Suicide Squad: Kill the Justice League
Das Spiel bietet so gut wie alles, was mir an Rocksteady-Titeln gefällt: wunderbar immersives Worldbuilding, charakteristisches Artdesign, packendes Storytelling und viele unterhaltsame Figuren. Abgerundet wird das Ganze durch eine hervorragende (englische) Synchronisation und Figurendarstellungen, die es in dieser Qualität nur selten zu sehen gibt - vor allem die Gesichtsanimationen sind unfassbar gut gelungen.
Was ich nicht erwartet hatte, ist, dass mich das Gameplay so packt. Das Gunplay fühlt sich überraschend befriedigend an, die Sounds sind wuchtig und die Steuerung fällt relativ direkt aus. Aber das Beste ist: Das Movement - es macht süchtig! Es hat zwar einen gewissen Skillgap - was ich sehr begrüße - , aber nachdem ich es verinnerlicht hatte, wollte ich den Controller nicht mehr weglegen, denn ähnlich wie in
Doom Eternal oder
Returnal, hat bei mir der Flow State eingesetzt. Hinzu kommt, dass bei mir keine Langweile aufgekommen ist, da man zwischen vier Figuren hin- und herwechseln kann, die ihre jeweils eigenen Fortbewegungsmittel haben und sich dadurch unterschiedlich steuern und anfühlen.
Das Spiel macht also viel richtig...es ist aber nicht perfekt. Die Story verliert nach einer starken, ersten Hälfte an Momentum und mündet in ein antiklimaktisches Ende. Das Missionsdesign ist uninspiriert und im letzten Drittel haben die repetitiven Aufgaben für mich den Spielspaß ein wenig getrübt. Auch die Bosskämpfe hätten abwechslungsreicher und ideenreicher gestaltet werden können. Auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad konnten sie mich zwar alle unterhalten, aber da wäre sicherlich mehr drin gewesen.
Unterm Strich ist
Suicide Squad meiner Meinung nach ein gutes Spiel. Als Fan der alten Rocksteady-Spiele bin ich auf meine Kosten gekommen und als Fan von Movement-lastigen Shootern hatte und habe ich auch weiterhin ungemein viel Spaß damit. Es ist sicherlich kein Meilenstein wie
Arkham City und es ist auch nicht so brillant inszeniert wie
Arkham Knight, aber mir fallen nicht viele Spiele aus den letzten Jahren ein, die mir so viel unkomplizierten, "reinen" Spielspaß beschert haben.
Der Hass, den das Spiel bereits seit Monaten abbekommt, ist in meinen Augen nicht gerechtfertigt und mir tun die Entwickler leid, die sich nun durch diesen perfekten Sturm manövrieren müssen. Ich kann mir gut vorstellen, dass viele Leute ihre Meinung ändern, nachdem sie das Spiel auch tatsächlich mal gespielt haben.