Teil 1
Nach ca. 6 Stunden Spielzeit kann ich sagen, daß mich Rage bisher nicht einmal gelangweilt hat, auch wenn es, wie ich finde, nur langsam Fahrt aufnimmt.
Wer sich lieber überraschen lassen möchte, sollte jetzt nicht weiterlesen, da ich zwar keine Missionen spoilern werde, aber doch ein paar Details erwähne, die einem im Spiel die Überraschung nehmen könnten.
Nach einem kurzen und erklärendem Intro landet man kurz darauf in der ersten kleinen Stadt. Wer jetzt "Borderlands" kennt, wird eine Menge Parallelen finden. Kleiner Ort im Nirgendwo, wenige Einwohner, die erst nach und nach erscheinen und kleinere Aufträge haben. Man bekommt Belohnungen, lernt etwas die Spielmechanik kennen, und bleibt weiterhin erst einmal über die politische Lage im Dunkeln. Es gibt die unabhängigen Siedlungen, die Regierung, Mutanten, Banditen und jede Menge schräge Vögel.
Der erste Auftrag allerdings überraschte mich dann doch mehrmals. Es sollte ein "Nest" der Ghosts mit bleihaltigen Argumenten gesäubert werden. Also hinfahren, mit geliehenem Quad, alles erledigen und fertig.
Wer sich noch an Borderlands erinnert, kennt sicher noch einer der ersten Aufgaben, in der eine gewisse Anzahl von Gegnern getötet werden sollte. Man rennt hin, tötet, und holt sich seine Belohnung. Das dachte ich hier auch und fand das nicht sehr spannend. Eher so was zum abhaken. Denkste!
Die Mission selber dauerte für den Anfang schon recht lang. Es gab innerhalb der Mission zwei unerwartete Überraschungen, und bestimmte "Hindernisse" ließen mich wissen, daß ich hier bestimmt kein letztes mal war. Aha?! Fein, fein!
Auch die Gegner waren eine nette Abwechslung. Da gab es die unterschiedlichsten Facetten. Einige suchten gezielt Deckung, andere liefen auf mich zu, wieder andere rückten zurück in den nächsten Raum.
3 Dinge fielen hier sofort auf. Die in Deckung bleibenden waren noch am einfachsten zu kriegen. Die Gegner, die sich vorerst zurückzogen, liefen in den nächsten Raum zurück und waren für mich natürlich nicht mehr sichtbar. Erst als ich ihnen nach ging, fand sie ich sie wieder. Allerdings mit dem Rücken zu mir gewendet. Als wären sie in den nächsten Raum gelaufen und hätten vergessen sich umzudrehen. Erst als ich auch für diese in Schlagdistanz war, sprangen sie in Deckung und eröffneten das Feuer.
Aber am meisten machten mir die Nahkämpfer Probleme. Die Gegner sind zwar unterschiedlich schnell, aber einige liefen teilweise im Zickzack auf mich zu und vollführten teilweise noch Hechtsprünge nach vorne. ich bin hier recht oft ganz schön ins Schwitzen gekommen. Nach vergeblichen Versuchen diese im Lauf zu erledigen, halfen oft nur noch 1 oder 2 Schläge mit dem Gewehrkolben, oder was man sonst an Waffen dabei hat. Mir hat es gefallen.
Überhaupt sammeln sich mit der Zeit eine ganze Menge Waffen an. Vier davon, dazu gehören auch die Fäuste, können in der Schnellauswahl hinterlegt werden. Ihr tragt aber auf wundersame Weise alle bei euch. Darüber mußte ich zwar schmunzeln, war aber auch sehr froh darüber. Denn die erste Zeit werdet ihr nach jeder Patrone lechzen!
Gegner lassen hin und wieder was fallen, oder ihr findet Munition in der Gegend. Trotzdem war ich immer kurz vor knapp! Denn die Gegner halten ganz schön was aus. Dafür habt ihr aber auch die Möglichkeit für jede Waffe unterschiedliche Munition zu kaufen. Von Standard- bis zu Sprengmunition ist sehr viel Ausgefallenes zu haben. Mal abgesehen von den Namen für spezielle Munition, gefiel mir das Projektil, daß erst stoppt, wenn es auf eine Wand trifft. Keine Ahnung wieviele Gegner dazwischen stehen dürfen

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Damit wären wir beim nächsten wichtigen Punkt. Geld! Auch wieder so ein begrenztes Gut. Denn egal was ihr braucht, Reparaturen, jede Patrone, jedes Pflaster, Raketen, Reifen, Schilde, usw., usw., kosten Geld.
Hier gilt, ALLES mitzunehmen, was ihr unterwegs findet. Einiges davon benötigt ihr um selber Dinge herzustellen, was oft günstiger ist, als fertig zu kaufen. Allerdings benötigt ihr dafür wieder Baupläne. Entweder geschenkt, oder teuer kaufen. Wenn ich teuer meine, dann sind das Werte von"nur" vielleicht 200 oder 300 Credits. Nicht viel? Wartet mal ab, wie hoch eure Belohnungen sind
Und ihr benötigt das Geld dringend! Denn wenn ihr kein Geld habt um später mal euren Wagen mit Munition zu versorgen, könnt ihr nur möglichst schnell davon fahren. Allerdings gibt es später Geld für Abschüsse.
Zum Thema Geld komme ich gleich noch einmal. Zurück zum Anfang. Nach der ersten Mission also, und etwas später, aber alles noch im ersten Ort, erhalte ich dann ein Fahrzeug und einen Auftrag für die nächste Stadt.
Und jetzt erst, fängt das Spiel zumindest für mich, richtig an! :thumbsup:
Der erste Ort war nur ein Fliegenschiß, die nächste Stadt aber, verdient schon eher diesen Namen. Hier gibt es denn auch alles, was das Entdeckerherz erfreut. Läden, verschiedene Glücksspiele, waghalsige Autorennen, einen Tuner-Shop, einen Bürgermeister und auch Sheriff, eine Kneipe, eine Anschlagtafel für diverse Jobs, ein Kurierdienst, der Fahrer sucht usw..
Teilweise wußte ich nicht, was ich zuerst machen sollte. Allerdings ergibt sich die Antwort fast von selbst. Ohne Jobs keine Kohle, ohne Kohle keine Waffen, keine Munition, keine besonderen Ausrüstungsteile für euren Wagen.
Noch kurz zu den Wagen, außer Geld benötigt ihr fast noch mehr die "Rennscheine". Diese erhaltet ihr nur, wenn ihr Rennen gewinnt. Denn auch hier gilt, ohne Rennscheine keine Maschinengewehre auf dem Autodach, keine Raketenwerfer, keine Panzerung, keinen besseren Turbo und so weiter, und so weiter...
Wie ihr seht, versteht Rage es prima, die Dinge und Aufgaben miteinander zu verknüpfen. Ganz nach dem Motto: "Ohne Fleiß kein Preis!"
Da war doch was? Ach ja, die Glücksspiele! Und wer jetzt denkt da gehe ich mal eben hin und erspiele mir ein kleines Vermögen... Ha, Ha! Von wegen!
Es gibt in der ersten Stadt zwei verschiedene Glücksspiele. Ein Kartenspiel und ein elektronisches Würfelspiel. Das Würfelspiel erklärt sich nach einmal ausprobieren von selbst. Das Kartenspiel ist da etwas komplexer, aber auch nicht schwer. Auf jeden Fall finde ich beides sehr unterhaltsam und auch motivierend.
Gerade das Kartenspiel ist ein sehr guter Grund, wirklich jede Ecke, aber wirklich jede Ecke, in denen ihr euch ´rumtreibt umzusehen. Ihr werdet im Laufe des Spieles immer wieder unterschiedliche Karten finden, die ihr zunächst nicht gebrauchen/benutzen könnt. Spätestens wenn ihr den Spieler findet, werdet ihr dankbar sein, die Karten gefunden zu haben. Diese, und andere Karten, die ihr noch findet oder durch absolvieren von Aufträgen erhaltet, ergänzen euren Stapel um immer mehr und bessere Karten, die ihr braucht um gegen den Spieler auch in höreren Schwieriegkeitsgraden zu bestehen.
Ihr müßt nicht gegen ihn spielen. Aber einerseits gibt es dafür einen Erfolg, andererseits könnt ihr Geld gewinnen und habt wirklich noch Spaß dabei!
Jetzt zum Würfelspiel. Eine Runde ist sehr kurz und schnell gespielt. Eigentlich eine gute Möglichkeit seinen Reichtum zu boosten. Denn es ist möglich fast jederzeit zu speichern. Ein ganz Schlauer könnte jetzt versuchen eine Runde zu gewinnen. Dann zu speichern. Wieder eine Runde zu gewinnen, erneut speichern usw.. Und wenn er verliert, einfach letzten Spielstand laden. Es funktioniert aber nicht wirklich. Auch hier finde ich, hat Rage es gut gelöst. Man kann zwar mal etwas gewinnen, die Gewinne richten sich nach Wurf und entsprechendem Bonus, aber die Gewinne sind so gering, daß es ewig dauern würde, es zu boosten. Gut so!
Aber das Würfelspiel macht zum Glück auch so Spaß.
Euer, oder die Wagen, sind ein wichtiges Instrument in diesem Spiel. Ihr werdet immer mehr davon Gebrauch machen. Und darum ist es wichtig, diese gut auszurüsten. Welcher Wagen mehr oder weniger Tuning bedarf, bleibt euch überlassen. Die Fahrerei selber ist ganz einfach. RT für Gas, LT zum bremsen und Rückwärts, B für schnelle Wendemanöver. A zum abfeuern von irgendetwas. Dann noch mit LB spezielle Gimmicks
Und das Rasen im Freien macht wirklich Spaß. Ob mit oder ohne Gegner, es sieht einfach nur gut aus. Ihr fahrt allerdings nur aus der Draufsicht von hinten leicht oben. Manches Mal ist auch der ein oder andere Sprung von Nöten. Mehr wird nicht verraten.