Es ist schon heftig was da seit Jahren in der Spielebranche passiert. Phil Spencer hat selbst ja vor kurzem mich in einem Interview auf die Situation bezogen gesagt, dass sich die Branche es gar nicht mehr leisten kann, eine Plattform bei Release auszuklammern.
Würde ich mit ganz vielen "aber"-Einwürfen verbinden. Leisten kann man sich auch die kleinen Releases problemlos, wenn man nicht Aktionäre im Rücken und eine treue Fanbase hat, welche die eigenen Produkte kauft. Um die immer absurderen Wachstumsziele zu erfüllen, genügt ein sehr gutes Nischenprodukt für eine Plattform (oder selbst für alle!) einfach nicht. Firmen wie Microsoft, Sony etc. haben ein Problem, da der natürliche Zuwachs an Wachstum seinen Höhepunkt überschritten hat. Abseits von China wächst der Markt nicht mehr, und selbst wenn alle Releases Multi gehen, werden sie in mehreren Jahren wieder das gleiche Problem haben. Dann kann man aber nur noch an der Preisschraube drehen, da es nichts mehr zu verteilen gibt.
Der Move den Microsoft aktuell z.B. fährt, wird ihnen kurzfristig mehr Profite liefern, sie langfristig aber obsolet machen, und dann im kompletten Crash der Plattform enden. Microsoft hätte nach der Activision-Übernahme den langen Weg nehmen müssen, dann wären sie in spätestens 10 Jahren der dominierende Player gewesen, an dem die Branche nicht vorbeikommt. Ihre Multiplattform-Releases werden sie hingegen jetzt erst so richtig unattraktiv machen.
Es erklärt aber noch nicht so ganz wie es dazu kam. Sicher, die Covid Zeit mag einige Studios geblendet zu haben, die Goldgräberzeit ist aktuell vorbei. Aber da muss sich doch die ganze Branche, die ja weiterhin wächst, ordentlich verkalkuliert haben.
Das war natürlich die Ursache für die kurzfristigen Probleme. Die jetzt mit der Dampfwalze platt zu machen, indem man zehntausende Entwickler (und deren Studios) niederknüppelt, wird die Probleme hintenraus aber wieder verstärken - zumal man vermutlich darauf spekuliert, die Entwickler dann mit KI zu kompensieren.
Gleichzeitig versucht man ja wie gehabt, Wettbewerb zu unterbinden, indem man Studios erst abhängig macht (Gamepass Modelle) oder aufkauft, um sie dann irgendwann einzustampfen. (Tango, Arkane) Weniger Konkurrenz gibt den Top Playern eben mehr Potential, die verfügbare Kaufkraft auf ihre Plattformen und Produkte zu konzentrieren. Ich glaube schon 2005 hatte EA das Xbox Spiel Lamborghini vom Markt gekauft, nur um es dann sofort einzustellen, aus Angst vor Konkurrenz für Need for Speed. Was da in den Vorstandsebenen der Branche passiert ist absolut krank.
Bei dem Studio von Visions war die Schließung vermutlich schon lange beschlossen, und die haben genau so wie viele Studios von z.B. Embracer, nur noch das Produkt fertigentwickeln sollen, ehe dann die Lichter ausgehen. Da werden sicher noch ganz viele Studios folgen. Ich hoffe einfach die guten Entwickler finden dann einen Weg in die Unabhängigkeit, und im Zweifel müssen sich die weniger budgetierten Titel nicht hinter Sachen mit mehr Budget verstecken. Gute Entwickler bleiben einfach gute Entwickler.
Sorry, da bin ich raus. So sehr ich gerade Singleplayer Spiele auch mit Day One Käufen unterstütze, aber irgendwo hört es auf. Zumal ich bei Star Wars ja nicht mal sicher bin ob es nicht den gleichen Weg wie ein The Crew geht.
Dito.
Wenn ich überhaupt noch was zu (oder kurz nach) Release kaufe, dann nach den ersten Eindrücken dazu, und nur von AA-Studios oder Indies, bzw. Firmen die wirklich hochwertige Produkte ohne fragwürdige Methoden veröffentlichen. Die Aktivierung von Outlaws genügt mir auch schon, um jedes Interesse daran im Keim zu ersticken. Ich mache einfach nicht mehr mit, und unterstütze mit meinem Geld gute Entwickler, guten Journalismus und gute Produkt-Philosophien. Aus dem Alter, wo ich mich von Pornografik und Style over Substance noch blenden lasse, bin ich zum Glück raus.