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Hype im Allgemeinen

Batsi

Altenpfleger
Es kann sein, dass mich mein persönlicher Eindruck täuscht, aber mir kommt es so vor, als würde das Phänomen des Hypes immer mehr zu einem wichtigen Entscheider über den Erfolg und Misserfolg eines Titels werden.

Ich will Spielen wie Clair Obscur: Expedition 33, Hollow Knight: Silksong, Crimson Desert oder auch dem kommenden Grand Theft Auto VI sicherlich nicht ihre Qualitäten absprechen, aber ein Teil der Popularität scheint zunehmend nichts mehr mit den Titeln selbst zu tun zu haben.

Wie denkt ihr darüber?

P.s. Daran anknüpfen kann man auch das Thema "Leak". Hier scheinen Unternehmen immer mehr auf halbgare Informationen und Gerüchte zu setzen, um eine höhere Verbreitung/Aufmerksamkeit zu erreichen. Handfeste Informationen scheinen dabei auch an Gewicht zu verlieren.
 

Kindra

Rentenbezieher
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Hype um Clair Obscur: Expedition 33 gab es aber erst um Release herum, oder? Als es angekündigt worden war, war außer ein "Ui, das sieht ja nett aus!" gar nichts los, und es ist ja ein komplett neues Spiel von einem völlig unbekannten Entwickler gewesen. Bei Crimson Desert würde ich etwas ähnliches unterstellen: Das Spiel kommt natürlich von einem einigermaßen bekannten MMO-Entwickler, aber das Teil hat mit seinen Trailern im Vorlauf mehr Fragezeichen als Hype gebracht. Der "Hype" entstand erst mit der Veröffentlichung, nachdem es in der Presse ja absolut nicht gehyped worden war.

GTA VI und Silksong hatten ihren enormen Hype natürlich schon vor Release (GTA ist ja eh noch nicht draußen). GTA hat eine extreme Legacy und Hollow Knight war einer der erfolgreichsten und einflussreichsten Indie-Hits der letzten ~10 Jahre.

Also stellt sich mir jetzt die Frage, wie genau meinst du das, die Popularität der Spiele habe nichts mehr mit den Titeln selbst zu tun?

Neben ein paar echten "Leaks" (meistens durch Hackerangriffe, schätze ich), sind nicht wenige "Leaks" wahrscheinlich reine Marketing-Aktionen.
 
Zuletzt bearbeitet:

Batsi

Altenpfleger
Also stellt sich mir jetzt die Frage, wie genau meinst du das, die Popularität der Spiele habe nichts mehr mit den Titeln selbst zu tun?
Ausgangspunkt für meine Frage ist die Ankündigung von den Warhorse Studios, parallel zwei neue Titel zu veröffentlichen. Wenn man Teilen des Internets Glauben schenkt, dann stehen uns da nicht weniger als die nächsten Offenbarungen ins Haus, die auch mal eben als Triple-A-Killer betitelt werden.

Und da kommt es mir immer mehr so vor, als würden die Diskussionen rund um einen Titel, Kontroversonen und auch Statements (Claire Obscur war zum Teil ein ausgestreckter Mittelfinger an die stagnierende Triple-A-Industrie) mehr über den Erfolg entscheiden, als Qualitäten wie Mechaniken, Story/Erzählung und auch Thematiken wie z.B. Satire bei der GTA-Reihe.
 

Kindra

Rentenbezieher
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Weiß ich nicht, ob dem so ist. Online-Diskurse sind häufig auch Minderheiten-Diskurse. Der Erfolg eines Spiels lässt sich also wahrscheinlich nur schwierig allein über Online-Diskurse bemessen. Prozentual gehören die meisten Käufer wahrscheinlich zu einer Gruppe, die sich online kaum äußert.

Warhorse Studios hat mit Kingdome Come 1 und 2 bereits gut bis sehr gut vorgelegt, man darf also durchaus davon ausgehen, dass das Hochkaräter werden könnten. Ohne den Erfolg der beiden Spiele wäre der Hype um 2 neue Spiele von denen undenkbar. Das im Internet gern mal überttrieben wird, geschenkt ...

Trotzdem spielen solche Aspekte wie bspw. "Clair Obscure ist ein Mittelfinger an Triple A" oder "Warhorse Studio ist ein dediziert antiwoker Laden" (wobei sie für KCD2 auch Kritik von rechten Griftern bekommen haben) eine gewisse Rolle, aber ob Kontroversen und Statements da mittlerweile wichtiger sind als die Spiele selbst für irgendeinen Hype, glaub ich erstmal nicht. Die Spiele müssen definitiv auch gut sein (oder gut wirken für den Hype-Zirkus vor Release). Sicherlich können Kontroversen, wie es sie bspw. um Kingdome Come Deliverance 1 gab, den Bekanntheitsgrad steigern (any pr is good pr), aber ich glaub nicht, dass die Kontroverse um Vavras Gamergate-Connections oder ähnliches den Hype um das Spiel definierten. Ich kann aber auch gar nicht einschätzen, ob es überhaupt großen Hype um den Erstling gab. Sah halt sehr spannend aus, so ein neues """realistisches""" Mittelalter-RPG mit guter Grafik.

Und GTA würd ich da eh ganz rausnehmen und klassisch sagen: Ein GTA-Trailer erzeugt von sich aus Hype.

Die Beobachtung, dass es in den Diskursen häufiger weniger um die Spiele an und für sich geht, da könnt ich wohl eher mitgehen.

Ist alles aber auch nur meine Wahrnehmung. Kommt wahrscheinlich auch drauf an, was man unter Hype versteht etc.
 
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Batsi

Altenpfleger
Es kann auch sein, dass der Minderheiten-Diskurs hier den Blick auf die Thematik trübt. KCD zum Beispiel hat definitiv seine Qualitäten. Aber mit Blick auf die Technik, einer stark verkürzten historischen Betrachtung und dem doch etwas konservativen Gameplay (der Schwertkampf ist eigentlich das einzige Innovative), dann erschließt sich mir die Begeisterung nicht wirklich.

Noch extremer ist es bei GTA VI. Da wird jede noch so kleine Information, egal ob sie stimmt oder nicht, komplett zerlegt. Diskussionen rund um die moderne Bonnie und Clyde-Geschichte, Satire in Zeiten von Trump & Co. und mögliche Verbesserungen und Innovationsschüben im Vergleich zu den Vorgängern gehen im Internet bzw. Algorithmus völlig unter.

P.s. Den Begriff "Hype" definiere ich für mich als eine Art der Vorfreude/Begeisterung, die sich logisch nicht mehr oder wenig nachvollziehen lässt und oft bizarre Formen annimmt.
Das war bei "Cyberpunk 2077" schon der Fall (feste Überzeugung, dass das Spiel des Jahrzehnts entsteht und auch vereinzelte Morddrohungen) und wirkt mittlerweile noch extremer.
 
Zuletzt bearbeitet:

Batsi

Altenpfleger
Kannst du / kann man das irgendwie empirisch belegen?
Gute Frage. Ich hatte ja im Eingangstext geschrieben, dass ich nicht weiß, ob mich einfach der Eindruck täuscht oder Hypes wirklich an Gewicht gewinnen. Ich hab' jetzt auch keine empirische Studie dazu gefunden bzw. wüsste auch nicht, wo ich da ansetzen sollte. Deswegen auch die Frage in die Runde :)
 

Kindra

Rentenbezieher
Sponsor
Hype hat es sicher immer schon gegeben und ist glaub ich auch ne stark subjektive Sache.

Und es scheint mir auch, dass hier mehrere Sachen nebenherlaufen im Thread. Wie gesagt würde ich sagen, dass ein GTA VI-Trailer automatisch Hype auslöst, von sich aus. Gleichzeitig kann es durchaus sein, dass sich der Diskurs über das Spiel durch die Zeit in irgendeiner Form verengt hat. Was haben wir für Diskurse? Ich glaub am Dominantesten sind Gespräche über die Grafik (was Fragen einschließt, ob das Spiel zu Release überhaupt so aussehen werde, weil die PS5 das so vll gar nicht stemmen könne - und Grafikdowngrades nach Trailer gab es bei GTA schon). Danach gibt es Diskurse um die Aktualität der Satire und der Art. Und danach gibt es Leute, die sich freuen (oder nicht), wahrscheinlich mit dem Auto in Pride-Demos reinfahren zu können (in GTA!), I guess?

Wie sich das von Hype-Zirkeln vorheriger GTA-Spiele unterscheidet (oder nicht), kann ich nicht sagen, dazu bin ich bei GTA einfach nie tief genug drin im Hype und Diskurs. Aber ich denke, dass Grafik-Diskurse vor allem ab GTA IV oder spätestens V stärker wurden.

Ich kann mal für Zelda-Hypes sprechen. Einer der größten Hypes meines Lebens war Twilight Princess. Die Diskurse, vor allem nach dem Trailer, der Midna zeigte, drehten sich vor allem darum, ob es sich da überhaupt noch um ein Zelda handele, da Midna aussähe wie ein Pokemon (I kid you not das war ein Diskurs). Dieser Diskurs verpuffte aber schon mit der Veröffentlichung, weil Midna relativ schnell sehr beliebt wurde.

Die Art des Hypes unterscheidet sich in meiner Wahrnehmung kaum vom Hype, den es viel später dann um die neuesten Zelda-Spiele gab, wie z.B. Breath of the Wild. Nintendo hat mit diesen neuen Zeldas vor allem die Perfektion von "dieser eine Trailer" hingekriegt, der ultimative Generator von Hype. Lustigerweise konnte Nintendo für Tears of the Kingdom - in meiner Wahrnehmung - sehr lange kaum bis gar keinen Hype generieren. Ihre Präsentationen zum Spiel waren sehr komisch. Bis dann irgendwann wieder "dieser eine Trailer" erschien.

(Wie oft muss man das Wort Diskurs verwenden, um Michel Foucault wiederzubeleben? :ugly: )
 
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Khorny

Moderator
Team
Ich empfinde heuer gar keinen Hype mehr. Das hatte ich noch zu Zeiten der Print-Magazine, als es keine anderen Informations-Quellen als solche gab, und man geflasht war davon, irgendwelche neuen oder antizipierten Spiele mit neuen Screenshots etc. zu sehen. Selbst wenn heute Trailer zu Spielen erscheinen, die mich sehr interessieren, habe ich deswegen keine schlaflosen Nächte mehr.

Allgemein kommt es mir auch eher so vor, als haben Hypes stark nachgelassen, da alles schon mal dagewesen ist.

Hype war noch, was das Internet damals nach der Skyrim-Ankündigung rausgehauen hat. Inzwischen gibt es einfach zu viel Information zu allem. Ich bin froh wenn ich das alles weggefiltert bekomme.

Zumal Hypes bei mir zumindest auch deswegen nachgelassen haben, weil Erwartungen zu oft enttäuscht wurden. Das war früher noch anders.. :D
 

ChiefMayhemSoap

Aushilfe der Essenausgabe
Meine unqualifizierten 2 Cent dazu... Je höher die Spiele im Vorfeld gepriesen werden, desto tiefer können sie fallen. Während bei einem Mindseye oder einem Skull & Bones versucht wurde durch große Ankündigungen Hype zu generieren (und sicherlich bei vielen anderen Titeln ebenfalls), war dies eben bspw. m.E. bei Clair Obscur Expedition 33 etwa nicht der Fall. Bei manchen Spielen kommt dann eben noch der eher automatische Hype aufgrund des Entwicklerstudios (etwa bei Cyberpunk ...oder sobald bei FromSoftware jemand pupst) und da können die Erwartungen schnell unterboten werden und es hagelt (massig) Kritik nach Release. Expedition 33 wiederum hat dann eher positiv überrascht.

Ich würde daher sagen, dass das gezielte "hypen" eines Spiels durchaus ein Spiel mit dem Feuer ist. ... ich kann mich aber auch irren.
 
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