Sony verbietet es Marvel, dass Xbox bis 2036 X-Men Spiele bekommt
Das ist ja so nicht so ganz richtig. "Verboten" wird MS nichts.
Sony hat die Exklusivlizenz für X-Men-Spiele bis 2036 erworben. Und in dem Vertrag wurde festgelegt, welche Charaktere dafür verwendet werden dürfen, welche nicht und welche außerhalb der Exklusivlizenz trotzdem in Multi-IP-Family-Spielen (z.B. Midnights Suns) auftauchen dürfen.
Und so lange Microsoft nicht eine Lizenz von Marvel erwirbt, ist es ihnen sowieso verboten, Marvel-Charaktere zu verwenden.
Aus den Dokumenten wird aber nicht ersichtlich, dass das überhaupt von Sony ausgegangen ist. Es kann genauso gut sein, dass Marvel diese ganzen Klauseln im Vertrag haben wollte, weil sie sich von einer so strengen Exklusivität mehr Geld von Sony erhofft haben. Genauso wie Sony vielleicht gerne lockere Klauseln gehabt hätte, um weniger zu zahlen.
Und der Vertrag zwischen MS und Marvel in Bezug auf Blade wird vermutlich ähnlich aussehen. Insofern könnte man vermutlich auch argumentieren, dass es Sony von MS verboten wird, Blade-Spiele zu machen, wenn die Verträge identisch sind. Das wäre aber genauso falsch, weil es Sony auch ohne das Blade-Spiel von MS schon durch Marvel verboten wäre, Blade-Spiele zu machen, weil sie dafür keine Lizenz haben.
Ist scheiße für die Leute, die betroffen sind, aber die Pandemie hat halt auch dafür gesorgt, dass massiv overhired wurde um Infektionen abzufangen, jetzt muss das wieder ausgeglichen werden. Die machen das ja nicht weil sie die Leute ärgern wollen.
Natürlich machen die das nicht, weil sie die Leute ärgern wollen. Die betroffenen Angestellten, die jetzt entlassen wurden und werden, sind denen schlicht egal. Das sind letztlich nur Hindernisse auf dem Weg zu mehr Boni. Wenn die Firmen ihre ganzen Spiele von KI entwickeln lassen könnten, würden das vermutlich so einige tun.
Und das Overhiring ist auch nur das Syptom, aber nicht die Ursache.
In der Pandemie hat die Spieleindustrie massives, ungeahntes Wachstum erlebt, das auch noch gekoppelt wurde mit praktisch kostenlosem Geld, weil so gut wie keine Zinsen gab und daher sowohl Kredite sehr günstig waren als auch Investoren Märkte gesucht haben, die mehr Ertrag abwerfen als die Verzinsungen.
Die Industrie schwamm also plötzlich in Unmengen von Geld, von dem erwartet wurde, dass es sich noch deutlich vermehren sollte, weswegen Investitionen in Personal und somit neue Projekte vorgenommen wurden, die dieses Wachstum gewähren sollten.
Nur hat man an dieser Stelle einfach vollkommen zu kurz gedacht und keine klugen unternehmerischen Entscheidungen getroffen.
Allen mit ein bisschen Menschenverstand hätte klar sein müssen, dass die Pandemie in der damaligen Form nicht ewig anhalten wird und sich die Leute, die zu Videospielen gewechselt sind, mittel- bis langfristig wieder anderen Aktivitäten zuwenden würden. Genauso hätte klar sein müssen, dass die Situation mit den Null- bis Niedrigzinsen nicht dauerhaft anhalten wird.
Mit entsprechender unternehmerischer Voraussicht hätte man für so eine Situation planen müssen, anstatt blind nur auf kurzfritiges Wachstum zu blicken, das jetzt plötzlich nicht mehr da ist. Da jetzt aber von den Investoren (in Aktienunternehmen) erwartet wird, dass jedes Jahr mehr Wachstum als im Vorjahr vorhanden ist und die Spieleindustrie nunmal sehr personalintensiv ist, finden die Einsparungen nun an dieser Stelle statt.
Dass diese Einsparungen aber überhaupt vorgenommen werden müssen, weil hier totale Fehlkalkulationen und Fehlprognosen vorgenommen werden, ist schlicht und einfach ein eklatanter Managementfehler. Und wäre so etwas einem Angestellten auf der Ebene derjenigen, die hier entlassen werden, wäre diese Person vermutlich hochkant rausgeflogen.
Und das wäre auch hier eigentlich die einzig logische Konsequenz, dass erstmal die Verantworlichen ihren Hut nehmen oder zumindest auf Boni und Gehalt verzichten, weil ihrer Aufgabe schlicht und ergreifend nicht gerecht geworden sind.
Aber so funktioniert das in diesen Großunternehmen einfach nicht. Bevor die Verantwortlichen ihren Hut nehmen oder auf Geld verzichten, werden erstmal die Leute rausgeworfen, die die Gehälter und Boni der Verantwortlichen erst ermöglichen.
So tickt dieses ganze System nunmal.
Allerdings wird man erstmal abwarten müssen, ob diese ganzen Entlassungen nicht auch wieder viel zu kurz gedacht sind und Management-Fehlentscheidungen darstellen, weil man in 1-2 Jahren feststellt, dass man doch mehr Personal braucht, als man noch übrig hat.
Und dann steht man vielleicht vor dem Problem, dass diese Massenentlassungen zu einem enormen "Brain Drain" in der Branche geführt haben, da sich die ehemaligen Angestellten aufgrund des Mangel an Jobs in der Branche nach Jobs in anderen Branchen umgesehen haben und aufgrund der eh schon schlechten Arbeitsbedingungen im Spielebereich auch keinerlei Ambitionen haben, zurückzukehren.
Bei den ganzen Entlassungen waren enorm viele Leute dabei, die Senior-Positionen inne hatten. Die zu feuern, ist erstmal logisch, weil die die höchsten Gehälter haben. Allerdings sind das auch die Leute, die am meisten Erfahrung haben. Erfahrung, die dann fehlen wird, wenn man wieder mehr Personal braucht, aber nur Leute für Junior-Positionen oder gar Berufseinsteiger für die offenen Stellen findet.
Man wird abwarten müssen, ob sich die Industrie bzw. vor allem die Großunternehmen hier nicht zweimal ein faules Ei ins Nest gelegt hat und damit die langfristige Entwicklung der Branche durch zu kurzfristiges Denken negativ beeinträchtigt hat.