A Plague Tale: Requiem
40 Stunden auf der Uhr und bis auf drei Stück alle Collectibles beisammen. Viel mehr Endbilanz kommt nicht rum.
Das war unterm Strich echt gut, auch wenn es mich öfter mal geärgert hat, und verdammt noch mal ... so oft wie ich hier ins Gras gebissen hab bin ich in keinem 200-Stunden-Durchgang eines AC gescheitert, was zuweilen an den Nerven fraß.
Na ja, auf Gameplayseiten kann ich mal quasi nichts beanstanden am Spiel. Überragendes Pacing durch mit gut austariertem Wechsel zwischen An- und Entspannung. Jede Menge Varianz, die allein durch das wachsende Repertoire an alchemistischen Spielereien, verbunden mit verschiedenen Einsatzarten, zustande kommt, so dass man sich in den mitunter semi-offen gestalteten "Combat Areas" recht kreativ (an den Gegnern) austoben kann. Zudem wird der "Loop" regelmäßig durch kleinere Gameplay-Gadgets wie eine Railshooter-Fahrt aufgelockert.
Die Gestaltung der Welt ist zum Dahinschmelzen. Obwohl einen das ganze Spiel hindurch latentes Chromatic Abberation irritiert und die Leute bei Asobo offenbar generell Spaß an optischen Effekten haben, sieht das mitunter wirklich tier-a-mäßig gut aus, und kann sich imo auch mal mit einem The Last of Us (Part 1 oder 2) vergleichen lassen.
Die Animationen sind außerdem wirklich detailliert ausgearbeitet, so dass die Buddys, die einen in wechselnder Besetzung begleiten, authentisch mit der Spielwelt und -figur interagieren. Das hab ich zuletzt bei einigen Spielen auch anders erlebt.
Jau, soweit die handwerkliche Seite.
Die Handlung ist gut und hat jede Menge Twists zu bieten, und bei einer stattlichen Laufzeit von drei Dutzend Stunden hat man auch genug Zeit, die Figuren plastisch zu zeichnen, was sich in grandiosen Dialogen äußert, die in Cutscenes und im laufenden Spielbetrieb geführt werden. Wie Amicia und Hugo, und wer auch immer die beiden grad begleitet, das Geschehen kommentieren und in unbeschwerten Momenten - von denen es sehr wenig gibt - mal miteinander scherzen ... das verleiht dem Spiel viel Authentizität und Immersion.
Persönliche Meinung zur Handlung: Wie schon in Innocence konnte (oder wollte) ich nicht in dem Maß mit den Kindern connecten, wie offenbar nötig wäre, um den vollen Umfang der Dramatik der Story zu erfassen. Genaugenommen hatte ich zunächst meine Schwierigkeiten mit Hugo, der permanent alles in Schutt und Asche legt mit seinem "kleinen" Rattenproblem, denn es gäbe pragmatische Ansätze, dem Problem zu begegnen. So ist die Prämisse, auf der die Handlung fußt, auch mehr die eines Märchens (für Erwachsene) über Kinder, die irrationale Dinge tun.
Letzten Endes hat dieser Mangel an emotionaler Verbindung dafür gesorgt, dass ich leicht genervt war von all dem Drama, das sich besonders im letzten Spielviertel zuspitzt. Ein schöner Epilog, in dem man dann quasi zum ersten Mal nach sehr bedrückenden 40 Stunden durchatmen kann, konnte mich aber wieder versöhnlich stimmen.
Unterm Strich ein unheimlich kompetentes Action-Adventure mit toller Optik und hochwertigem Writing, das leider etwas (wie TLoU P2) an Überlänge leidet. Aber diese Lizenz sollte sich Focus warmhalten, die dürfte jede Menge Umsatz abwerfen.
Nachtrag für die Numbers-Nerds: Das Spiel läuft auf PC absolut nicht gut. Quasi durchgängig eiert das Framepacing abenteuerlich umher, obwohl die Bildrate stabil aussieht. Das ist interessant, da es sich um eine In-House-Engine von Asobo handelt, die ja der Theorie nach bestens vom Team beherrscht werden sollte. Dass ich altes FPS-Sensibelchen trotzdem komplett durchgegangen bin, spricht umso mehr für die Qualität des Spiels.
40 Stunden auf der Uhr und bis auf drei Stück alle Collectibles beisammen. Viel mehr Endbilanz kommt nicht rum.
Das war unterm Strich echt gut, auch wenn es mich öfter mal geärgert hat, und verdammt noch mal ... so oft wie ich hier ins Gras gebissen hab bin ich in keinem 200-Stunden-Durchgang eines AC gescheitert, was zuweilen an den Nerven fraß.
Na ja, auf Gameplayseiten kann ich mal quasi nichts beanstanden am Spiel. Überragendes Pacing durch mit gut austariertem Wechsel zwischen An- und Entspannung. Jede Menge Varianz, die allein durch das wachsende Repertoire an alchemistischen Spielereien, verbunden mit verschiedenen Einsatzarten, zustande kommt, so dass man sich in den mitunter semi-offen gestalteten "Combat Areas" recht kreativ (an den Gegnern) austoben kann. Zudem wird der "Loop" regelmäßig durch kleinere Gameplay-Gadgets wie eine Railshooter-Fahrt aufgelockert.
Die Gestaltung der Welt ist zum Dahinschmelzen. Obwohl einen das ganze Spiel hindurch latentes Chromatic Abberation irritiert und die Leute bei Asobo offenbar generell Spaß an optischen Effekten haben, sieht das mitunter wirklich tier-a-mäßig gut aus, und kann sich imo auch mal mit einem The Last of Us (Part 1 oder 2) vergleichen lassen.
Die Animationen sind außerdem wirklich detailliert ausgearbeitet, so dass die Buddys, die einen in wechselnder Besetzung begleiten, authentisch mit der Spielwelt und -figur interagieren. Das hab ich zuletzt bei einigen Spielen auch anders erlebt.
Jau, soweit die handwerkliche Seite.
Die Handlung ist gut und hat jede Menge Twists zu bieten, und bei einer stattlichen Laufzeit von drei Dutzend Stunden hat man auch genug Zeit, die Figuren plastisch zu zeichnen, was sich in grandiosen Dialogen äußert, die in Cutscenes und im laufenden Spielbetrieb geführt werden. Wie Amicia und Hugo, und wer auch immer die beiden grad begleitet, das Geschehen kommentieren und in unbeschwerten Momenten - von denen es sehr wenig gibt - mal miteinander scherzen ... das verleiht dem Spiel viel Authentizität und Immersion.
Persönliche Meinung zur Handlung: Wie schon in Innocence konnte (oder wollte) ich nicht in dem Maß mit den Kindern connecten, wie offenbar nötig wäre, um den vollen Umfang der Dramatik der Story zu erfassen. Genaugenommen hatte ich zunächst meine Schwierigkeiten mit Hugo, der permanent alles in Schutt und Asche legt mit seinem "kleinen" Rattenproblem, denn es gäbe pragmatische Ansätze, dem Problem zu begegnen. So ist die Prämisse, auf der die Handlung fußt, auch mehr die eines Märchens (für Erwachsene) über Kinder, die irrationale Dinge tun.
Letzten Endes hat dieser Mangel an emotionaler Verbindung dafür gesorgt, dass ich leicht genervt war von all dem Drama, das sich besonders im letzten Spielviertel zuspitzt. Ein schöner Epilog, in dem man dann quasi zum ersten Mal nach sehr bedrückenden 40 Stunden durchatmen kann, konnte mich aber wieder versöhnlich stimmen.
Unterm Strich ein unheimlich kompetentes Action-Adventure mit toller Optik und hochwertigem Writing, das leider etwas (wie TLoU P2) an Überlänge leidet. Aber diese Lizenz sollte sich Focus warmhalten, die dürfte jede Menge Umsatz abwerfen.
Nachtrag für die Numbers-Nerds: Das Spiel läuft auf PC absolut nicht gut. Quasi durchgängig eiert das Framepacing abenteuerlich umher, obwohl die Bildrate stabil aussieht. Das ist interessant, da es sich um eine In-House-Engine von Asobo handelt, die ja der Theorie nach bestens vom Team beherrscht werden sollte. Dass ich altes FPS-Sensibelchen trotzdem komplett durchgegangen bin, spricht umso mehr für die Qualität des Spiels.