Ich hatte am Nachmittag gespielt und da war nix von einem Patch zu sehen.
Bei der Gelegenheit wollte ich mal meine Meinung abgeben zum Spiel. Ich bin hier im Hardcoremodus und auf Normal unterwegs. Reicht völlig, war schon oft tot. Fallot 3 war irgendwie leichter...
Ach ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll... Da sind z.B. solche Momente, wo ich im Schleichgang nach Nelson vorgedrungen bin und von einem Bergipfel die Lage analysierte. Die Ortschaft war weit unten im Tal, mit dem bloßen Auge konnte ich bloß 2 Wachposten und einen Köter erspähen, dann noch die gekreuzigten Geiseln.
"Das kann's doch nicht schon gewesen sein?" dachte ich mir so. Die werden sich irgendwo verstecken. Also das Fernglas ausgepackt und rumspioniert. Plötzlich sah ich die Feinde, wie sie sich auf den Wachtürmen verschazt hatten. Ich sah wo und wie viele von denen da unten standen. Ich sah auch, wie ich mich am besten vorkämpfen könnte. Aber ich zögerte noch. Zur linken war ein Sendemast auszumachen. Ich nahm an, dass da noch mehr feindliche Soldaten postiert sein müssen. Bingo! Ich versteckte mich hinter einem Felsvorsprung und schaltete die Gegner blitzschnell im Schleichmodus mit einer schallgedämpften Pistole aus. Nun konnten sie mich nicht mehr von mehreren Seiten einkesslen.
Dadurch, dass ich mit dem Fernglas die Lage erspäht hatte, wusste ich, wie ich den Feind zermürben konnte. Bei verschanzten Eijnheiten habe ich Headshots platziert, bei Einheiten auf dem freien Feld habe ich die Beine weggeballert. So ging es relativ fix und Nelson war unter der Flagge der NCR. War eine echt geile Stelle mit viel Taktik und verschiedenen möglichen Lösungsansätzen.
Jetzt habe ich endlich ein Scharfschützengewehr gefunden. Wiegt nun bloß noch 8 Pfund und hat einen Schalldämpfer dran. Mit dem Ding kann ich schon aus der Ferne die Feinde dezimieren. Ein Schuss, ein Toter. So macht das Spiel unheimlich Spaß.

Ich habe meine Skills und Perks von Anfang an auf diese Waffe ausgerichtet und kann ohne VATS in der Hocke auf gefühlte 1000 Meter alles eleminieren.
Ich spiele ohne Hilfen aus dem www oder Lösungsbuch. So verpasse ich viele Quests und verbaue mir auch welche. Aber das macht für mich den Reiz aus - eben mit den Konsequenzen zu leben. Wenn ich der Meinung bin, dass diese oder jene Fraktion stark im Unrecht ist, dann gibt es Krieg. Und wenn eben Quests nicht mehr lösbar sind danach, mir egal. Dann lebe ich mit meinen Entscheidungen. Es ist auch ein geiles Gefühl, wenn man endlich jemanden findet, der reparieren kann. Hatte bei mir 30 Stunden gedauert.

Oder das Scharfschützengewehr; einmal googeln und ich hätte es gehabt, aber wenn ich sowas selber finde, freue ich mich wie ein kleiner Junge.

Wenn ich mir die ganzen Infos aus dem Netz ziehen würde, wäre die halbe Motivation weg.
Bei der Charakterentwicklung habe ich mich einfach ins kalte Wasser gestürzt. Beim Kapf ums Überleben merkt man ja relativ schnell, wo es einem am meisten mangelt. Genau da habe ich angesetzt und mir nach und nach eine Ein-Mann-Armee gebastelt. Die Freiheiten, die man da hat, sind toll. Mir gefällt auch, wie schlecht man mit einem Plasmagewehr ist, wenn man die Energiewaffen bloß auf 13 geskillt hat. In dem Fall kann man die Knarre gleich wieder wegpacken, da nützt sie einem nichts. Ich stand 4 Meter vor einem Ladenbesitzer und hatte im VATS ca. 40% Trefferwahrscheinlichkeit auf den Kopf gehabt. Jetzt ist der Skill bei ca. 60 und das Plasma bedeutet Tod für meine Gegner.

Ähnlich mit dem Sprachskill. Ist der niedrig, treiben einem die selten dämlichen Antwortmöglichkeiten teils die Tränen in die Augen.

Kann man hingegen gut mit dem Mundwerk umgehen, zeugt die Wortwahl von einer hohen Intelligenz des Charakters. Man spürt also an jeder Ecke, wie die Fähigkeitspunkte den Charakter verbessern.
Dass man nur aller 2 Level ein Perk wählen kann, fördert die sorgfältige Planung der Charaktereigenschaften umso mehr. So wünsche ich mir das.
Der Soundtrack hat mich umgehauen. Bei Fallout 3 hatte der mir gut gefallen, aber dieser hier setzt da nochmal einen drauf. Die Musik bei Doktor Mitchell z.B. ist der Hammer. Oder wenn man nachts durch Gebiete mit starken Feinden latscht, kommt ein Silent Hill-ähnlicher Track. So entsteht eine packende Atmosphäre. Auch die Soundeffekte finde ich klasse, z.B. in Freeside. Da hört man Leute schreien, Glas zersplittern und Hunde bellen. Das macht die Ghettos richtig glaubwürdig und lebendig.
Leider habe ich das Spiel bloß von einem Kollegen geliehen. Der wird das, wenn der nächste DLC kommt, wiedehaben wollen.

Ich hoffe, ich erreiche meine Ziele bis dahin, denn zutun gibt's ja wahnsinnig viel.