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Kindra

Rentenbezieher
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Ich kenne das Buch nicht, kann das also nicht beurteilen, aber dass es gut anzukommen scheint, habe ich gerade beim durchskippen von Rezensionen auch gesehen. Es klingt auf jeden Fall wie ein Buch, das jemand schreiben würde, der eigentlich ein U-Boot ist, und das die Linken dann mal so richtig blöd hinstellen wolle, haha. Ich kann also bspw. die Szene des sexuellen Übergriffs ohne Kenntnis natürlich nicht deuten - wenn's schlau gemacht ist, kann sowas ja eben genau die Kritik sein, aber das klingt einfach nur behämmert.

Aber Identitti kann ich durchaus empfehlen, wenn man kein Problem hat mit Gegenwartsliteratur, die auch in dieser spielt und quasi Diskurse von heute bearbeitet. Will was heißen, dass ich sowas empfehle - eigentlich mache ich nen großen Bogen um Gegenwartsliteratur. Wobei mir auch Noch wach? von Benjamin von Stuckrad-Barre sehr gefallen hat (geht, natürlich ohne es auszusprechen, um den #metoo-Skandal um NIUS-Bananenkopf Julian Reichelt). Ok ... ich schweife endgültig ab.

Gute Romane über Kolonialismus gibt es bspw. Patrice Nganang, da habe ich letztes Jahr Zeit der Pflaumen (Link zu meinem Post in diesem Thread) gelesen.
 
Zuletzt bearbeitet:

Wulgaru

Pförtner des Altenheims
Es geht halt darum das es nicht zum Thema gemacht wird, sondern einfach das Thema ist. Es gibt im Fantasybereich viele sehr gute Sachen. Alles was ich zum Beispiel von Octavia Butler gelesen habe ist diesbezüglich großartig oder auch als leichte Unterhaltung kam erst vor wenigen Jahren der Roman Meister der Djinn raus. Ein schöner Unterhaltungsspaß, mit dem genialen Alternativweltkniff, dass Ägypten with magic verhindert hat kolonisiert zu werden, was massive Auswirkungen auf das beginnende 20. Jahrhundert hat. Jeff Vandermeer hat mit Stadt der Heiligen und Verrückten ebenfalls vor vielen Jahren schon eine Antithese der Eroberung der neuen Welt durch die Spanier geschrieben, ohne überhaupt irgendwas in der Art auszusprechen (das könnte dir gefallen kindra, sind verbundene Mosaikgeschichten und sehr lovecraftianisch....Pilze).

Das Problem an Kuang scheint mir weniger Uboot zu sein, sondern eher ihr offenbar nicht allzu armer Background....jetzt wo ich das weiß erklärt es derartig viel über ihre Oxfordeliteschüler...fast schon ein Psychogramm.:ugly:
 

Kindra

Rentenbezieher
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Ich bin absolut kein Fantasy-Leser und hab mich an Alternative History auch noch nicht gewagt, deswegen kenn ich mich auf dem ganzen Feld 0,0 aus. Stadt der Heiligen und Verrückten klingt interessant, werd ich mal gucken! Scheint so aber nicht mehr ganz leicht auffindbar, hm. Auf englisch via Amazon rangiert es preislich zwischen 13,55€-476,27€, was ich da wohl nähme :ugly:
 

Wulgaru

Pförtner des Altenheims
Nun...schwierig, aber auch sonst sind seine Story-Bände sehr zu empfehlen. Er ist New Weird. Postmoderner Lovecraftkram. Horror kann er krass gut, aber auch alles andere.
 

Derpendja

Mildred Ratched
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Bei mir wird es auch ein wenig kürzer. Den Anfang machte Lieblingsbäcker - Auf Leben und Brot von Quichotte. Nett zu lesen, die Videos und Live-Auftritte sind aber erwartbar besser. Danach gab ich mir ein Doppel-Feature. Ready Player One und Ready Player Two von Ernest Cline. Hatte ich zwar beide schon gelesen und ich hoffe immer noch auf den dritten Teil - so schlecht war das zweite Buch auch wieder nicht. Ich hadere immer noch mit der Verfilmung des ersten Teils, aber mir ist auch klar, dass das Publikum breiter sein musste und nicht so nerdig. Und ich will mir gar nicht die Lizenzkosten vorstellen, hätte man sich näher an die Vorlage gehalten, was vermutlich auch der Grund sein dürfte, warum der zweite nie verfilmt werden wird.
 

Wulgaru

Pförtner des Altenheims
Der Steppenwolf von Hermann Hesse

Ich habe bezüglich Hesse bisher ne komplette Leerstelle und wenn ich das nicht geschenkt bekommen hätte, dann wäre das wohl auch noch ne Weile so geblieben, da mich bisher nie was angesprungen hat bei dem was man so von Klassikern mitbekommt. Gleich vorweg hat dieses Buch zwei Vorteile gegenüber anderen Klassikern: Erstens ist es wesentlich dünner, knapp 280 Seiten und das in einem kleinen Format und für einen Roman von 1927 liest es sich sehr flüssig weg. Nicht denken das ich damit Dan Brown oder so meine, aber wer sich mit einem Thomas Mann oder so beschäftigen (musste) wird sofort merken was ich meine. Allerdings auch Warnung: Man sollte schon zumindest auf Wer-wird-Millionär-Ebene seine Klassiker wie Goethe oder Mozart draufhaben, sonst wird man teilweise verwirrt dastehen.

Die Handlung sind die Aufzeichnungen des Harry Hallers, eine Art Lebemann, Universalintellektueller, Schöngeist whatever, dessen Sinnkrise wir miterleben. Der Steppenwolf ist metaphorisch der Teil der Persönlichkeit, der außerhalb der bürgerlichen Existenz von Haller steht und in so starkem Konflikt mit dieser ist, dass die einzige Option Selbstmord erscheint, bis er eines Tages auf eine mysteriöse Frau Namens Hermine trifft, die ihm andere Facetten und Möglichkeiten aufzeigt.

Nun....wenn man eine befriedigende und lineare Handlungsebene erwartet, sollte man denke ich dieses Buch nicht lesen. Ich will jetzt nicht zuviel verraten, aber was an diesem Roman Handlung ist, ist schwer zu greifen und das hat Methode. Man muss sich auf diesen Trip einlassen, denn das ist je länger der Roman andauert die beste Beschreibung: Ein Trip, eine Traumreise, Persönlichkeitsfacetten oder so etwas. Wenn man bedenkt das das hier von 1927 ist, ist es schon krass wie hier Sexualität, Bisexualität dargestellt und selbst Geschlechtergrenzen verschoben werden. Ich verstehe auch warum es so ein Kultbuch ist, denn sicherlich haben sich gerade viele junge Leser als Möchtegern-Hallers gesehen, als diese zerrissene, aber geniale Persönlichkeit. Passt ideal in die 60er-Jahre und die damalige Gegenkultur.

Für mich war es ganz unterhaltsam, aber ich war gleichzeitig auch von dem letzten Aspekt genervt. Gefallen hat mir zwar Hallers Trip, aber als Figur mit der ich mich identifizieren kann, sehe ich ihn halt absolut nicht und ich glaube das braucht man, um das hier richtig abzufeiern. Gut es mal gelesen zu haben und auf der Ebene werde ich sicher mal zu Hesse zurückkehren.
 

Kindra

Rentenbezieher
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  1. Bellmann, W. (Hg.): Klassische deutsche Kurzgeschichten. Stuttgart: Reclam, 2003.
  2. Markovits, D.: The Meritocracy Trap: How America's Foundational Myth Feeds Inequality, Dismantles the Middle Class, and Devours the Elite. New York: Penguin Press, 2019.
  3. Festa, F. / Kettlitz, H. (Hg.): 100 Jahre Weird Tales. Jubiläumsedition. Band 2: 1930 bis 1936. Leipzig: Festa Verlag, 2023.
  4. Linden, M. van der / Mergner, G. (Hg.): Kriegsbegeisterung und mentale Kriegsvorbereitung. Interdisziplinäre Studien (Beiträge zur Politischen Bildung. Bd. 61). Berlin: Duncker & Humboldt, 1991.
  5. Szabo, S. (Hg.): Kultur des Vergnügens. Kirmes und Freizeitparks – Schausteller und Fahrgeschäfte. Facetten nicht-alltäglicher Orte. Bielefeld: transcript Verlag, 2009.
  6. Schmitz, R. S. / Becker, M. / Gampert, N. (Hg.): Kulturelle Spiegelungen zwischen H. P. Lovecraft und Deutschland. Freiburg: wbg Academic, 2024.
  7. Machen, A.: Die weißen Gestalten. Erzählungen. München: Piper, 1993.
  8. Allende, I.: Das Geisterhaus. 34. Aufl. Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag, 1988.
  9. Barker, C.: Das vierte Buch des Blutes. München: Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf., 1991.
  10. Walpole, H.: Schloß Otranto. Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 1983.
  11. Frei, N. / Rigoli, D. (Hg.): Der Antikommunismus in seiner Epoche. Göttingen: Wallstein Verlag, 2017.
  12. Linebaugh, P. / Rediker, M.: Die vielköpfige Hydra. Die verborgene Geschichte des revolutionären Atlantiks. 2. Aufl. Berlin/Hamburg: Association A, 2022.
Die vielköpfige Hydra (2000)
Dieses Büchlein, dessen Original 2000 erschien, ist zurecht ein Standardwerk geworden. Im Grunde steckt in dem Buch schon viel drin, was so ab spätestens 2010 in der Geschichtswissenschaft zum Trend wurde: Globalgeschichte und transnationale Untersuchungen, was aktuell in transkulturelle Studiengänge mündet.

Linebaugh und Rediker veränderten die Perspektive. Hier geht es nicht mehr um die Könige, Fürsten, Kaufleute oder "Entdecker" wie Columbus, sondern um die Leute, auf deren Rücken das koloniale System und der aufsteigende globale Kapitalismus aufgebaut wurde: Matrosen, Sklaven, Kleinkriminelle, Verstoßene, Vertriebene ...

Der Titel bezieht sich dabei auf die griechische Mythologie. Hackt man dem "bunt gescheckten Haufen" einen Kopf ab, indem man bspw. einen Aufstand gewaltsam niederschlägt, wachsen 2 neue Köpfe. Diese Metapher verwendet sowohl die herrschende Klasse als auch dann im positiven Sinne die andere Seite.

Der Anfang des Kapitalismus findet sich hier in England, als die Allmende (Gemeineigentum in Bezug auf Land) abgeschafft und Land enteignet wurde. Viele der deswegen verarmten Menschen wurden auf die andere Seite der Welt verschifft.

Im Grunde ist es eine Geschichte der Revolutionen und Aufstände in der Karibik. Es geht um Jamaika, Haiti, all die Sklaven vom afrikanischen Kontinent, die dorthin verschleppt wurden, um Amerika. Sie zeigen, wie global und vernetzt auch der Widerstand gewesen war. Jeder Verschleppte brachte Wissen mit, die Menschen lernten trotz unterschiedlichsten Hintergründen, miteinander zu kommunizieren (Kreolsprachen etc.) und so konnte der eine Sklave, der auf irgendeiner Insel bereits einen Aufstand oder so mitgemacht hat, sein Wissen darum nach New York überführen. Im Endeffekt siegen konnte die herrschende Klasse, so eine These des Buchs, indem sie u.a. durch die "Erfindung" des Rassismus und dessen rechtliche Umsetzung die einzelnen Köpfe der Hydra voneinander trennte.

Gestört haben mich zwei Sachen: Obwohl all die unterschiedlichen Gruppen, Einzelpersonen, Revolutionäre, Intellektuelle etc. durchaus auch mal so dargestellt werden, dass sie auch für sich stehen können (bspw. die Maroons), wird mir hier zu oft alles und jeder immer unter "Proletariat" gepackt. Kann man natürlich machen, aber das verdeckt ein wenig, wie unterschiedlich die Ziele unterschiedlicher Gruppen häufig waren. Und trotzdem erwähnen sie richtigerweise, dass die Maroons, die erfolgreich waren mit ihren Widerstandsformen, dann zwar für sich unabhängig werden durften, aber ab dann vertraglich mit der Kolonie zusammenarbeiten mussten, umetwa entlaufende Sklaven wieder zurückzubringen. Also einerseits ist ihnen schon bewusst, dass das alles nicht eine Gruppe ist, andererseits aber irgendwie nicht. Da merkt man glaub ich sehr, dass die Globalgeschichte in den Jahrzehnten danach noch ordentlich daran anknüpfen und mehr ausdifferenzieren konnte. Aber die transnationalen Verbindungen und Netzwerke werden schon gut aufgearbeitet.

Was mir auch nicht gefiel ist, dass die Piraten hier ein bisschen zu positiv wegkommen. Ja, es stimmt, dass Piraten in der Karibik ihre Schiffe - die Maschine, das Produktionsmittel - an sich gerissen haben, dass es auf den Piratenschiffen gerne mal demokratischer zuging als anderswo, dass da für Freiheit und alles gekämpft wurde, aber dass das auch einfach skrupellose Mörder und Vergewaltiger gewesen sein konnten, wird nicht mal mit einem Wort erwähnt.

Schade ist auch, dass das Buch natürlich mehr oder weniger mit der "Abschaffung" der Sklaverei endet. Dass das aber bspw. auf den karibischen Inseln, auf den Plantagen, nicht unbedingt sofort eine Verbesserung für die nun nicht mehr "versklavten"; aber in ausbeuterischer Lohnarbeit gezwungenen Menschen war, weil die "Sklavenhalter" die Miete einfach so weit erhöhten, dass man die vom Lohn niemals hat bezahlen können, erfahren wir hier nicht. Der Widerstand hörte mit der "Abschaffung" der Sklaverei nicht auf. Aber gut: Ein Buch muss ja irgendwann mal zu Ende sein.

Das sind aber nur kleine Kritikpunkte, das Buch ist sehr lesenswert, wenn man sich für diesen Raum in der Welt interessiert, wer Freund des Hafens ist, wer die Verschwörungen in den Tavernen miterleben will!

Lustiger Sidenote: Immer wieder werden hier Gesellschaftsformen angesprochen, die als urkommunistisch bezeichnet werden (also Selbstversorger-Gesellschaften unter Natives oder von Gestrandeten gegründet etc.). Das gibt es ebenso in der christlichen Variante. Urchristlicher Urkommunismus sei etwas, das zu erreichen sei. Auch Engels schrieb über sowas in seiner Bauernkriegsstudie, wo er Thomas Müntzer zum Kommunisten hochstilisiert.
 

Derpendja

Mildred Ratched
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Leseliste Juni

Den Anfang machte Plan D von Simon Urban. Das Buch liegt zwischen Alternativwelt, Krimi und Polit-Thriller und spielt in der DDR im Jahr 2011. Die Wiedervereinigung fand nicht statt, stattdessen beendete Egon Krenz als Staatsratsvorsitzender die Annährung zwischen Ost und West. Der real existierende Sozialismus ist dennoch am Ende wie das ganze Land und der einzige Ausweg scheint in einem Öltransitabkommen zwischen der BRD und der Sowjetunion zu liegen. Da scheint es zu helfen, dass mit Bundeskanzler Oskar Lafontaine sich die beiden Länder politisch näherzukommen. Was nicht hilft, ist die Leiche eines ehemals westdeutschen Politberaters, der seit Jahrzehnten in der DDR lebt und oberste Kreise berät. Zudem legen die Umstände möglicherweise etwas zu Nahe, dass die Stasi ihre Finger im Spiel hatte. Vor der Weiterführung der Wirtschaftsgespräche sollen ein Ost- und ein Westdeutscher Polizist den Mord aufklären und Ruhe in den Fall bringen. Hört sich gut an und ist es zeitweilig auch. Mich störte es ein wenig, dass das Ganze gen Ende ein wenig arg in Verschwörungstheorien, persönliche Probleme des Volkspolizisten und die immer verworrenere Geschichte einen ein wenig ratlos zurücklässt. Simon Urban liebt es, sich in die Gedanken des Volkspolizisten über den Fall, seine gescheiterten Beziehungen, den Zustand der DDR etc. dermaßen einzuklinken, dass diese Gedanken zusammenhanglos aneinandergereiht werden und zumindest ich hier auch mal gerne den Faden verliere. Bei Sätzen ohne Punkt und Komma auf bis zu zwei Seiten möge man mir das verzeihen. Kein schlechtes Buch, leider ab der Hälfte ein wenig konfus und immer schwieriger zu folgen.

Nachdem mir mein Sohn vom Kinofilm vorgeschwärmt hat, erinnerte ich mich an ein Buch, dass seit ein paar Jahren in zweiter oder dritter Reihe im Regal - Der Astronaut von Andy Weir. Nach dem so richtig schön nerdigen Marsianer war Artemis ein so großer Niedergang, dass Der Astronaut ein wenig versauerte. Und das war schade, weil Weir damit wieder an den Marsianer anknüpfte. Statt seitenlang auszurechnen, wie viele Kalorien wie viele Kartoffeln einbrächten, waren es jetzt Pendelversuche, um Schwerkraft zu berechnen. Eine Freude für jeden Fan der Hard-SF. Klar, Der Astronaut ist spekulativer und physikalisch will ich das jetzt auch nicht bis in die Tiefe analysieren - schließlich ist es kein Sachbuch, sondern ein Roman - aber das technische, nerdige macht einfach Spaß zu lesen. Sehr kurz zum Inhalt: die Sonne verdunkelt sich zusehend. Aber nicht nur die Sonne, sondern auch alle Sterne in der Umgebung. Die Zeit rennt davon, um die Sonne und damit die Menschheit zu retten. Und daher ist es gut, dass nicht alle Sterne sich verdunkeln. Der Grund wird schließlich enteckt und es gibt mit Tau Ceti einen Stern, der nicht betroffen scheint. Daher wird der Plan entwickelt, ein Raumschiff mit einer Mini-Besatzung loszuschicken, die herausfinden soll, warum Tau Ceti nicht betroffen ist und ob man dort eine Heilung der Sonne finden kann. Als das Raumschiff schließlich ankommt, erwacht nur noch ein Astronaut aus dem Koma, die beiden anderen haben die Reise nicht überlebt. Und Grace, so der Name des Astronauten, hat Probleme mit der Erinnerung an die Mission. Es stellt sich heraus, dass nicht nur die Erde ein Raumschiff zur Problemlösung losgeschickt hat, sondern das auch ein Raumschiff aus 40 Eridiani den Sprung nach Tau Ceti geschafft hat. Auch dort hat nur ein Astronaut den Flug überlebt und so entsteht eine Geschichte aus Gegensätzen, Freundschaft, Aufopferungsbereitschaft und der gemeinsamen Suche nach Lösungen. Ein uneingeschränkt empfehlenswerter Roman, dessen Verfilmung ich mir bei Gelegenheit mal geben werden.

Die Nummer drei des Monats durfte einmal mehr eine meiner Lieblingsautorinnen einnehmen: C.J. Tudor. Eigentlich bin ich kein Fan von Kurzgeschichten, aber ich bin mit ihrem Werk ansonsten durch und es fehlte als einzige noch. Die Villa der verlorenen Seelen ist nicht nur der Titel der Sammlung, sondern auch einer der Kurzgeschichten. Keine Frage, die Geschichten sind gut und abwechslungsreich, haben aber alle das Problem, dass sich die Unterschwelligkeit der Geschichten, das langsame aufbauen von Gefahr mangels Umfang nicht so umsetzten können, wie es typisch für die Autorin ist. Ich sage absichtlich mein Problem, da die Geschmäcker bekanntlich unterschiedlich sind.

Ein Monat, drei Bücher, ein Volltreffer, kein Reinfall. Man kann also sagen, ein guter Lesemonat, ich bin zufrieden.
 

ziegenbock

Altenpfleger
Dieser Monat war ziemlich schwach bei mir.

Ich habe nur den 7. Band der David Hunter Reihe ("Knochenkälte") und die beiden Kurzgeschichten "Schneefall und ein ganz normaler Tag" und "Katz und Maus" von Simon Beckett gelesen.

Und ich befürchte, das es im Juli nicht besser sein wird. Jedes Wochenende verplant und bei dem Wetter habe ich auch nicht so viel Lust zum Lesen.
 
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