Schlusswort: bisschen spät, da ich schon vor einer Woche damit fertig war und nun auch im HM schon bei 50% bin

Ist eher Lesestoff, wen es interessiert.
Allgemeines:
So, die Karte ist wieder aufgeräumt, die Trucks garagiert. Bis auf den Verlust eines roten Pritschenanhängers, der sich eigenständig auf Lake Ribiere senkrecht in die Fahrbahn versenkt hat, kann ich die Season 15 nur positiv bilanzieren. Es ist ganz allgemein festzuhalten, dass es nach den Seasons 7 und 8 stetig bergauf ging und jede Season eigentlich, natürlich nur subjektiv betrachtet, immer nur besser wurde, was letztlich bedeutet, dass die nunmehr vorliegende Season auch die Beste war. Das lässt für S16 doch einiges erwarten, so es tatsächlich dann die Letzte sein sollte. Ich persönlich habe mich ja sehr auf diese Schneeseason gefreut, weil ich nunmal die Herausforderungen unter erschwerten Bedingungen liebe und weils eben SNOWRunner heißt.
Der Einstieg in S 15 hat mich allerdings kalt erwischt, da ich doch nicht mit so einer geballten Ladung an Hürden und Widrigkeiten gerechnet habe. Es hat mich eine völlige Umstellung meiner sonstigen Routinen gekostet, wie ich SR eben sonst so runterspule. Aber genau da liegt auch der Mehrwert dieser Season. Es packt dich erst der Frust, dann der Trotz und letztlich die Euphorie, Aufgabe um Aufgabe zu erledigen, koste es was es wolle. Sicher hätte man das Eine oder andere anders oder besser machen können, aber seien wir ehrlich, da war nicht so viel besser zu machen, bedingt man als Entwickler im Hinterkopf, dass es ja viele verschiedene Spielertypen und/oder Spielerpsychosen gibt, die alle befriedigt werden wollen. Das ist mit S15 sehr gut gelungen, auch wenn ich mir nicht vorstellen mag, dass ich mit S15 heute neu einsteige und zB den Sleiter mit dem GMC (ohne Upgrades und Spielerlevel 1) aus dem Hauptspiel/Michigan freischalten müsste. Vermutlich würde ich dann SR gleich wieder einmotten und mit derber Kritik bedenken. SR ist mit den Jahren gewachsen und so sollte man auch im Groben die Seasons der Reihe nach bewältigen. Ab Ende des Hauptspieles wird es dann ziemlich egal sein, denke ich.
In S15 hat sich auch der Schwierigkeitsgrad eine neue Krone aufgesetzt, die bisher wohl nur in Amur/Nordägis oder in Kola zu suchen war. Auch Maine war nicht einfach.
Was S15 wohl so attraktiv macht, ist wohl, wie immer, die Karte selbst, die immer wieder zum Verweilen einlädt, alleine um sich nur die Landschaft anzuschauen. Es fasziniert mich immer wieder, wie realistisch und detailliert die Karten gestaltet sind. Wohl hatte ich dieses Mal selbst so viele Bugs wie selten zuvor, aber ich sehe das relativ pragmatisch. Das perfekt choreographierte Spiel wird es wohl nicht geben. Zu viele Parameter, die von zigtausenden Spielern generiert werden, kann der beste Programmierer nicht vorhersehen und bedenken. Von daher muss man eben damit leben, dass, wenn man eine neue Season ab Tag 1 sofort angeht und in kurzer Zeit fertigstellt, es eben zu Unzulänglichkeiten kommt, die manchmal schon kuriose Blüten treiben. Wer sich die ärgsten und offensichtlichsten Bugs ersparen will, müsste wohl erst nach mehreren Monaten der Veröffentlichung anfangen. Wer soll das aushalten? Andere Bugs, wie meine tanzenden Bäume, die an sich keine Auswirkungen auf den Spielfluss haben, stören auch nicht wirklich. Ganz im Gegenteil. Das hat mich eher amüsiert. Mittlerweile hab ich auch rausgefunden, dass man die Bäume ganz bewusst zum Tanzen bringen kann. Das geht, wenn man den Baum als Winch-Ankerpunkt für einen engen Kurvenradius benutzt und dem Baum dann quasi einen Drehimpuls verpasst. Der Effekt überträgt sich dann auch die unmittelbaren Bäume nebenan. Schwarmintelligenz eben.
Spielverlauf: Naja, was soll man da am Besten zusammenfassen. Jeder hat wohl eigene Vorstellungen, wie er/sie ein neues Spiel angeht. S15 war für mich ein Klassiker dafür, dass es ohne vorheriges Scouten und Freischalten der Zusatzaufgaben enormen Mehraufwand bedeutet, als wenn man das so einzeln im Zuge der zufälligen Passage erst aktiviert. Die Wege in S15 sind nicht nur enorm herausfordernd, sondern bestechen vor allem durch gewaltige Distanzen, oft kartenübergreifend. Wer da nicht schon das eine oder andere Cargo mitführt, findet sich bei wiederholten und unnötigen Leerfahrten wieder. Trotz der verschwenderisch platzierten Reparaturshops auf Karte 1, gibt es auf Karte 2 kein einziges, somit ist eine funktionelle Infrastruktur für Karte 2 wohl essentiell. Effektiv deshalb, weil man natürlich auch anders die Karte irgendwann fertig bringt, aber eben mit entsprechendem Mehraufwand an Zeit und Frust. Planungsfehler auf Karte 2 haben unweigerlich Konsequenzen, die mit zusätzlichem Zeitaufwand einhergehen. Mehr den je ist also ein weit vorausschauendes Planen der Schlüssel zum effektivem Erfolg. Sind erst die Fahrwege hergestellt, reduziert sich der Frust und die Spielzeit um ein Vielfaches. Den Plattformlader würde ich ein zweites Mal ganz sicher nicht über die Fähre auf die andere Karte bringen. Hätte ich gewusst oder besser geschaut, wäre das über den Highway überhaupt kein Mirakel gewesen. So war es mein persönliches Armaggeddon schlechthin in dieser Season. Der Rest war eben herausfordernd, aber gut bewältigbar. Warum man auf manche Berggipfel nur regulär zufahren kann, indem man mindestens 2x um den ganzen Berg fahren muss, sei auch so ein dahingestellter Umstand, den ich mal so in den Raum werfe. Auch bietet S15 durch die langen Highwaypassagen gute Gelegenheit mal wieder die flotten Straßentrucks hervorzukramen, wenngleich ich persönlich dafür keinen Anlass sehe. Ich bin in der Regel auch eher die kürzeren Offroadstrecken gefahren und habe dabei doch einige markante Abkürzungen gefunden, manche davon sind wahrscheinlich nicht wirklich als solche geplant gewesen. Die lange Schleife um den Steinbruch mit der Umleitung lässt sich gut abschneiden, wenn man die Direktverbindung an der Steinbruchzufahrt benutzt. Die ist allerdings nicht ganz ungefährlich mit Anhängern. Abkürzungen übers Eis sind immer eine Option, speziell der See beim Anglerfest bietet gute Möglichkeiten, fast direkt zur Tankstelle zu kommen. Der Staudamm ist hervorragend geeignet, um sich gut 50% des Highways zu sparen, hat aber mit kleinen Rädern so seine Tücken. Befahrbare Eispassagen sollte man nach ersten Einbruchserfahrungen bald herausgefunden haben. Da ist es immer vorteilhaft, ein Bergefahrzeug zur Hand zu haben.
Nun letztlich ist S15 doch mehrheitlich an die erfahrenen Trucker gerichtet und das ist auch gut so. Wer nach 4 Jahren Snowrunner immer noch Spaß am Spiel findet, der braucht auch neue Herausforderungen. Wer schon in Amur verzweifelt und das Spiel kübelt, naja, der wird hier ohnehin nie herkommen, weil er/sie keine Kohle für die Erweiterungspacks ausgeben würde. Die leichteren Aufgaben in S15 sind daher eine willkommene Abwechslung im sonst recht fordernden Spiel. Möge S16 noch besser werden.
Ein Satz zum Hardmode: Ich wollte eigentlich nur den Sleiter freischalten, um ihn in anderen Regionen verwenden zu können, bin dann aber hängen geblieben. Nun spiel ich eben mit einem Minimaleinsatz an Trucks (je 1 Sleiter, Mastodon, Kenny, Tatarin) und den Hängern aus dem Spiel. Gekauft hab ich nur die blaue Pritsche und den Serviceanhänger. Die Fehler aus dem Normalspiel habe ich versucht nicht zu wiederholen oder hab eben andere gemacht

Gefühlt reagieren die (selben) Trucks in HM wesentlich träger und anfälliger und fallen auch schneller um oder rutschen ab. Bisher musste ich bereits jeden meiner Trucks samt Anhänger und Ladung irgendwo aus einem Loch bergen, das ich zuvor zigmal fehlerfrei gequert hatte. Das nur so am Rande bemerkt.