@Thommysoft Auch das Gameplay entwickelt sich zur filmischen Ausrichtung stetig weiter. Wenn auch mit kleineren Schritten. Last of Us 2 und Ghost of Tsushima wurden jeweils für die gute Story und das hervorragende Gameplay gelobt. Sogar japanische Urgestein-Entwickler bezeichneten Suckerpunchs Samurai Abenteuer als Meisterwerk. Du müsstest die Spiele die du kritisierst selbst mal zocken, um die Weiterentwicklung erkennen zu können.
Wenn ich ein Review über das Spiel schreiben würde, dann würde ich Dir zustimmen. Das geht nicht, ohne das Spiel wirklich gespielt zu haben. Aber, ob ein Spiel sich gameplay-mäßig für einen in die Richtung bewegt oder nicht, kann man in vielen Fällen auch schon durch das Anschauen von Videos erkennen.
Ich bin einfach jemand, der Player Agency in Story und/oder Gameplay und kreatives Spielen bevorzugt. Ich will in 2020 einfach keine Spiele mehr mit Quick-Time-Events spielen. Ich kann absolut verstehen, warum sie eingesetzt werden, weil Entwickler so volle Kontrolle über die Inszenierung einer Zwischensequenz haben und die Spieler trotzdem irgendwie mit einbeziehen können. Aber QTEs sind für mich absolute Spielspaßkiller. Ich wil die einfach nicht mehr sehen.
Und genauso hab ich keine Lust mehr auf Spiele, in den bei Kämpfen, der Navigation und ähnlichen Dingen der Fokus auf Inszenierung, Animationen etc. liegt. Auch hier verstehe ich vollkommen, warum das gemacht. Das sieht in Trailern einfach toller aus. Aber auch hier das gleiche Problem: Es macht mir einfach keinen Spaß. Ich will ein ein Spiel spielen und keinen Film. Ich möchte möglichst permanent engagiert sein und nicht drauf warten müssen, dass irgendwelche Animationen fertig durchgelaufen sind. Das mag bei den ersten 3-4 Malen, wenn man das sieht, wirklich toll aussehen, aber ist es für mich einfach Zeitverschwendung und sowas macht mir in der Regel absolut keinen Spaß. Da Spiele ich lieber ein Spiel, das etwas unbeholfen aussieht, aber dafür mir die Führung überlässt.
Wir bekommen bessere und bessere Technik, die aber fast nur für Eye Candy genutzt wird. Spiele wie Hitman, Dishonored, Prey oder Titanfall 2 zeigen, dass man diese Technik auch anders nutzen kann. Z.B. für coole Traversal-Mechaniken, wirklich ausgefallenes und kreatives Leveldesign oder innovative Spielmechaniken, die einen die Spielwelt vollkommen anders wahrnehmen lassen. Es gibt soviele interessante Möglichkeiten, um das Medium Spiel voranzubringen, die von meisten Big-Budget-Spielen ungenutzt bleiben.
Wenn ich solche Titel wie die oben genannten spiele, mache mir die ganze Zeit Gedanken, wie ich die spielerischen Möglichkeiten und das Leveldesign für mich nutzen kann und habe vor allem so gut wie keine Downtime, weil ich mental oder "körperlich" immer mit irgendwas beschäftigt bin, das spannender ist als QTEs wegzudrücken, zu lange Animationen abzuwarten oder passiv Stories ohen Entscheidungsmöglichkeiten zu konsumieren.
Sicher, ich mag auch immer wieder mal Spiele, die verstärkt auf das Erzählen von Geschichten setzen wie z.B. Adventures (Point&Click-Adventures, Telltale-Spiele, Life Is Strange usw.), Visual Novels oder manche RPGs. Aber diese Spiele haben dann halt auch wieder ein ganz anderes, deutlich reduzierteres Tempo. Das ist dann eine ganz bewusste Entscheidung, sich gemütlich im Sessel zurückzulehnen, einen Kaffee oder Tee zu schlürfen, eine paar Kekse zu essen und einfach mal zu entschleunigen, da mir dort in der Regel kein Action-Gameplay in den Weg kommt.
Ich weiß, dass ich damit in der Minderheit bin. Die Verkaufszahlen von mir genannten Spiele im Vergleich zu vielen anderen Big Budget-Spielen sprechen Bände. Aber auch das ganze Kritikerlob ändert nichts daran, dass ich diesen ganzen Triple-A-Quark einfach nicht mehr spielen mag. Vielleicht bin ich deshalb ein Banause, weil ich die besten Spielestories aller Zeiten verpasse, aber das ist halt ein Preis, den ich gerne zahle, wenn ich mich dafür nicht durch Gameplay quälen muss, das mir keinen Spaß macht. Dafür ist das Leben einfach viel zu kurz.
Und wenn ich die Spielzeit von Ratchet mit Gran Turismo, oder Cities Skylines vergleiche, brauche ich dir wohl nicht sagen, welches Game davon am meisten abstinkt. R&C ist zwar ein eher kurzer Spaß. Dafür benötigt das Spiel keine teuren Erweiterungen. Die Abwechslung steckt hier in der Spielwelt und den Missionen.
Ich hab nicht gesagt, dass die R&C-Spiele nicht abwechslungsreich sind. Das sind wirklich tolle Spiele, die lustig sind, tolle Spielwelten und Spielmechaniken aufweisen und mir jede Menge Freude bereitet haben.
Aber da ich, wie weiter vorne erwähnt, meine Spiele auch behalte und sie nicht durch Gebrauchtspielverkäufe refinanziere, muss ich mir halt Gedanken drüber machen, welcher Preispunkt für welche Art Spiel für mich der richtige ist, zumal es im Leben auch noch andere Dinge gibt als Spiele.