wobei ich beispielsweise die dargestellte Welt in Fallout 3 mit seiner Düsterheit und den grau/grünen Tönen sowie dem Zerstörungsgrad von Washington DC, das man teils nur über dunkle Untergrundbereiche erkunden kann, sogar höher werte. Aber von der Gesamtheit bietet Fallout 4 halt mehr Möglichkeiten
