Red Dead Redemption (10/10)
RDR ist nicht nur der beste Western den man in Form eines Videospiels erleben kann, sondern eines der besten Open World Spiele die erhältlich sind.
Die Grafik ist stellenweise atemberaubend - angefangen von der tollen Weitsicht die einem ein Gefühl von Freiheit vermittelt bis hin zu den grandiosen Lichteffekten die von der Rage Engine dargestellt werden. Nach längerem spielen kann man an Hand der Helligkeit bzw. dem Stand der Sonne abschätzen, wie viel Uhr es im Spiel gerade ist. Die unterschiedlichen Orte und Schauplätze bieten eine hohe Vielfalt, was ich bezogen auf einen Western positiv überraschend fand. Einen Ort muß ich hier besonders hervor heben: Chupa Rosa in Mexico. Sobald die Sonne unter geht und man durch die Stadt wandert, versprüht sie durch die vielen kleinen Kerzen auf den Tischen, den Steinöfen, den Laternen die die Stadt beleuchten und auch durch die extrem detaillierte kleine begehbare Kapelle viel Charme. Die Umgebungen sind detailliert und die Animationen einwandfrei, besonders die der Pferde...zu mindest sobald man heraus gefunden hat wie man das verdammte Vieh kontrolliert. Die Syncronisation der Charaktere ist großartig. Dabei vermeidet Rockstar typische Westernklischee Charaktere und schafft es eine wirklich packende und durch weg spannende Story mit einem befriediegenden Ende auf zu bauen. Es gibt keine großen Wendungen oder Storytwists die zum Ende führen. Einige Nebenmissionen sind besonders fesselnd, da sie einfach so verdammt gut geschrieben sind. Manche von ihnen könnten mit Leichtigkeit Teil der Hauptstory sein, dabei haben sie nicht immer ein "Happy End".
Read Dead Redemption zieht den Spieler komplett in seinen Bann. Und das ist nicht nur der Fall, weil ich es mit Cowboyhut und umgebundenen Patronengurt gespielt habe (hey, ihr würdet es genau so machen wenn ihr einen Hut und einen Patronengurt zur Verfügung hättet - das hat ja lediglich zur Atmosphäre beigetragen :fettes Grinsen

, sondern weil es wie ein richtig guter "Spaghetti Western" aufgebaut ist und man sich direkt hinein versetzt fühlt. Es ist erstaunlich das ich Stunden damit verbringen kann Minispiele wie Poker, Black Jack und Liars Dice zu spielen - alles in einem extrem thematischen Setting - und dann, durch den Druck auf eine einzige Taste vom Tisch auf stehen und in jeden meiner Kontrahenten eine Kugel jagen kann nur um im Anschluß den Saloon zu verlassen und mit dieser riesigen, detaillierten Westernwelt belohnt zu werden in der ich sogar noch mehr Zeit damit verbringen kann meine Outlawfantasie

Realität werden zu lassen. Ich könnte Stunden lang über die vielfältigen Möglichkeiten reden, vom Jagen und Häuten der Tiere bis hin zu den vielen kleinen Herausforderugen um neue Kostüme frei zu schalten oder um seine Scharfschützenfähigkeiten zu verbessen in dem man innnerhalb eines Dead Eyes eine gewisse Anzahl von Vögeln aus der Luft schießen muß oder einigen NPCs die Hüte vom Kopf schießt. Die Duelle sind sehr gut inszeniert und erinnern mich an Westernklssiker wie "2 glorreiche Halunken" oder "Für eine Handvoll Dollar".
Besonders gerne habe ich mich auch an der Bar betrunken, die Animationen und Ragdolleffekte wenn John Marston beispielsweise betrunken über seine eigenen Beine stolpert sind hervorragend, ich finde sie sogar deutlich besser als in GTA 4 und GTA 5. Es gab Situationen in denen ich nur wenige Schritte von der Bar weg torkeln konnte bevor ich gestolpert, im Fallen mit dem Kopf auf einen Tisch geprallt bin und mein Kopf im Anschluß auf dem Schoß eines am Tisch sitzenden, Poker spielenden NPCs landete den das Ganze nicht im geringsten zu kümmern schien.
So gut sich das alles auch an hört, ganz frei von kleineren Fehlern ist das Spiel leider nicht. So kam es häufig zu Clippingfehlern wenn ich eine Pflanze aufgesammelt habe bei denen man durch den Boden durch sehen konnte. Einmal war ich sogar in einer Pflanze eingeklemmt und konnte mich nicht mehr bewegen - also mußte ich den letzten Spielstand neu laden. Doch das faire Checkpointsystem macht solche Dinge zu keinem großen Problem. Einmal ist mir das Spiel auch ganz eingefroren. Das passierte beim Laden der Videosequenz einer Storymission. Trotzdem, die positiven Erlebnisse wie Grafik, Spielspaß und die interessanten Nebenstories lassen diese kleinen Ärgernisse nicht ins Gewicht fallen.
Fazit:
Nach all den Empfehlungen für das Spiel hatte ich sehr hohe Erwartungen. Es fängt langsam an, wie jeder gute Western. Und dann öffnet sich die Tür in ein gewaltiges, unvergessliches, virtuelles Westernerlebnis. Das ist meine erste 10er Wertung für ein Videospiel, was nicht bedeutet das Read Dead Redemption perfekt ist und keine Schwächen hat. Doch wie bereits angesprochen - auf Grund all der positiven Erlebnisse ist es insgesamt so gut, das mich die wenigen kleinen Schwächen in keinerlei Hinsicht stören. Es ist definitv eines der beste Spiele dieses Genre (aus meiner Sicht sogar das Beste) an dem sich alle zukünftigen Westerngames messen lassen müssen. RDR ist ein Spiel das man in für immer seiner Sammlung behalten möchte, dabei ist es so nah an der Perfektion wie es nur sein könnte. Klar gibt es immer Verbesserungsideen und das man in einem Multiplayerspiel - das auf Grund der wenigen noch aktiven Server fast tot ist - noch einmal 10€ extra berappen soll damit man dort Poker, Black Jack, Liars Dice, 5 Finger Filet oder Armdrücken spielen kann ist sicher fragwürdig. Eine Multiplayerkampagne für 2 bis 4 Spieler wäre auch eine super Idee gewesen. Aber das ist bei RDR wirklich meckern auf hohem Niveau.
Wenn ihr es noch nicht besitzt - holt es euch. Ihr werdet den Kauf nicht bereuen!