Far Cry 4 (8,5/10)
Ajay Ghale, der in Kyrat geboren ist und mit seiner Mutter als Kind nach Amerika floh, kehrt Jahre später zurück nach Kyrat um die Asche seiner Mutter zu verstreuen. Dort angekommen, wird er in einen Bürgerkrieg verwickelt, in welchem die Rebellengruppe "Goldener Pfad" gegen die Unterdrückung durch das Regime des selbst ernannten Königs Pagan Min kämpft.
Beim Ausflug nach Kyrat gibt es dank des Open World Spielprinzip viel zu entdecken, zu erbeuten und zu erschießen. Wobei man "Open World" nicht wörtlich nehmen darf, denn es gibt 2 Bereiche auf der Karte die erst zugänglich werden wenn man eine bestimmte Anzahl von Kampangenmissionen abgeschlossen hat. Sollte man versuchen diese Gebiete frühzeitig zu betreten, startet ein Timer der den Spieler nach 10 Sekunden aus dem Gebiet entfernt. Die Hauptmissionen sind toll inszeniert, einige aber auch stark übertrieben. Dennoch wissen sie gut zu unterhalten. Besonders die "Drogentrip Missionen" sowie den 5 teiligen Ausflug nach Shangri La muß man hier hervor heben. Gerade letzteres, die Traumwelt von Shangri La ist dank schön an zu sehender Grafik und toll erzählter Story ein kleines Highlight und eine willkommende Abwechslung vom sonstigen Far Cry 4 Alltag. Man übernimmt hier die Kontrolle über den legendären Krieger Kalinag, der vom einstigen König von Kyrat entsandt wird Shangri La, das Paradies auf Erden zu finden. Dort angekommen, trifft er auf Dämonen, die in Shangri La eingefallen sind. Auf seiner Reise wird er von der Himmelskatze, einem weißen Tiger begleitet dem der Spieler mit RB befehlen kann Feinde zu attackieren. Am Ende der fünften Mission erwartet einen zum dem der einzige Bosskampf im gesamten Spiel, der packend und fordernd inszeniert ist.
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Die Geschichte des großen Kriegers Kalinag und seiner Reise nach Shangri-La gehört zu den beliebtesten Legenden in Kyrat. Leider halten einige Bürger diese Legende irrtümlich für wahr. Diese armen, fehlgeleiteten lndividuen erkennen nicht, dass der einzig wahre Held, den sie brauchen, unser ruhmreicher König Min ist."
Kyrat ist ein Land voller Gefahren, sowohl König Mins Privatarmee als auch jegliches Wildtier will euch an den Kragen. Wie schon im Vorgänger oder auch in den letzten Teilen der Assassins Creed Serie jagd, häutet und rottet man die komplette kyratische Tierwelt aus. Hier werde ich persönlich das Gefühl nicht los, das Ubisoft Tiere hasst. Denn sowohl die Tierart als auch die die Menge an Tieren die es zu erlegen gilt, seht in keiner Relation zum Produkt das aus den Tierhäuten hergestellt werden kann. Als kleines Beispiel: um ein größeres Portemonnaie zu erhalten ist man gezwungen 4 Panzernashörner (!!!) zu töten. Was ist das gefährlichste und angriffslustigste Tier in Kyrat mit dem man sich auf keinen Fall anlegen sollte? Der majestätische Königstiger? Oder etwa das mächtige Panzernashorn? Weit gefehlt: das gefährlichste Raubtier ist der
Honigdachs! Klingt unrealistisch? Dann seht euch das hier an:
Man trifft in Kyrat auf sympatische Charaktere, bei denen die teils bekannten deutschen Sycronsprecher hervorragende Arbeit geleistet haben um ihnen Leben ein zu hauchen. Der Hauptcharackter wird gesprochen von Kim Hasper, den die meißten von uns als die deutsche Stimme von Jim Carrol sowie John "J.D." Dorian aus
Scrubs - die Anfänger kennen. Pagan Min wird von Torsten Michaelis syncronisiert, der deutschen Syncronstimme von Wesley Snipes und Martin Lawrence. Ein besonderes Lob gebührt hier Martin Kauz, der den großartigen Radio DJ Rabi Ray Rana überzeugend vertont hat.
An einigen Stellen gaukelt das Spiel dem Spieler auch vor, das er eine Entscheidungsfreiheit hätte. Der Wortlaut:
"Entscheide über das Schicksal von ...". Die angebliche Entscheidung, die aus 2 Möglichkeiten besteht kann man lediglich in 2 von 4 Fällen treffen. Es ist außerdem vollkommen egal ob man sich in der Hauptkampange für Sabal oder Amita entscheidet, denn beide Enden des Goldenen Pfad Missionsstrang hinterlassen den Spieler mit einem fragenden Gesichtsausdruck und Schuldgefühlen. Nach dem Abspann kann man die beiden speziellen Enden, ausgelöst durch die Entscheidung Amita oder Sabal zu unterstützen in Form einer Videosequenz sehen. Hier für muß man - je nach Entscheidung - 2 bestimmte Orte finden die nicht auf der Karte markiert sind. Bevor man jedoch eines der beiden Szenarien zu Gesicht bekommt, wird Pagan Min zur Rechenschafft gezogen. Auch an dieser Stelle hat man 2 Entscheidungsmöglichkeiten. Was ich dazu anmerken muß - man kann Pagan Mins Worte überprüfen in dem man ein neues Spiel startet und am Anfang nicht aus Pagan Mins Palast flieht, sondern am Tisch sitzen bzw. stehen bleibt bis Pagan Min zurück kehrt. Da durch lässt sich das Spiel auch innerhalb von knapp 15 Minuten abschließen ohne auch nur das geringste von Kyrat gesehen zu haben. Das ist eine fabelhafte Idee die von Ubisoft super durchdacht ist! Des weiteren existiert noch ein geheimes, drittes Pagamin Ende das ich an dieser Stelle aber nicht verraten werde! :zwinker:
Kyrat ist definitv eine virtuelle Reise wert und macht größtenteils auch wirklich Spaß. Wenn man einen Berg erklimmt auf dem man zwei beindruckend riesige Statuen vor findet die man ebenfalls erklimmen kann, dann ist das ein absoluter "Wow Moment" bei dem Ubisoft alles richtig gemacht hat. Die Spielwelt ist mit ihren vielen versteckten Höhlen, religiösen Mysterien und im späteren Spielverlauf herbstlichen Landschaften in sich sehr stimmig. Allerdings scheint nicht immer die Sonne in Kyrat. Es gab einige Dinge und Stellen im Spiel, bei denen ich mit dem Kopf schütteln mußte weil sie für mich einfach unerklärlich sind. Einerseits ist der Wingsuit, mit dem man durch drücken des linken Analogsticks über weite Entfernungen gleitet eine tolle Sache, allerdings nur wenn er funktioniert. Und die Betonung liegt hier definitv auf dem Wort
WENN - denn oft lässt er sich nicht auslösen und man stürzt in den virtuellen Tod. Es gibt zum dem auch Stellen im Spiel die sehr frustrierend sein können. Wenn man am Ende einer Mission, bei der man von einem Quad abspringt und mit dem Wingsuit auf ein Flugzeug zu fliegt (in einer gescripteten Sequenz die man nicht beeinflussen kann) zum wiederholten mal stirbt während sie im sechsten
(!) Versuch, bei dem man exakt das Selbe tut das man auch vorher getan hat, einwandfrei funktioniert dann ist das einfach schlecht programmiert. Der Arenamodus, der in die Hauptmission eingebaut ist, aus jeweils 3 Runden besteht und bei dem man Rang 5 (für 10 :gs

beziehungsweise Rang 10 (für ein einzigartiges Sturmgewehr) erreichen soll ist übertrieben schwer und teilweise echt unfair. Dort Rang 10 zu erreichen war eine echte Qual. Denn oft wird man nicht über die erste Runde hinaus kommen da man seine eigenen Waffen nicht mitbringen darf sondern zufällige Waffen erhält. Wenn dazu noch die Arena Runden von Besitzern der Arena App erstellt wurden und jeglichen Bezug zur Realität vermissen lassen, dann unterstelle ich Ubisoft an dieser Stelle einfach Faulheit.
Ubisoftmitarbeiter A:
"Lass uns ein paar Runden der Arena programmieren."
Ubisoftmitarbeiter B:
"Neee...es ist schon 12, lass uns lieber Mittag essen gehen und eine App herausbringen mit der andere Spieler die Arenarunden erstellen!"
So oder zu mindest so ähnlich muß es bei der Programmierung der Arena abgelaufen sein und jeder der in ersten Runde mit nichts als einer einfachen Pistole gegen ein Nashorn, einen Tiger und zwei Honigdachse antreten mußte bei der einem die Munition aus geht (Tiere verstecken ja bekanntlich keine Munition im Fell) wird mir zustimmen.
Was mich zusätzlich sehr gestört hat, ist der Fakt das man im Gegensatz zu anderen Openworldspielen wie GTA V zum Beispiel bei den unterhaltsamen Nebenmissionen auf Grund der zu Anfang angesprochenen limitierten offenen Welt nicht den kompletten Missionsstrang freischaltet, sondern sich diese Missionen erst freischalten lassen wenn man zwei drittel (24 von 32) Hauptmissionen abgeschlossen hat. Das hat mir gerade bei den Reggie & Yogi sowie den Shangri La Missionen nicht gefallen, da diese super gestaltet sind. Es ist nicht okay wenn man mich mit den ersten 3 Shangri La Missionen "anfixt" und dann, wenn ich unbedingt wissen will wie Kalinags Geschichte endet und wer letztendlich der Hauptdämon ist der Shangri La überfallen hat, sagt:
"Hier ist die vorläufige Grenze der Karte, bevor es weiter geht spiele bitte erst weitere 15 Hauptmissionen" - obwohl die fehlenden zwei Thangka Schriftrollen, durch die man die Shangri La Missionen startet, bereits auf der Karte verzeichnet jedoch bis zum Abschluß der 24. Hauptmission unerreichbar sind. Ein weiteres absolutes "No Go" sind auf der Karte verzeichnete Sammelobjekte, die man jedoch nicht einsammeln kann. Am Flughafen von Kyrat ist auf der Karte ein Tagebuch verzeichnet, das wenn man dort angekommen ist in einem Raum angezeigt wird in dem wenn man ihn betritt nichts zu finden ist. Da wäre ich fast verrückt geworden, ich bin geschlagene 15 Minuten lang immer wieder in den Raum rein und wieder raus. Doch es gab dort einfach kein Sammelobjekt. Ich dachte bereits das es sich um einen Bug handeln muß, bevor ich im Internet nach gelesen habe das dieses Sammelobjekt erst auftaucht nach dem man eine bestimmte Mission abgeschlossen hat durch die man das Sammelobjekt als "Belohnung" erhält.
Drei Charaktere auf die man im Spielverlauf trifft, habe ich besonders ins Herz geschlossen: Reggie & Yogi, die mich mit allem was sie gesagt und getan haben zum lachen geracht haben und deren Missionen...sagen wie mal etwas "speziell" sind sowie DJ Rabi Ray Rana. Die Radiosendungen sind extrem unterhaltsam und sehr lustig. Schade das es immer nur 2 unterschiedliche Radioansagen gibt die erneuert werden wenn man die Hauptmission weiter spielt. Hier es wäre wirklich besser gewesen, alle Radioansagen von Ray Rana anhören zu können. Trotzdem habe ich mich selbst bei der Autofahrt zu einem Missionsgebiet oft dabei erwischt mir die komplette Ansage zu Ende an zu hören bevor ich ausgestiegen bin weil sie einfach so gut geschrieben und vorgetragen sind.
Auch der Coopmodus macht viel Spaß wenn man zu zweit Festungen und Außenposten erobert oder eine der zahlreichen Nebenmissionen absolivert. Schade das die Möglichkeiten, was man gemeinsam unternehmen kann, stark limitiert sind sich die Hauptmissionen nur alleine spielen lassen. Über den grottigen, lieblos dahin gerotzten PVP Modus verliere ich an dieser Stelle mal kein Wort. Meine Meinung dazu kann man
Hier nachlesen.
Fazit:
Insgesamt hat mich Far Cry 4 trotz dieser kleinen Aussetzer sehr gut unterhalten, ich habe Kyrat in knapp 62 Stunden komplett (99,71% - eine Manimühle und einen verlorener Brief fehlen für die 100%. Diese beiden Objekte finde ich aber auf der Karte einfach nicht) erforscht und die Reise hat sich wirklich gelohnt. Für 11,99€ im ultimativen Summer Sale bekommt man wirklich viel Spiel für wenig Geld geboten. Es hat großen Spaß gemacht die Spielwelt zu erkunden da Far Cry 4 vieles, was der Vorgänger falsch gemacht hat, einfach richtig macht. Die Nebenmissionen sind abwecheslungsreich und die Hauptstory ist super inszeniert, auch wenn mir die beiden Enden der Goldener Pfad Hauptmissionen nicht gefallen!
[SPOILER2=Eine Anmerkung zu einem der 3 unterschielichen Pagamin Enden]Pagan Min ist ein charismatischer Gegenspieler der sich - je nach dem welche Entscheidung man trifft wenn man ihn konfrontiert - eventuell als gar nicht so böse heraus stellt wie man es das gesamte Spiel über annimmt und dessen Motivation Kyrat zu unterwerfen absolut nachvollziehbar ist nach dem er Ajay die wahre Geschichte seiner Eltern erzählt.[/SPOILER2]
Ein tolles Spiel das ich trotz einiger Aufreger vorbehaltlos weiter empfehlen kann! :top: