Pepsi Plunge
Pförtner des Altenheims

Wir sind ja hier unter uns schon etwas älter. Vielleicht erinnert sich der ein oder andere noch daran, wie er einst als vermeintlich Toter in der Leichenhalle von Planescape:Torment aufwachte. Und vielleicht habt ihr auch das nicht ganz so alte Disco Elysium gespielt. Hattet ihr mit diesen Titeln Spaß? Oder mögt ihr einfach Rollenspiele in Form von D&D und andere Würfel-Abenteuer mit Witz und Situationskomik? Dann seid ihr hier genau richtig.
Für alle anderen, wenn ihr nicht gerne lest, bzw. euch viele Texte auf den Keks gehen dann seid ihr hier falsch. Esoteric Ebb, ein im März erschienenes Indy-CRPG aus Schweden, wirft nämlich weniger mit Gegner als mit Worten um sich. Ihr unterhaltet euch dabei vor allem mit euren Statuswerten, die ihr zu Beginn im gewissen Umfang festlegt und im Spiel dann mit Items und Level-Ups steigert. Es wird dabei auch viel Gewürfelt, eigentlich ständig, und die Ergebnisse entscheiden darüber was ihr hört und wie der Dialog verlauft.
Habt ihr euren Charakter erst mal erschaffen, wird das altbekannte Klischee bedient, ihr erinnert euch nämlich an recht wenig. Ein paar Erinnerungen bekommt ihr sofort, andere im Laufe der Zeit, wiederum andere könnt ihr sogar für euch selbst entscheiden. Das Spiel nimmt euch dabei auch nicht direkt an die Hand und weist euch nicht dauernd darauf hin, wo ihr jetzt gerade hinsolltet. Das liegt an euch, ggf. könnt ihr auch Begleiter/NPCs fragen oder in euren Aufzeichnungen nachlesen. Direkt zu Beginn werden jedenfalls zwei Plotpoints klar, um die ihr euch kümmern solltet: Irgendjemand hat den Teeladen in die Luft gejagt und eure Aufgabe ist es herauszufinden wer und wieso. Außerdem stehen in 5 Tagen die Wahlen an, was für die Stadt und zahlreiche Personen in ihr sehr wichtig ist. Dabei gibt es natürlich auch diverse Fraktionen, etc.
Die Zeit läuft übrigens in dem Spiel, ihr habt also nicht ewig Zeit. Es gibt Tag/Nacht-Wechsel und auch die Stadt hat ihren Zeitplan: Manche Geschäfte sind nur zu bestimmten Zeiten geöffnet, genau wie sich manche Figuren zu gewissen Uhrzeiten an gewissen Stellen einfinden mögen. Und Dinge halt im Zeitrahmen geschehen. Bringt ihr ein kaputtes Buch zum Buchbinder, wird er euch das nicht direkt 5 Minuten später repariert zurück geben. Ich persönlich fühle mich davon jetzt noch nicht gehetzt, aber vielleicht kommt das noch.
Aktuell habe ich etwa 6 Stunden auf der Uhr. In der Zeit habe ich schon viel witziges erlebt, bin aber auch viele Tode gestorben. Das möchte ich betonen, weil man wirklich in allen absurden Situationen sterben kann. Nicht nur im Kampf, sondern teilweise auch in Dialogen: Der Charakter möchte manchmal nicht nur peinlich berührt sterben, er tut es einfach - jedenfalls auch hier wenn die Würfel schlecht fallen. Es gibt auch Rettungswürfe wie im klassischen D&D, also 0 HP ist nicht gleich tot, wenn ihr die Rettungswürfe schafft überlebt ihr und werdet wieder auf 1 HP gesetzt. Aber ja, speichert oft ist hier die Devise (auch wenn die Rücksetzpunkte meistens fair sind. Das höchste was ich bisher verloren habe waren mal knapp 5 Minuten).
Schlechte Würfe sind aber auch nicht immer das Ende. Teilweise ergeben sich aus dem Scheitern sogar neue Möglichkeiten, was manchmal auch ganz witzig ist. Und Wiederspielwert ist wegen den verschiedenen Vorgehen, Entscheidungen und Charakter-Builds sicherlich auch vorhaben und hatte schon ein paar Situationen wo ich mich für oder gegen eine Seite/Fraktion entscheiden musste, was sich sicherlich noch auswirkt. Ich hab mich dabei auch für einen "Männlichen" Stärke-Build entschieden, wodurch die Eigenschaft auch in den Gesprächen dominiert (vielleicht verursacht die Zurückweisung von Frauen bei Flirtversuchen deshalb soviel Schaden. Wer weiß).
Bisher jedenfalls klare Empfehlung von mir.
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